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welcher wir nun die Rolle des Berichterſtatters über⸗ nehmen wollen, wie wir mehr als einmal die Rolle des Zuhörers geſpielt haben.
„Als ich zuerſt in das Land der Natal⸗Bai kam, ſtanden die Dinge ganz anders, als ſie heutzutage ſind; es waren nicht ſo viel Kaffern im Lande, aber es gab auch keine Weißen außer unſerer Geſellſchaft von„Menſchen“.
„Wildpret war in Menge vorhanden; Rehe und Elenne auf den Hügeln, wo jetzt Pietermoritzburg ſteht; Elephanten weideten zu Eusdoros, Flußpferde ſchwärmten längs der Ufer des Umganie und in dem Seekuh⸗See; und manches Ungeheuer, das jetzt ab⸗ gelegene Zufluchtsſtätten geſucht hat, ließ ſich in der Nachbarſchaft der Bai ſehen.
„Ich errichtete nur eine bienenkorbartige Hütte nach Art der Kaffern auf dem offenen Grund am Umbilo, und bebaute ein kleines Stück Feld dabei; aber da ich ein Geſpann von fünf Ochſen und einen Wagen hatte, gedachte ich nicht ruhig auf einem Fleck zu verharren. Die, welche immer in ihren Hütten oder in Städten eingeſchloſſen bleiben, wiſſen kaum, was Leben iſt. Gebt mir eine hübſche offene Fläche, ein Pferd unter mir, fünfzig Meilen Raum rings herum, und dann fühle ich mich frei.
„Gut, ich hatte ungefähr drei Wochen am Um⸗ bilo gewohnt, als mein Hottentotte Plachè eines Tags in großer Angſt zu mir kam, und mir erzählte, er habe die dickſte Schlange, die es jemals gab, ge⸗ ſehen. Sie ſei über den Umbilofluß gegangen und habe ſich in ein langes Schilfgeröhrig etwa eine halbe Meile von meiner Hütte zurückgezogen. Er ſetzte hinzu, der Kopf der Schlange ſei ſchon auf der einen Seite am Lande geweſen, während der Schwanz noch über dem Umbilo drüben ſich befand. Nun, der Fluß iſt nicht ſehr breit, aber wenn der
Mann mir die Wahrheit ſagte, ſo mußte die Schlange über dreißig Fuß lang ſein. Ich wußte, daß eine
Art Boa Conſtrictor in der Gegend vorkam, denn
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ich hatte eine von ſechszehn Fuß Länge geſchoſſen,
f als ich von der alten Colonie nach der Bai kam.
„Ich nahm mir nicht die Mühe, nach der Schlange
zu ſehen, denn der große Sumpf mit ſeinem langen
Schilf dehnte ſich über eine Meile längs dem Fluß⸗
ufer aus, und hatte Raum genug, um fünfhundert Schlangen zu verbergen.
„Etwa einen Monat nach Plache's Zuſammen⸗
treffen mit der Schlange fiel der Regen in Str
men, der Fluß ſtieg und überfluthete den ganzen Sumpf. Das nächſte Stück trocknen Landes an dem Fluß war die kleine Anhöhe, die ich umgegraben und angeſäet hatte, und worauf meine Hütte ſtand. „ines Abends während der Zeit der Fluth kehrte ich von der Jagd zurück, gerade da die Sonne im Untergehen war. Ich hatte einen Bock geſchoſſen, den ich auf dem offenen Grund im Berea-Buſch fand. Plaché war bei mir, und ich ließ ihn und einen Kaffer zurück, das Thier nachzubringen, während ich allein heimkehrte, ein Feuer zu m und die Koch⸗ töpfe in Bereitſchaft zu ſetzen. 1
„Ich bemerkte, daß das 3 1 ſehr hoch war und nicht mehr als einen Raum von hundert Ellen um meine Hütte freigelaſſen hatte, der jedoch immer noch zehn bis zwölf Fuß über die Waſſerfläche ſich erhob. Ich lehnte meine Flinte draußen an die
Feierſtunden. 1860.
