Heft 
(1861) 12 12
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ſtellung an der Porte St. Martin kam er durch einen Sturz in Lebensgefahr. Eriſt der vielſeitigſte aller Schauſpieler, die je aufgetreten ſind, indem er auf den Bühnen von vier Nationen in den verſchiedenſten Rollen Ruhm geerntet hat.

In Kalnok, einer von Sachſen und Rumänen bewohnten Ortſchaft, iſt kürzlich ein Sachſe, auf den bei einem Brande der Verdacht der Brandſtiftung fiel, von den ſächſiſchen Einwohnern ſofort gelyncht und in das Feuer geworfen worden, wo er bei lebendigem Leibe verbrannte.

Auguſte Klein, Tochter des berühmten Kriminaliſten, jetzt Malerin, war mit der Familie des Geheimraths Delbrück, Erziehers Friedrich Wilhelms IV., viel zuſammen, und ſo fügte es ſich zuweilen, daß der letztere als Knabe oft mit ihr ganze Stunden zubrachte, ſie mußte ihm dann Geſchichten erzählen, und es wurde zum Gebrauch, daß er ihr jedesmal zum Dank einen Kuß gab. Als der König 1844 in Strelitz war, hörte er, Auguſte Klein ſei auch dort, traf ſie auf der Straße, umarmte ſie, gab ihr auf jede Backe einen Kuß und rief dann:Nun erzählen Sie mir aber auch eine Geſchichte!

Der Herzog Karl von Mecklenburg⸗Strelitz, ge⸗ ſtorben 1837, war unter Friedrich Wilhelm I11. einfluß⸗ reich und gefürchtet. Nach Varnhagen's Urtheil über ihn war er ein beſchränkter Kopf, voll Hoffahrt, prinzlicher und militäriſcher, die ſelbſt den Prinzen und dem Militär läſtig war. Seine poetiſchen Erzeugniſſe bei Hoffeſten ſollten für gewaltige Leiſtungen gelten, waren aber höchſt mittelmäßig. Man rühmte ihn als Schauſpieler und hier⸗ über ſind die Verſe von Stägemann bekannt:

Als Menſch, als Fürſt, als Held nur ſchofel;

Einzig aber als Mephiſtophel!

Er war ſehr verhaßt; auch in Mecklenburg konnte ihn Niemand leiden. Einſt hörte er ſelbſt im Vorbeigehen dort, daß eine Waſchfrau bei ſeinem Anblick ausrief: Was! Iſt das Ungeheuer auch wieder hier? Auf dem Rückwege ſah er dieſelbe Frau noch daſtehen, gab ihr zwei Friedrichsd'or und ſagte ihr, ſie ſolle künftig nicht ſo ſchlecht von ihm ſprechen.

Die Nachkommenſchaft von einem Schweinepaar wird ſich nach Verlauf von ſechs Jahren zu der anſehn⸗ lichen Familie von 119.160 Gliedern ſteigern, angenommen, daß jedes Mutterſchwein jährlich 15 Ferkel wirft. Ein Schafpaar würde in der nämlichen Zeit nur 64 Kinder, Enkel, Ur⸗ u. ſ. w. Enkel zählen. Eine Pferdefliege legt in einem einzigen Sommer nicht weniger als 20,085.320 Cier.

Kaiſer Napoleon hatte ſeine Gemalin an ihrem diesjährigen Namenstage(15. November) mit zwei großen Vaſen überraſcht, die von maſſivem Golde und reich mit koſtbaren Edelſteinen verziert ſind. Sie rühren von der chineſiſchen Expedition her(aus dem zerſtörten Sommer⸗ palaſt des Kaiſers von China) und ſind om Befehl des Kaiſers wen Engländern abgekauft worden aeſehen von dem Reichtham ihrer Verzierungen und hrem fünſtleriſchen Werthe ſind ſie nach dem Goldgenftht alee 100.000 Francs werthe 21

In den Vereinigten Staaten Nordamerikes hält ſich Jeder zun Verwaltung foldender drei Fächer für be⸗ fähigt; ein Amt zu bekleiden, eine Zeitung zu redigiren, und ein Hotel zu halten. Daher findet man in allen Re⸗ gierungsdepartements die Mittelmäßigkeit triumphiren und in der Journaliſtik den aufgeblaſenen Blödſinn, während der wahre Werth, das wahre Verdienſt zuͤrückſtehen muß. Am traurigſten berührt dabei die unverſchleierte Unred⸗ lichkeit der Aemterverwalter, denn dieStealings(von Stehlen) d. h. die unrechtmäßigen Amtsſporteln gehören zum Amte, wobei es vorkommt, daß Beamte mit 5000

Dollars mindeſtens 30.000 jährlich zuſammenraffen.

