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„Liebe, liebe Agnes,“ liſpelte das Kind, welches von ihr ſchon manches kleine Naſchwerk erhalten
hatte,„wenn du mich vor dem Melchior ſchützen willſt,
ſo will ich dir ſagen, wer das Haus dort angezün⸗ legung von ihrem Verſteck hinter der Hecke aus
det hat.“
„Werthes Mariechen?“ flüſterte Agnes zurück. „Sei ohne Furcht, du ſtehſt in meiner Obhut.“
„Der Melchior ſelbſt hat's gethan,“ verſetzte das Kind noch leiſer als zuvor,„ich und mein Brüder⸗ chen haben es geſehen, während wir dort hinter jener Hecke ſpielten.“
Agnes hatte genug gehört, um zu wiſſen, was ſie zu thun habe.
„Schließt einen feſten Kreis, ihr Männer,“ rief
ſie laut und gebietend, indem ſie zugleich den Hahn ihrer Piſtole ſpannte,„und antwortet mir klar und verſtändig auf meine Frage. b dieſe Zigeunerin hier das Haus angezündet at 2“
Alles ſchwieg, und Jedweder ſah den Andern an.
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Endlich aber hafteten alle Blicke auf dem wilden
Geſellen, welchen man den Melchior hieß. „Nun, der Melchior hat's geſehen,“ ſagte end⸗ lich eines der Weiber,„und von ihm wiſſen wir's.“ „Haſt du's geſehen, Melchior?“ fuhr Agnes mit
immer lauter und unwilliger werdenden Stimme fort.
„Haſt du's wirklich geſehen, Menſch, mit dei⸗ nen eigenen Augen, und kannſt du's beſchwören?“
„Das kann ich,“ erwiederte dieſer trotzig und
rauh,„aber du haſt kein Recht, mich darum zu fra⸗ gen. Wer ſollte auch daran zweifeln, daß dieſe Zi⸗ geunerin da den Brand angeſtiftet hat?“ Du lügſt, Elender,“ rief jetzt Agnes, und aus ihren Augen blitzte es wie Wetterleuchten.„Du lügſt, Niederträchtiger, denn du ſelbſt, du in eigener Perſon biſt der Brandſtifter. Faßt ihn, ihr Män⸗ ner, reißt ihn zu Boden und bindet ihn. Hier ſtehen die beiden unſchuldigen Zeugen, welche ſeine That mitangeſehen haben, hier dieſe beiden Kinder, denen Niemand eine Lüge zutrauen wird.“
Nun entſtand eine gränzenloſe Verwirrung. Der wilde Melchior nämlich, als er ſich ſo hart beſchul— digt hörte und zugleich ſah, daß ihn die Umſtehen⸗ den Alle mit verdächtigen Augen betrachteten, machte plötzlich einen Satz und durchbrach die Reihen der Männer, indem er mit ſeinen rieſigen Fäuſten rechts und links um ſich ſchlug. Sein Zweck war offenbar, ſich durch die Flucht vor weiterer Unterſuchung zu retten, und ohne Zweifel wäre ihm dies auch gelun⸗ gen, wenn nicht die Piſtole der Agnes geweſen wäre. Die Förſterstochter beſann ſich nämlich keinen Augen— blick, ſondern drückte auf den Fliehenden los und brachte ihm einen Schuß in den Fuß bei, in Folge deſſen der Elende augenblicklich zuſammenbrach. Jetzt ſtürzte ſich Alles auf ihn, und ſo gräßliche Flüche und Verwünſchungen er auch ausſtieß, ſo war er doch im Augenblicke geknebelt und gebunden, und— merk⸗ würdig, jetzt war Jedermann überzeugt, daß nur der Melchior der Brandſtifter ſein könne, denn man erinnerte ſich nunmehr der alten Feindſchaft, die zwiſchen ihm und dem Inhaber des abgebrannten Hauſes ſeit langer Zeit geherrſcht habe, und konnte ſich daher leicht denken, daß Melchior die Abweſen— heit des Stoffelsjörg, welcher heute in aller Früh mit ſeinem Weibe zum Holzmachen in den Wald
gegangen war, benützt haben werde, um ſeine Rache zu kühlen. Dazu kamen noch die Ausſagen der bei— den Kinder, welche die Art und Weiſe der Brand⸗
beobachtet hatten und ganz übereinſtimmend darüber ausſagten.