Hütte und kroch unter die Thüre des Kraals. Nun muß man wiſſen, daß dieſe Gebäude ihr Licht nur durch die Thüre erhalten, wenn ich alſo die alleinige Oeffnung ſchloß, im Innern ziemliche Finſterniß herrſchte. Ich wußte, daß meine Stahl⸗ und Feuer⸗ ſteinbüchſe im Strohdach ſteckte, und konnte alſo da⸗ mit Licht erhalten, im Fall die Aſche in der Mitte der Hütte, wo gewöhnlich das Feuer ſich befand, nicht noch glimmte.
„Ich entdeckte, als ich zuerſt in die Hütte trat, keinen Funken unter der Aſche, und da der Abend ſchon vorgerückt war, dachte ich, es möchte überhaupt ſchwer halten, Feuer zu bekommen, weil der Thau ſo ſchwer fiel, daß alles Holz, ſelbſt innerhalb der Hütte, feucht wurde; ſo legte ich mich nieder und blies in die Tannenholzaſche, um wo möglich noch eine Flamme anzufachen.
„Während ich damit beſchäftigt war, kam es mir vor, ich höre Etwas unter den Teppichen, die ſeit⸗ wärts in der Hütte lagen, ſich bewegen. Ich ſchaute nach der Stelle, und erkannte zu meinem Schrecken eine rieſige Schlange, die beinahe ſo dick als ich um den Leib ſchien. Das Thier lag unter meinem Bett zuſammengerollt, hatte aber etwa drei Fuß Kopf und Hals herausgeſtreckt und ſpitzte auf mich ſeine gabelförmige Zunge, die dann und wann einen oder zwei Zoll aus dem Munde hervorſchoß.
„Im Augenblick, da ich das Ungeheuer erblickte, ſprang ich auf meine Füße und ſchaute mich nach einer Waffe um, aber da war Nichts zur Hand. Meine Flinte hatte ich draußen hingeſtellt, mein großes Meſſer hatte ich Plaͤché gelaſſen, um den Bock aufzubrechen, und ich war in der That wehr⸗ los. Ein kalter Schauder überfiel mich, als ich mich ſolchergeſtalt von dem Stand der Dinge überzeugte; die Thür der Hütte war nur zwei Fuß hoch; ich konnte alſo nur kriechend hinauskommen, und wußte gewiß, daß die Schlange, ſobald ich mich nieder⸗ beugte, auf mich losſchießen würde.
„Ich wußte nicht genau, welche Kraft dieſe Schlangen beſaßen; ich hatte nur ſo viel gehört, daß ſie ausgewachſene Kälber tödten und einen Bock zerdrücken und verſchlingen konnten, und war deß— halb der Meinung, ein Ungeheuer wie dieſes würde kurzen Prozeß mit mir machen. Ich konnte kämpfen und mich wehren, aber unbewaffnet, was blieb mir übrig?
„Wie lange ich daſtand und auf die Schlange ſchaute, weiß ich nicht, aber viele Sekunden konnte es nicht geweſen ſein, wiewohl es mir gleich eben ſo vielen Minuten ſchien; plötzlich fiel mir ein, daß mein Kaffer mich einige Tage zuvor um die Erlaub⸗ niß gebeten hatte, eine Aſſagaie in meiner Hütte aufzubewahren, weil der Nachtthau, wenn die Waffe ihm ausgeſetzt wäre, die Klinge daran roſtig machen würde. Hier blieb mir alſo noch eine Hoffnung, denn mir war bekannt, daß der Mann ſeitdem die Aſſagaie nicht fortgenommen hatte.
„Ich wagte kaum, die Augen von der Schlange abzuwenden, aus Furcht, ſie möchte auf mich los⸗ ſchießen; aber indem ich verſtohlen meinen Blick pben an der Hütte herumlaufen ließ, bemerkte ich, daß der Handgriff der Waffe aus dem Strohdach hervor⸗
ragte und beinahe im Bereich meiner Hand war.
Etwas ſchien mir zu ſagen, daß im Augenblick, da
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