Jahrgang 
1860
Seite
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Schritte von mir. Ich ließ ſie noch einige Schritte herankommen, zielte dann auf den Mann, welcher das Pferd führte, ſchoß und ſah ihn ſogleich zu Boden fallen. Dann legte ich auf den zweiten Kaf⸗ fer an und ſtreckte ihn gleichfalls nieder.

Nun, hätte der dritte Mann gewußt, daß ich keine andere Waffe beſaß, als die leere Flinte, welche ich zu laden mir nicht gern Zeit nahm, ſo würde er wahrſcheinlich mir auf den Leib gerückt ſein und mich mit ſeiner Aſſagaie niedergeſtoßen haben. Mir war bekannt, daß, wenn ich das geringſte Zeichen von Furcht merken ließ, er auf die Vermuthung ge⸗ rathen mochte, daß meine Flinte nur die Kraft hatte, zwei Schüſſe zu geben; ſo aber beſaßen dieſe Kaf⸗ fern ſo wenig Kunde von Feuerwaffen, daß ſie nicht ſicher waren, wie oft man, ohne zu laden, feuern konnte. Ich ſprang alſo unmittelbar nach dem zwei⸗ ten Schuß aus meinem Verſteck hervor und zielte mit meiner Flinte auf den letzten Kaffer. Dieſer nahm ſich keine Zeit, genauer nachzuſehen, ſondern ſprang von einer Seite zur andern, gleich einem Narren, und eilte zuletzt auf dem Pfad hinweg, den er eben gekommen war.

Zwar hatte ich mir jene Leute vom Halſe ge⸗ ſchafft, aber damit war von meinem Werk nur wenig gethan, denn ich blieb noch im Ungewiſſen, ob das Pferd ſich von mir fangen ließe. Galoppirte es da von oder zeigte es ſich ſcheu, ſo gerieth ich in noch ſchlimmere Lage als zuvor, weil die Zulus dann wußten, daß ein unberittener weißer Mann in ihrer Nähe war, den ſie leicht umſtellen und erſchlagen konnten. Das einzige Mittel, um das Pferd ein⸗ zufangen, war, ſich ihm ſehr langſam zu nähern, ohne es zu erſchrecken; und dies wurde die härteſte Prüfung für meine Geduld, die ich je zu beſtehen hatte. Jede Minute war nun von Wichtigkeit. Der Knall meiner Flinte mußte die Leute im Dorfe auf⸗ merkſam gemacht haben; der entflohene Kaffer ent⸗ deckte ihnen meine vereinzelte Lage; ein Verzug von wenigen Minuten konnte mir unbarmherzige Qualen und einen ſchrecklichen Tod zuziehen, und doch wußte ich wieder, daß Eile Alles verderben würde.

Als der Kaffer, welcher das Pferd führte, zu Boden fiel, trabte das Thier etwa fünfzig Ellen hinweg und begann dann zu graſen. Als ich ihm näher kam, hob es den Kopf und wich langſam zu⸗ rück. Ich hielt ſogleich an, und ging dann ruhig

herum, als ob mir gar nicht darum zu thun wäre,

es in meine Gewalt zu bekommen. Nachdem ich zwei⸗ oder dreimal, immer etwas näher rückend, die Runde um daſſelbe gemacht hatte, wagte ich endlich, darauf zuzugehen.. Nun habe ich oft bemerkt, wenn man auf ein Pferd ſehr langſam zuging, immer mit den Worten: Ah, gutes Pferd, gutes Pferd' oder dergleichen, ſo ſchöpfte das Thier gewöhnlich Argwohn und zog ſich langſam zurück. So lud ich alſo im Vertrauen, daß der Schimmel ein gutes Jagdpferd wäre, ganz nahe bei ihm meine Flinte, ſchritt dann gerade auf das⸗ ſelbe zu, als ob wir alte Freunde wären, und nahm nur darauf Bedacht, ihm von der linken Seite bei⸗

zukommen. Zu meiner größten Freude hob es den Kopf, hielt aber vollkommen ſtill. Ich faßte 9 Zügel, ſprang auf ſeinen Rücken und galoppirtédm einem herzlichen ‚Trecke davon.

Während ich meine Flinte lud, konnte ich das Geſpräch einiger Zulus in der Ferne hören: ſie riefen einander von den Hügeln zu, und es wurde mir deutlich, daß es eines ſcharfen Rittes und eines wachſamen Auges bedurfte, um den Banden zu ent⸗ kommen, welche bereits darauf ausgingen, ſich des Beſitzes aller Uebergänge über ain Flüſſe zu ver⸗ ſichern, während die, welche wenig chtfüßig waren, mich von den Hügelſpitzen beobachken würden; aber nun, da ich auf dem Rücken eines Pferdes ſaß, fühlte ich mich geborgen. Der Schimmel galoppirte ſtark und hielt gleich Eiſen unter mir, und ich hatte in Kurzem über drei oder vier Meilen zurückgelegt; aber nun gab es ein böſes Stück Buſch zu paſſiren, und ich argwohnte, daß der Feind hier auf mich wartete.

Als ich etwa noch eine Viertelmeile von dem Buſch entfernt war, der ſich, wie ich ſah, nur etwa hundert Ellen ausdehnte, ſprang ich vor, als wollte ich mich umſchauen, aber in Wirklichkeit nur, um zu erforſchen, ob nicht ein anderer Pfad, als derjenige, auf welchem ich herankam, durch den Buſch führte. Ich gewahrte einen ſolchen eine Strecke weit links. So ritt ich denn auf dieſen zu, wie wenn es meine Abſicht wäre, ihn einzuſchlagen. Mein Plan gelang, denn augenblicklich ſah ich mehrere ſchwarze Köpfe ſehr ſchnell von dem Pfad, den ich offenbar bisher eingehalten hatte, nach dem ſich wenden, wo ich ihrer Erwartung nach herankommen mußte.

Ich ritt ſehr langſam vorwärts, als hätte ich nichts geſehen; aber als ich bis auf etwa fünfzig Ellen dem dichten Buſch nahe gerückt war, drehte ich mein Pferd und ritt in vollem Galopp dem andern Pfade zu, und ſprengte durch die Büſche, zum Glück ohne Unterbrechung. Ein wilder Aufſchrei von we⸗ nigſtens fünfzig getäuſchten Zulus begrüßte mich, als ich auf der andern Seite zum Vorſchein kam; denn ich hatte ihren Hinterhalt von dem einen auf den andern Pfad geleitet und war ſo entkommen. Ich ließ die nächſten zwei Stunden mein Pferd ſtark auslaufen, ſah aber weder Freund noch Feind, bis ich auf die Abtheilung ‚Menſchen' ſtieß, welche nach der Bai eilten, um, ſei es zu Wagen oder an Bord eines Schiffs, zu retten, was ſie konnten; denn wir wußten, daß die Zulus ſpäteſtens in ein paar Tagen hinter uns her ſein würden.

Ich bin in manchem ſcharfen und harten Kampf ſeit jenem Tag geweſen, und auf dieſen oder jenen iſt es mir nicht ſehr angenehm zurückzuſchauen; aber wie ich zu Anfang geſagt habe, das erſte Gefecht, wie alles Erſte, was wir beginnen, gräbt ſich am tiefſten in das Gedächtniß ein, und ſo kann ich mich auch jedes Anſtandes in Bezug auf jenen erſten Zu⸗ ſammenſtoß mit dem Feind erinnern, und weiß jeden Vorfall genau anzugeben, ohne nur einen Punkt da⸗ bei zu übergehen, oder ſogar die Gefühle, welche mich damals anwandelten, zu vergeſſen.

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