Das projektirte nene Opernhaus in Wien hat, ohne die Hoflogen, 98 Logen die, geräumig angelegt, je ſechs Perſonen faſſen können 690 Sperrſitze, wovon

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gleicht man das neue Opernhaus im Verhältniß der Zu⸗ ſchauerräume mit den größeren italieniſchen Opernhäuſern, ſo ergibt ſich ſein Rang von ſelbſt; denn das Teatro Reale in Turin faßt 2000, die Fenice in Venedig 2700, San Carlo in Neapel 35000, Carlo Felice in Genug 3000, die Scala in Mailand 4000 Perſonen. Die Pläne ſind von den Architekten Profeſſor van der Nüll und v. Siccardsburg.

Bei einer Parade im Jahre 1841 drängt ſich eine Dame ungeſtüm bis zum Koͤnig vor, redet ihn an und bittet ihn, ihrer bedrängten Lage abzuhelfen. Sie ſchien darauf zu rechnen, einen guten Eindruck zu machen, dem Könige zu gefallen, und kokett wie ihre Mienen war auch ihr Anzug. Der König betrachtete ſie eine Weile, ſprach ein paar Worte mit ihr und gab ihr dann ein Goldſtück mit dem Bedeuten, dafür könne ſie ſich zu den zwei Falbala's, die ſie ſchon habe, noch ein drittes um den Rock ſetzen laſſen!

Wie Herr Patzke nach Yſtadt gereiſt iſt, erfährt man jetzt durch die Kreuzzeitung in folgender Weiſe. Zu⸗ erſt beſtreitet dieſelbe, daß Herr Patzke eine blaue Brille getragen, und ſagt dann wörtlich:Erſt in Nauen hat er ſich eine ſchwarze Reiſemütze gekauft, und das iſt ſeine einzige Bekleidung auf der ganzen Reiſe geweſen. Hiernach iſt Oberſt Patzke förmlich im Stande der Un⸗ ſchuld nach Iſtadt gekommen.

Die beiden ſchönſten und größten Perlen, welche man ſeit Menſchengedenken geſehen, wurden vor etwa einem Monat im Golf von Panama gefiſcht. Eine der⸗ ſelben, 40 Karat ſchwer, gelangte in den Beſitz des Kauf⸗ manns Steffens, eines Deutſchen, die zweite wurde von dem Handelshauſe Miro u. Komp. einem Neger abgekauft und ſoll der Königin von England angeboten werden.

Graf Platen an Friedrich Wilhelm IV. Auguſt Graf Platen, der edle Meiſter der deutſchen Sprache und des deutſchen Geſanges, deſſen Wort:

Daß ſein Schatten glänzend wandelt einſt das deutſche Volk entlang,

ſich jetzt erfüllt, richtete im Jahre 1831 an den damaligen Kronprinzen von Preußen, den ſpätern König Friedrich Wilhelm IV., ein poetiſches Sendſchreiben, das dieſer hochbegabte Fürſt ſehr huldvoll beantwortet hat. In dieſem Sendſchreiben wirddem Mächtigen folgende Warnung ertheilt:

Er rühme nicht ſich und erdichte

Ein göttlich Recht! Es ruft Geſchichte

Ihr lautes Nein!

So Manche, deren Gräber ſprechen,

Erlangten Kronen durch Verbrechen;

Kann ein Verbrechen göttlich ſein?

Manch Reich entſtand aus Schwert und Flamme,

Es iſt von manchem hohen Stamme

Die Warzel faul.

Und ſeit es Kön'ge hat gegeben, So rief ſie nur das Volk in's Leben, Gleich jenen erſten König Saul Nur um des Volkes Wunſch zu ſtillen, Hat ihn geſalbt mit Widerwillen

Des Herrn Prophet.

O, mögen Fürſten ſtets empfinden,

Daß Erdentage ſchnell verſchwinden

Und nur des Namens Ruhm beſteht!

Ein armer rumäniſcher Einwohner in Kalotaszeg gerieth in die bitterſte Noth und war nicht mehr im Stande, ſich und ſeine Familie zu ernähren. Von Verzweiflung erfaßt, ergriff er ein Meſſer, ſchlitzte ſich den Leib auf, riß die Eingeweide heraus und warf ſie ſeinem Hunde vor⸗ Die Schloſſerſtadt. So kann mit Recht die Stadt Wolwerhampton in der engliſchen Grafſchaft Staffordſhire genannt werden. Sie hat gegen 60,000 Einwohner, die faſt ausnahmslos von der Schlöſſerfabrikation leben, und ihre Fabrikate in alle Gegenden der Erde liefern. Die in

430 im Parterre, 930 Sitzplätze, 500 Stehplätze, ſo daß im Ganzen 2740 Perſonen bequem Platz finden können. Ver⸗

Oſtindien und in der Levante ſo ſtark geſuchten Wolwer⸗ hamptoner Vorlegſchlöſſer ſchließen durch ihre beiſpielloſe