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Rußland,
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Der Kaiſer, der König von Preußen, der
muſtert. Herzog von Wellington, mit ihren glänzenden und zahlreichen Generalſtäben, hatten ſich in der Mitte des Platzes Ludwig's XV. aufgeſtellt, faſt an dem⸗ ſelben Punkte, wo Ludwig XVI. war enthauptet wor⸗
den. Der Blick in eine lange Straße, die gerade auf dieſen Platz ſah, glich einem glühenden Hoch⸗ ofen, da die Sonnenſtrahlen mit außerordentlicher Kraft auf die Waffen der Truppenmaſſe ſchienen, von denen die Straße erfüllt war. Ein Haufen Koſaken hatte ſich mit ſeinen Lanzen vor uns auf⸗ geſtellt und trug durch ſeinen wilden Aufzug nicht wenig bei, das Schauſpiel noch auffallender und ungewöhnlicher zu machen. Denn auf der einen Seite hatten wir die lange Façade der Tuilerieen, die wir durch den Garten und die Wälder von Oran⸗ genbäumen hindurch erblickten, auf der anderen zogen die Truppen unter militäriſcher Muſik heran. Hin⸗ ter uns war eine lange Säulenreihe, die Fronte des Palaſtes der Deputirten, und gerade vor den Mo⸗ narchen ekhob ſich eine prachtvolle Reihe von Ge⸗ bäuden, unter denen man die bronzene Säule unter⸗ ſchied(auf dem Vendöme Platze), durch welche Na⸗ poleon hatte ſeine Siege über die Monarchen von Preußen und Oeſterreich verherrlichen
wollen. Und jetzt hielten gerade dieſe Fürſten in
ſeiner ehemaligen Hauptſtadt Heerſchau über ihre Truppen! Sie können, mein theuerſter Freund, leicht ſelbſt ermeſſen, welche tauſend Gedanken ſich in mei⸗ ner Seele erhoben, als ich der Zeuge einer ſo glän⸗ zenden Scene war, und noch dazu auf einem Platze, der die verſchiedenartigſten Ideenverbindungen noth⸗ wendig erzeugen mußte. Wenn ich Ihnen einen Be⸗ richt über die Geſinnung der Franzoſen— denen ja nichts lieber iſt als ein Schauſpiel— geben ſoll, ſo muß ich Ihnen ſagen, daß nicht hundert Zuſchauer bei jener Revue zugegen geweſen ſind. Uebrigens zweifle ich nicht daran, daß dieſes Land ſich ſehr bald von den Schlägen erholen wird, die es jetzt erlitten hat, denn niemals war ein Boden ſo ſehr von der Natur geſegnet und ſo reich an Wein, Korn und Oel und an der belebteſten Thätigkeit ſeiner Einwohner. Frankreich iſt jetzt der Rieſe in der Fabel, der ſich windet oder vielmehr unter der Laſt der Berge, die man auf ihn geſtürzt hat, liegt, aber zermalmt wird er darum nicht. Iſt er nur erſt von der Laſt der ſechs oder ſieben Mal hunderttauſend fremder Truppen befreit, ſo wird er ſchnell wieder aufrecht daſtehen— wohl ihm, wenn er dann ge⸗ lernt hat, ſeine natürlichen Kräfte nur zu ſeinem eigenen Schutze zu gebrauchen und nicht zum Scha— den ſeiner Nachbarn.“
Misceſlen.
Ein Held im Hoſpital. Es war eine kalte December⸗ nacht und der Wind blies durch die Straßen von London. Wir ſaßen behaglich in dem Wundarzt⸗Zimmer von St. Barnabas, ich, Brown und ein kleiner, ſchmächtiger Mann Namens Jour⸗ dan. Dieſer verfocht mit großer Lebhaftigkeit eine phyſiologiſche Frage gegen uns, und dabei wurden die Flecken auf ſeiner Wange immer röther und ſein Huſten immer heftiger.
Plötzlich ſtürzte eine Wärterin in das Zimmer und meldete, daß einer der Kranken oben ſein Bett verlaſſen habe und wie wahnſinnig herumſpringe.
„Nun, ſo ſchafft ihn wieder hinein.“
„Ich kann nicht, Sir. Er hat ſich der Krücke von dem Kranken im nächſten Bett bemächtigt, und ich wage nicht, mich ihm zu nähern.“.
