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Birs gehörigen Raum zu verſchaffen. Wer ſich dann durch den Engpaß wagt, um in die ſo ſtreng bewachte Landſchaft einen Blick zu thun, deſſen Herz wird beim Anſchauen eines prächtigen, ſchattigen Thales, eingefaßt von hohen Bergen und alten Wäldern, durchzogen von den Fluthen der Birs, in lauter Freude aufjauchzen und eine Ahnung von den Schönheiten des Münſterthales empfangen.
Der treue, ſteinerne Wächter des Engpaſſes und des Thales, Schloß Angenſtein, liegt am rechten Ufer der Birs, ja es liegt in der Birs, und ihre Wogen ſingen deſſen Mauern traurige Abſchieds⸗ lieder vom Heimaththale, erzählen von dem ſchönen, zu ſchnell verfloſſenen Jugendleben, von Felſen und Tannen, von Höhlen und Klüften, und das Schloß hört dieſen Klagelauten ernſt und ſchweigend zu, und mahnt mit ſeinen wetterergrauten, alten, ehr⸗ würdigen Mauern den jungen Fluß, die Jugend⸗ träume ſchwinden zu laſſen und ein Mann zu wer⸗ den.—
Es iſt nicht die Bauart, welche dem jetzt noch bewohnten Angenſtein in den Augen jedes Be⸗ ſchauers einen eigenthümlichen Reiz gibt. Wer auf dem Stege ſteht, welcher über die Birs in das Schloß führt, oder am Ufer der Birs unter den Mauern deſſelben ruht, dem treten unwillkührlich Bilder der Vergangenheit vor die Seele; das Rau⸗ ſchen des Fluſſes und das Flüſtern der die Mauern umgebenden Bäume wiegen den Menſchen in eine innere Ruhe, wo Träume höchſt ſeltſamer Art in der Bruſt auf und nieder ſteigen, nicht zu beſchrei⸗ ben und nicht zu erklären, und deren Ende gewöhn⸗ lich ein naſſes Auge und ein Herz voller Freude und Andacht iſt.—
Die Geſchichte der Angenſteiner iſt ziemlich un— wichtig, und es würde ſich nicht der Mühe lohnen, dieſelbe aus den trockenen Geſchichtsbüchern und Stammtafeln heraus zu ſuchen. mit jeder verfallenen Schloßmauer oder Ruine eine
Sage verbunden iſt, wie ſollte hier, in dem poeti⸗
ſchen Angenſtein, nicht eine ſolche im Munde des Volkes ſich gebildet haben? Und wäre ſie nicht aus alten Tagen uns aufbewahrt und überliefert, ſo hätte ſicherlich die Neuzeit ein ſchönes Mährchen über die alten Mauern des Schloſſes erfunden. Es iſt der Grundzug aller Sagen, daß ſie eine Wahr⸗ heit in ſich bergen, die nicht allein in den Tiefen des Herzens entſtanden und ein Ausfluß edler Ge⸗ fühle iſt, ſondern ſich an eine hiſtoriſche Thatſache anklammert, die vor Jahrhunderten vorgekommen oder welche in der Gegenwart noch beſteht, als ein Zeuge der Wahrhaftigkeit uralter Ueberlieferungen.
Aber wenn ſonſt
So auch bei der Sage vom Schloß Angenſtein.
Dieſe findet ihre Bewahrheitung nicht in alten Schriften und Dokumenten, nicht in einem hiſtoriſch
feſtgeſtellten Datum, ſondern in einer noch beſtehen⸗ den Thatſache, in einer Eigenthümlichkeit, die ſich
heute noch bewährt und wiederholt, die ſich bis heute Geltung verſchafft hat.
