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daß er ſich zum fwerfen darf? biſt des Todes
„ach! was iſt doch der Menſch, Blutrichter über ſeines Gleichen au Wer darf zu dem Bruder ſagen: du ſchuldig? Gott allein gehört die Rache; nur Er, der Leben gibt, darf auch den Tod geben. Er er⸗ ſetze dir nun auch, armer, unſchuldig Gemordeter, mit der unendlichen Freude eines ſeligen Lebens den bittern Märtyrertod, den du hienieden haſt leiden müſſen!“
Der Pfarrer von Aalſöe fühlte ſich in dem vor⸗ liegenden Falle, wo höchſtens ein zweites Leben ver⸗ nichtet worden wäre, ohne daß dadurch ein ſchuldlos zerſtörtes Daſein wieder hätte zurückgerufen werden können, nicht berufen, den zerknirſchten und reuigen Sünder dem Gerichte anzuzeigen, und dieſes um ſo weniger, als der Amtsvogt Erik Söfrenſen noch am Leben war. Dieſen, ehe er dahingegangen war, wo Alles an's Licht kommen wird, was unſern ſterb⸗ lichen Augen noch verborgen iſt, über ſeinen ſchreck⸗ lichen Irrthum aufzuklären: das erſchien dem Pfarrer allzu grauſam. Er richtete daher ſeine Mühe mehr dahin, dem zurückgekehrten bedauernswürdigen Men⸗ ſchen den Troſt der Religion zu ſpenden, und er⸗ mahnte ihn, als dies geſchehen war, alles Ernſtes, ſeinen Namen und die ganze Begebenheit vor Jeder⸗ mann zu verſchweigen. Unter dieſer Bedingung ver⸗ ſprach er ihm Obdach und Pflege bei einem Ver⸗ wandten, der in einer weit entfernten Gegend wohnte. Seine Bemühungen waren indeſſen alle vergeblich.
Der folgende Tag war ein Sonntag. Als der
Die gefahren im Buſch.
Es gibt für den Liebhaber des Wilden und Ma⸗ leriſchen wenig intereſſantere Scenen, als einen„Aut⸗ ſpan“ in der afrikaniſchen Wildniß. Autſpan iſt der Colonialname für das Bivuak. Hier ſammeln ſich am Abend Reiſende oder Jäger, nehmen Theil an dem rauhen Mahle und genießen der Ruhe bei Nacht.
Ein Autſpan bildet eine buntſcheckige Gruppe, denn gewöhnlich findet man in einer Geſellſchaft engliſche Sportsmen, holländiſche Farmer, Kaffern und Hottentotten als Diener, und Halbblut zwiſchen ihnen. Die Pferde und Ochſen ſind entweder an den Wagen angebunden, oder läßt man ſie in der Nähe graſen. Hunde von allen Varietäten, deren Genealogie einen Hunde⸗Herold in Verlegenheit brin⸗ gen würde, geben eifrig auf die Küchenvorgänge Acht, während die weißbedeckten Wagen und zwei oder drei Zelte die äußere Umgebung der Gruppe bilden.
Selbſt in der fernen Wüſte Afrika's wird der Unterſchied zwiſchen Menſch und Menſch nicht außer Augen gelaſſen. Da iſt der zuſammengeſchrumpfte Hottentotte, der mit aller ſchuldigen Demuth den wohlbeleibten, wohlwollenden, aber unwiſſenden hol⸗ ländiſchen Boer bedient. Dort iſt der Kaffer oder Fingoe, der ſeine Befehle von dem Hottentotten em⸗ pfängt. Es würde ſchwer anzugeben ſein, wie dieſe
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Pfarrer ſpät Abends von einem ſeiner Filiale, wo er den Nachmittagsgottesdienſt gehalten hatte, nach Hauſe zurückkam, war der Bettler verſchwunden, und ehe es Montag Abend wurde, wußte man das Er⸗ eigniß ſchon in der ganzen Nachbarſchaft. Von ſei⸗ nem unruhigen Gewiſſen getrieben, war er nach dem Amthauſe geeilt und hatte ſich dem Amtsvogt und allen Bedienten des Hauſes als den wirklichen Niels Bruns vorgeſtellt. Den Amtsvogt traf vor Schrecken der Schlag, und er ſtarb noch vor Ende der Woche; Niels Bruns aber wurde am Dienſtag Morgen vor der Thüre der Kirche zu Aalſöe, auf dem Grabe des ſeligen Pfarrers Söfren Quiſt, todt gefunden.— Die Erzählung dieſer Begebenheit gründet ſich auf Aktenſtücke, welche ſich zuerſt und lange Zeit nachher noch in der Gerichts⸗ und Pfarr⸗Regiſtratur zu Aalſöe befanden, ſpäter aber in das Archiv des k. Juſtizminiſteriums nach Kopenhagen gebracht wor⸗ den ſind. Sollte einer unſerer Leſer die Aechtheit dieſer Aktenſtücke in Zweifel ziehen, ſo wird er in der Gegend ſelbſt die volle Beſtätigung der Wahrheit des von uns Erzählten finden. Die Sage aber, die ſich dort bis heute noch im Munde des Volkes er⸗ halten hat, läßt die Geiſter der beiden Brüder, den wilden, trotzigen Morten und den krüppelhaften Bett⸗ ler in ſeinem abgetragenen Kamiſol, auf der Aalſöer Haide umwandeln und ſich gegenſeitig als die Ur⸗ heber des ungeſühnten und nicht zu ſühnenden Juſtiz⸗
mordes anklagen. 4
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Stufenleiter des Rangs entſtanden iſt, aber jedes Individuum ſcheint den beinahe ſelbſtaufgelegten Ver⸗ pflichtungen bereitwilligen Gehorſam zu leiſten.
Wir wollen einen afrikaniſchen Autſpan, in dem eine Geſellſchaft Jäger verſammelt iſt, beſuchen und einige der Erzählungen anhören, wie ſie unter die⸗ ſen Männern, deren Leben unter den wildeſten Sce⸗ nen verläuft, vorkommen. 1 wohlerworbenen Wildpret geſättigt, und ſind jetzt in einem der Zelte verſammelt, von dem die tröſtende Pfeife ihren Duft in die Wüſte aushaucht. Nur die Elite der Geſellſchaft befindet ſich hier, denn es wäre nicht viel weniger als ein Majeſtätsverbrechen, wenn ein„Totty“ oder Kaffer ſich herausnähme, jene geweihten Räume zu betreten, oder in das Geſpräch des Herrn ſich zu miſchen. Bücher werden von den holländiſchen Boers nicht viel geleſen, aber jedes Individuum trägt in ſeinem Kopf ſo viel Anenneon mit ſich herum, als hinreichend ſind, um eine tereſſanten Band perſönlicher Abenteuer zu b Anſtatt alſo ihren Abend mit Durchblättern Buchs zuzubringen, erzählen die Jäger ode ſenden ſolche Ereigniſſe aus ihrem Leben, der Mehrzaßl ihrer Zuhörer wahrſcheinlich unbe ſind.
Ein holländiſcher Boer, über das mittlere hinaus, mag zuerſt ſeine Geſchichte erzählen
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