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haben?“ Allein, ohne hierauf im Mindeſten zu ach⸗
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finden,“ ſchrie Morten Bruns auf, es iſt Niel's Hut, den kenne ich.“
Da war es dem Richter, als würde ſein Blut zu Eis; all ſeine Hoffnung war mit einem Male vernichtet.„Grabt! Grabt!“ rief der furchtbare Bluträcher, während er ſelbſt aus vollen Leibeskräften ſich anſtrengte. Der Pfarrer war blaß wie eine Leiche geworden, unabgewandt heftete er die weit aufgeſperrten Augen auf die gräuliche Stelle. Wie⸗ der ein Ausruf des Schreckens; eine. Hand ſchien ſich aus der Erde gegen die Grabenden emporzu⸗ ſtrecken.„Seht, ſeht,“ rief Morten Bruns,„er reicht nach mir! Ja, warte nur, armer Bruder, du ſollſt gerächt werden.“
Bald war die ganze Leiche ausgegraben; es war wirklich der Vermißte. Das Geſicht war zwar nicht mehr kenntlich, denn es war ſchon in Verweſung übergegangen, und ohnedieß das Naſenbein geſpal⸗ ten und flachgedrückt; allein alle Kleidungsſtücke bis auf das Hemd mit dem eingenähten Namen, wur⸗ den ſogleich von dem geſammten Mitgeſinde erkannt; ſogar ein bleierner Ring am linken Ohre ſtellte ſich als derjenige heraus, den Niels Bruns ſchon ſeit mehreren Jahren immer getragen hatte.
„Na, Pfarrer!“ rief Morten,„kommt nun her und legt die Hand auf den Todten, wann Ihr den Muth habt!“.
)„Allwiſſender Gott!“ ſeufzte der Pfarrer, die Augen zum Himmel erhebend,„du biſt mein Zeuge, daß ich unſchuldig bin; ihn geſchlagen, ja, das habe ich, doch nicht anders, als daß fortlaufen konnte, hund das muß ich bitter bereuen. Wer ihn aber hier begraben hat, das mag der wiſſen, der Alles weiß!“
„Jens Lorſen wird es auch wiſſen,“ rief Morten Bruns,„und vielleicht wiſſen es noch Mehrere.
Statten, riß Einem von ihnen den Spaten aus der Hand und arbeitete ſelbſt mit vielem Eifer. Als ſie einige Spatenſtiche tief hinuntergekommen waren, wurde der Boden ſo feſt, daß es ſich deutlich heraus⸗ ſtellte, wie hier vielleicht ſeit vielen Jahren nicht mehr gegraben worden war. Alle freuten ſich, Einen ausgenommen,— und der Pfarrer ſich am meiſten. Er begann ſchon über ſeinen Ankläger zu triumphi⸗ ren und rief ihm ſpottend zu:„Habt Ihr Etwas gefunden, Ihr Ehrenſchänder?“
Morten gab keine Antwort; nachdem er ſich aber einen Augenblick bedacht hatte, rief er:„Jens Lor⸗
ſen, ſagt an, an welcher Stelle habt Ihr den Pfar⸗ rer graben geſehen?“
Geſinde dieſes Hauſes zu verhören; doch erwarte ich vor Allem“— und hiebei deutete er auf den Pfarrer—„daß Ihr dieſen Wolf in Schafskleidern in ſichere Verwahrung bringen werdet.“—
Der Richter konnte, er durfte. nicht langer zweifeln; die Sache lag gar zu offendan da; es war
Jens Lorſen hatte bisher mit gefalteten Händen der Grabarbeit ſtill und theilnahmlos zugeſehen. Bei der Anrede des Bruns erwachte er wie aus einem Traume, ſah ſich eine Weile um und zeigte dann nach einem Winkel des viereckigen Stückchen Landes, welches die kleine Verſammlung umſtand.
die Erde ſinken. Er war eben im Begriffe, dem Pfarrer zu ſagen, daß er ſich bereit halten müſſe, in das Gefängniß zu gehen, als dieſer ſelbſt ihn b anredete. „Mir däucht, daß es hier war,“ dumpfer Stimme vernehmen.
„Was ſagſt du? Jens!“ rief plötzlich der Pfar⸗
rer, höchſt aufgebracht,„wann ſoll ich hier gegraben
ließ er ſich mit Richter,„denn dieß iſt ein Werk des Teufels und ſeiner böſen Engel. Doch, es lebt noch Einer, der wohl meine Unſchuld an den Tag bringen wird. Kommt, Herr Amtsvogt! in Eiſen und Banden will ich deſſen harren, was der Allmächtige über mich armen Sünder verhängt; bhringet menger Tochter Troſt, und bedenkt, daß ſie Euce Vertk Kaum hatte der Pfarrer dieſe Wor als man hinten ein Geſchrei und ein nahm. Es war Metta, die Braut des lag ohnmächtig auf der Erde da. S. ſie auf und ſchloß ſie in ſeine Arme. Anfangs für todt, allein der Vater und trug ſie hinein. In demnſelber wurde der Richter wieder zu dem To um eine Kopfwunde deſſelben zu be
ten, rief Morten Bruns die Leute zu dem angedeu⸗ teten Winkel hin. Hier lagen verwelkte Kohlſtrünke, Zweige und allerlei Scherben, die erſt aus dem Wege geräumt werden mußten; dann nahm das Graben auf's Neue ſeinen Anfang.
Der Richter ſtand ganz ruhig und zufrieden, mit dem Pfarrer von dieſer Sache und von der Strafe redend, deren ſich der Ankläger ſchuldig gemacht, als einer der Burſche ausrief:„Ach um Chriſti Kreuz willen!«— Alle ſahen hin; der Kopf eines Hutes war zum Vorſchein gekommen.
„Hier werden wir wohl den, welchen wir ſuchen,
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ihm, als müßte er vor Schrecken und Abſcheu in
Herr Amtsvogt, es liegt nun wohl Euch ob, das
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„Der Schein iſt gegen mich,“ ſagte er zu dem