„Seht ihr jetzt,“ ſagte Agnes in verweiſendem Tone,„daß die Zigeunermutter unſchuldig iſt? So bindet ſie gleich los und laßt ſie frei; den Melchior aber werdet ihr auf einem Wägelchen nach Pfullin⸗ gen transportiren, wo dann das Gericht ſchon das Nöthige anordnen wird.“
Damit war dann Jedermann einverſtanden; allein man konnte doch nur den letzteren Theil des Befehls, — den nänlich, welcher ſich auf den Melchior bezog, ausführen; denn wie man ſich nach der Zigeuner⸗
Wer hat es geſehen, mutter umſchaute, um dieſelbe der Bande, mit denen
man ihre Hände auf den Rücken geſchnürt hatte, zu
entledigen, war ſie verſchwunden und auch nicht die leiſeſte Spur mehr zu entdecken, wo ſie hingekom⸗ men ſei. Doch man kümmerte ſich wenig darum, ſondern ging jetzt daran, den Wagen für den Mel⸗ chior herbeizubringen, und zugleich nach den Trüm⸗ mern des abgebrannten Häuschens zu ſehen; für die Agnes aber war es die höchſte Zeit, ſo ſchnell als möglich, damit ſie die verlorne Zeit wieder einbringe, Reutlingen zuzueilen. Sie ſetzte daher ihr Pferd in einen ſcharfen Trapp, und war bald den Blicken der Anweſenden entſchwunden. Nun liegt aber zwiſchen Ober⸗ und Unterhauſen hart an der Straße, welche deshalb eine Biegung machen muß, ein großer Fels, und wie die Reiterin an dieſen Felſen kam, da machte ihr Pferd auf einmal einen Satz zur Seite, daß ſie faſt aus dem Sattel geworfen worden wäre; vor ihr aber ſtand die Zigeunermutter in dem rothen Mantel und mit dem gelben Turban.
„Tochter der bleichen Sonne,“ ſagte das unheim⸗ liche Weib, die rechte Hand weit ausſtreckend(wie ſich die Frau der bindenden Stricke entledigt hatte, konnte Agnes nicht ſehen).„Du haſt einer Fürſtin das Leben gerettet, ohne daß du es ahneteſt, denn wiſſe, die vor dir ſteht, iſt Zaira, aus dem Ge⸗ ſchlechte Zangor, dem edelſten unter den Kindern Egyptens. Von nun an iſt dir Gewalt gegeben über mich, und ich werde über dir wachen, wie die Ge⸗ ſtirne dort oben über der Erde. Ja, die Tochter aus dem Geſchlechte Zangor kann nicht eher ſchlafen, als bis ſie vergolten hat deinen Edelmuth durch eine That der Gerechtigkeit und des Opfers. Darum nimm hier, was ich dir gebe, und bewahre es auf deinem Herzen, denn nur in dieſem liegt deine Ret⸗ tung aus der dir drohenden Noth.“
Mit dieſen Worten zog die Zigeunermutter ein kleines, eigenthümlich gearbeitetes ſilbernes Pfeifchen hervor und gab es der Agnes, die es mit äußerſter Verwunderung und nicht ohne Angſt betrachtete; allein die ſonderbare Frau kümmerte ſich hierum nur wenig oder gar nicht.„Die Wälder um deines Vaters Behauſung,“ fuhr ſie in derſelben Weiſe wie früher fort,„ſind deine Heimath von früheſter Ju⸗ gend an, und du kennſt alle Wege und Lichtungen in ihnen. Wenn nun kommt die Zeit, da du mei⸗ ner bedarfſt, daß ich dich errette aus deiner Drang⸗ ſal, dann reite fort vom Lichtenſtein in der Richtung des Abendſterns. Laß keine Furcht in dein Herz


