Jahrgang 
1860
Seite
6
Einzelbild herunterladen

durch ihe zurückſagen ließ.

ein Opiat genommen hat, an ſeine Gegenwart er innerte, ſo war doch auch noch ein anderer Gedanken ſtrom vorhanden, welcher ihm die ganze Nacht hin durch keine Ruhe ließ. Er befand ſich auf dem Weg, Jemand aus dem Grabe herauszugraben.

Die Schatten der Nacht zeigten ihm allerdings unter der Menge der Geſichter, die ſie ihm vor⸗ führten, das Wahre der begrabenen Perſon nicht; dafür aber vergegenwärtigten ihm Alle die Umriſſe

ſächlich durch den Ausdruck der Leidenſchaften und V ihres unheimlichen Weſens ſich von einander unter⸗ ſchieden. Stolz, Verachtung, Trotz, Starrſinn, Unterwürfigkeit und Jammern kam der Reihe nach; ebenſo der Wechſel in den eingeſunkenen, leichen fahlen Wangen und in den abgezehrten Körperformen. Das Geſicht blieb jedoch in der Hauptſache daſſelbe,

und jeder der Köpfe war vor der Zeit weiß gewor⸗ den. Wohl hundertmal fragte der ſchlummernde Reiſende dieſes Geſpenſt:

Wie lange ſchon begraben?

Und Weiſe:

Faſt achtzehn Jahre.

Habt Ihr alle Hoffnung aufgegeben, ausgegraben zu werden?

Längſt.

Ihr wißt doch, rufen ſeid?

So höre ich. 4

Ich hoffe, dies hat einen Werth für Euch? ſah

»Ich weiß darauf nichts zu ſagen. ter

Soll ich ſie Euch zeigen? Wollt Ihr mich zu ihr begleiten?

Die Antworten auf dieſe den und widerſprechend. brochene Erwiederung:

daß Ihr in's Leben zurückge⸗

b

Frage waren verſchie⸗ ſich

Bisweilen lautete die ge⸗ Halt! Es würde mich tödten,

63

Bildern hervor, das er abermals anredete:

Euch.

einer der Mitreiſenden durch eine ungedu eines Mannes von fünfundvierzig Jahren, die haupt⸗ dehans mahnte, er ſolle das ziehen. die Lederſchlinge und machte ſich Gedanken beiden ſchlummernden Geſtalten, bis zuletzt PGeiſt

graben zu werden?

z0 9; Ohren, wie nur irgend ein jedesmal lautete die Antwort in der gleichen Wort, als der müde Reiſende zu dem Beßſein

erwachte, daß es Tag und die Schatten dqacht dahin ſeien.

aufgehenden Sonne hinaus.

eingepflügten Landes und der ſelben Stelle, wo man am Abend ausgeſpannt hatte, auf dem Acker.

den Zweigen zitterten. feucht, der Himmel aber klar, und die Sonnchob

Sonne aufblickend.

trat dann wieder das geſpenſtigeſicht

Wie lange ſchon begraben? Faſt achtzehn Jahr. 1 Ich hoffe, das Leben hat noch einen h für

Weiß nicht.

Und er grub, grub, grub immerfort) ihn Be⸗ Fenſter wi auf Dann legte er ſeinen Arm auf'sſe in

die

wieder von ihnen abkam und abermals ſiß die Bank und zu dem Grabe verirrte.

»Wie lange ſchon begraben?«

Faſt achtzehn Jahre.

Hattet Ihr alle Hoffnung aufgegeben sge⸗

Längſt.

Dieſe Worte dröhnten noch ſo deutlich iſnen

wirklich geſpenes

Er ließ das Fenſter nieder und ſchaute der Da war einſrich Pflug noch der⸗ zuvor die frde

Jenſeits dſben man ein Buſchwäldchen, in dem noch viehlät⸗

von brennendem Roth oder goldigem Gan Die Erde war kaßund

in ruhiger Pracht.

Achtzehn Jahre! ſagte der Paſſagier der

Barmherziger Schöpfſdes

3 3 1 Tages! 2 J t wenn ich ſie zu bald ſähe. Ein andermal wurd Kades lchtzehn Jahre lang lebendig begra zu ſie durch einen milden Thränenregen eingeleitet 8

klang:Nehmt mich zu ihr. Bisweilen folgte afff die Frage ein wirres Glotzen und die Entgegnung: Ich kenne ſie nicht verſtehe Euch nicht.

Unter ſolchem eingebildeten Zwiegeſpräch konnte der Paſſagier in ſeiner Phantaſie graben, graben und graben jetzt mit einem Spaten, jetzt mit einem großen Schlüſſel, oder wohl gar mit den Händen um das unglückliche Weſen herauszuſchaffen. Und war es endlich, Geſicht und Haare mit Erde beklebt, gehoben, ſo verfiel es plötzlich wieder zu Staub. Der Paſſagier konnte dann zuſammenfahren und das Fenſter niederlaſſen, um ſich durch den Regen und Nebel, die ſeine Wangen feuchteten, an die Wirk⸗ lichkeit erinnern zu laſſen.

Doch ſelbſt wenn ſeine Augen ſich für den Nebel und Regen, für den beweglichen Lichtſtreifen auf der Straße und für die ſtoßweiſe weiter und weiter zu⸗ rückweichenden Heckenpartieen am Wege aufthaten, pflegten die Nachtſchatten außerhalb der Kutſche mit dem Gange der Nachtſchatten im Innern wieder zu⸗ ſammenzutreffen. Da ſtand vielleicht das wirkliche Bankhaus bei Temple Bar, das wirkliche Geſchäft des abgelaufenen Tages, der feſte Kellerraum, der ihm nachgeſchickte Eilbote und die Antwort, die er

Und mitten aus dieſen

man

ſchen

wegs

ner?

glücklich Dover erreichte, öffnete wie gewö

Oberkellner des Royal George Hotel den ſchlag. Schnörkel, denn im Winter war eine Poſtreiſvon London her ein Unternehmen, zu deſſen Vollbri

Als der Poſtwagen im Lauf des 6 gs

Dießmal galt die Gratulation nur einem e Paſſagier, denn die zwei anderen

Das moderige Innere des Wagens ſchmutzigen Stroh, ſeiner Dunkelheit nahm ſich ungefähr wie einſoßer Hundeſtall aus, während Mr. Lorry, der t als er ſich aus dem herausſchüttelte, in den dichten, zottigen Umhüll den niederhängenden⸗

ſpritzten Beinen den dazu gehörigen Hund vo konnte.

Geht morgen ein Paketſchiff nach Galniß Kell⸗

4. Kapitel. Die Vorbereitung.

i der Ge uhen⸗ Er that dies mit einem gewiſſen cerenoß

ng

einem wagehalſigen in⸗

Reiſenden wohl gliſt konnte.

hatten ſich Beſtimmungsorten abſetzen ſſſen.

gens mit ſeinem ſſſen, widerlichen Geruf und

an ihren

dem

Loch und aus den Str

igen, hbe⸗ llen

Hutkrämpen und den

=