Wir ſtiegen nun die Treppen hinauf und gelangten nach dem Saal, von wo der Lärm herkam. Die verſchiedenen Pa⸗ tienten ſaßen in ihren Betten aufrecht und ſahen einer langen, hageren Geſtalt zu, die in einem Flanell⸗Schlafrock, mit dem
Rücken am Feuer, das Kinn auf eine Krücke geſtützt, augen⸗
ſcheinlich in tiefen Gedanken daſtand. Sobald er uns erblickte, ſchulterte er beſagtes Stück Holz, vielleicht um zu zeigen, daß er durch dieſe Waffe im Augenblick Herr der Situation war. Ich trat auf ihn zu, aber plötzlich fuhr mir die Krücke über den Kopf und nur mit Mühe wich ich dem Schlage aus. „Mein guter Mann,“ ſagte Brown,„geht jetzt zu Bette;
Wiederum daſſelbe Manöver, und während wir uns nieder⸗ duckten, ſprang der Wahnſinnige raſch hinter uns über ein Bett nach dem andern hinweg, und draußen war er auf dem Gang, ehe wir Zeit hatten, ihn aufzuhalten.
Es war im oberſten Stock, und in der Decke über dem Gang befand ſich zufällig eine Fallthüre, welche auf das Dach führte. Mit der Geſchwindigkeit des Wahnſinns eilte er auf dieſelbe zu, drückte ſie auf, ſchwang ſich hinaus und war auf dem Dache. Wir ſchauten einander an.
„Da haben wir's,“ ſagte Brown,„er wird bald auf der Straße liegen; gegen einen ſolchen Wind hält er nicht Stand.“ „Was für eine Suppe wird der uns einbrocken!“ war mein
lbſtſüchtiger Gedanke. Wir ſtiegen ein paar Trepy⸗ binauf „nd ſteckten den Kopf zur Fallthüre hinaus. Der M ichien 8* 4 ₰
hell, der Wind heulte um die alten Kamine und dann und wann fiel ein lockerer Ziegel vom Dach auf die Straße.
„Bei Gott,“ ſagte Brown,„er muß ſchon gefallen ſein; ich ſehe ihn nirgends. Laßt mich einmal ſchauen. Ah, dort! Himmel! Wie konnte er dahin gelangen, bis an's Ende des alten ſpitzen Daches, über die ſchluͤpfrigen Ziegel?“
Dort ſtarrte der Mann den Mond an; bei jedem Windſtoß wankte ſein Körper, aber er ſtand ſchnell wieder feſt, in der ganzen Kraft des Wahnſinns, zu dem Geſtirn emporgerichtet, deſſen vermuthlicher Einfluß auf ſolche Unglückliche wie er, einer der ſchrecklichſten Krankheiten ſeinen Namen gegeben hat. Was konnten wir thun? Wärterinnen, Portiers waren am Fuß der Treppe verſammelt. Das Gefühl der Verantwortlichkeit drückte uns ſchwer. Da ſchob ſich Etwas auf der Treppe an mir vor⸗ über, und jetzt erſt bemerkte ich, daß Jourdan ſich uns wieder angeſchloſſen hatte. Durch einen heftigen Huſtenanfall war er zurückgehalten worden, als wir uns nach dem Krankenſaal be⸗ gaben. Ich ſah ſein funkelndes Auge und vernahm ſeinen keu⸗ chenden Athemzug, als er mir ein Paar Halbſtiefel in die Hand ſteckte. War er auch wahnſinnig, daß er an einem ſolchen Ort ſeine Fußbekleidung auszog?
„Ei, Jourdan, was—“
„St!“ ſagte er, während er ſich durch die Fallthüre hinauf⸗ ſchwang und auf dem Dache Fuß faßte. Wir ſahen jetzt, daß er den Wahnſinnigen hereinholen wollte.
Dieſer war, wie geſagt, ein großer, ſtarker Mann, im Zu⸗ ſtand akuten Wahnſinns; unſer Freund klein und ſein von Natur ſchwächlicher Körper durch Krankheit noch mehr angegriffen. Er befand ſich auf der Spitze des Daches; ein Windſtoß kam; er ſank nieder, hielt ſich aber an, ſtand wieder auf und ſchritt wie auf einem ſtraffen Seil dahin.
Der Wahnfinnige ſchien ihn nicht zu bemerken. Unſer Herz klopfte vor Angſt, wie vor Scham. Die Möglichkeit einer ſol⸗ chen That war uns niemals in den Sinn gekommen. Jetzt nähert er ſich dem Wahnſinnigen; dieſer dreht ſich halb um und wirft wie herausfordernd ſeine Arme vor. Aber Jourdan hält dies nicht auf. Ihr Schatten verfließt jetzt auf dem Dach in
einander. Der Wind ſcheint lauter zu heulen, und unſere Augen
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vermögen die Gegenſtände weniger zu unterſcheiden.
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