Es war in der Mitte des fünfzehnten Jahrhun⸗ derts. Auf Schloß Angenſtein regierte damals Rit⸗ ter Kuno, ein Mann, der ſich dem Greiſenalter näherte, immer aber noch den, kecken Jugendmuth
in ſeinen Gliedern fühlte und gern einen Strauß ausfechten half. Und wie es in jenen glorreichen Tagen des Ritterthums war, die ernſte Waffenthat ſtand in unzerſtörbarer Verbindung mit lärmender Fröhlichkeit und kräftigem Scherz, mit Humpen und Wein, mit Liebe und Frauen. War würdig die Fehde ausgefochten, hatte der Ritter ſein Schloß wieder bezogen, ſeine Gattin oder Tochter herzlich begrüßt, ſo begann die Zeit des Jagens und der Luſt, der Turniere und gegenſeitigen Beſuche, und ein Freudentag ſchloß ſich heiter an den andern. So war es auch auf Angenſtein. Denn hatte auch der Ritter Kuno ſeine holdſelige Gemahlin durch den Tod verloren, ſo blühte ihm an deren Stelle eine herrliche Tochter, der Stolz und die Freude ſeines Herzens. Im Kampfe trug Er ihr Bild in einem treuen Vaterherzen, im Frieden pflegte und hegte er ſie als ſein Höchſtes, ſie nahm an allen Freuden und Vergnügungen Theil, und immer mußte Bertha— ſo hieß ſeine Tochter— um ihn ſein, denn ſonſt wäre ſeine Freude verkümmert, nur eine getheilte geweſen.
Die Tochter Kuno's war dieſer treuen, großen Vaterliebe werth; ſie war ſchön, edel und tugend⸗ reich. Wer ſie ſah, wie ſie in den Gemächern des Schloſſes mit emſiger Geſchäftigkeit hin und her ging, ihre Befehle ertheilte, ſelbſt Hand mit anlegte, der mußte ſie verehren als wackere Hausfrau. Wer ſie in ihrem Verhältniß zu ihrem Vater, zu ihren Untergebenen kennen lernte, der pries den Ritter Kuno als den glücklichſten Mann. Wer ſie aber Abends ſah, wenn ſie im Golde der untergehenden Sonne auf dem Söller des Schloſſes der Harfe, ihrem Lieblingsinſtrument, ergreifende Töne entlockte und in träumeriſchem Sinnen hinaus ſchaute in die weite Ferne, der glaubte, kein irdiſches Weſen, ſon— dern einen jener himmliſchen Boten zu erblicken, die dem bekümmerten Menſchenherzen Troſt und Freude bringen.
Wer wird es nun dem liebenden Vater, dem Ritter Kuno, verargen wollen, daß er ſeine Tochter gern und oft geehrt ſah, wer wird ſich wundern, daß unter der ritterlichen Jugend ein Wettſtreit um die Gunſt des Fräuleins von Angenſtein ent— ſtand?
Unter den Männern, welche mit dem Ritter von Angenſtein befreundet waren, ragte durch ſeinen Ruf als tapferer Kämpfer und milder Herr Hugo von Iſtein hervor. In der Blüthe der Jahre, Beſitzer eines reichen Schloſſes, Sproſſe eines edlen Ge⸗ ſchlechtes, in allen Gauen verehrt und geliebt, war er überall willkommen, ein lieber Gaſt. Wenn er mit ſeiner herrlichen Geſtalt, dem kühnen, aber doch freundlichen Blick in den Kreis der Frauen trat, da erröthete Manche, und pries im Stillen die Glück⸗ liche, welche dieſer Brave einſt heimführen würde. Als Hugo, nach einem mit Kuno gemeinſchaftlich ausgefochtenen Streite, ſich zum erſten Male auf Angenſtein zeigte, und mit ſichtlicher Befangenheit die erröthende Bertha holdſelig grüßte, da ſtieg in der Tochter Kuno's der Entſchluß auf, dieſen zu lieben und keinen andern. Aber auch Hugo hatte mit Entzücken Bertha betrachtet, hatte das ſchöne Kind im Geheimen beobachtet, und ſich überzeugt, daß Bertha nicht nur reizend, ſondern auch gut und
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