354 Erinnerungen.
Illuſtrirte Blätter für Ernſt und Humor.
an ſeinem Lorgnon entdeckt zu haben und begann eifrig mit den Enden ſeines Foulards daran zu reiben. Theodors Lippen krümmten ſich zu einem bitteren Lächeln. Er ſchwieg indeß und ſtützte ſeine Stirn in die Hand, bis der alte Herr, der nie lange ſtumm ſein konnte, ſein Lorgnon wieder klar fand und ganz vom Zaune gebrochen ſagte:
6„Fräulein Martha iſt heute reizend. Hat ſie 3 nicht etwas Feenhaftes, Schwebendes, köſtlich Gra⸗ ciöſes?“
Theodor lächelte Beifall. Es war zu bekannt, daß Herr von Schildenburg die Bewunderung auf den Lippen führe, die ſein Sohn im Auge und im Herzen trage, daß man nichts thun, als unbedingt in dieſe Apotheoſe einſtimmen konnte.
Im ſelben Moment kam der Hauptmann von Schildenburg auf das kleine Eckſopha zu und zog ſich ein Tabouret heran.
„Lieber Freund,“ ſagte er zu Theodor von Krüden,„ich bin entzückt über das Glück, Ihrer ſchönen Schwägerin vorgeſtellt worden zu ſein; aber helfen Sie mir auf die Spur, wo ich dieſe junge Dame ſchon geſehen haben kann? Ich muß ihr irgend wo be⸗ gegnet ſein. Darf ich wiſſen, welchen Ort ſie ihre Vater⸗ ſtadt nennt?“
„Ich weiß es nicht,“ verſetzte Theodor mitt etwas abweiſendem Tone. Aber aus der Scylla in die Charybdis gerathen, blieb ihm keine Rettung.
„Sie wiſſen es nicht!“ wiederholte Schilden⸗ burg mit ungläubigem Lächeln;„bei Gott, das iſt ſonderbar! Sie waren ja gewiſſermaßen der Bruder Ihrer Schwägerin, ehe Sie ihr Schwager wurden— iſt ſie denn nicht eine Pflegetochter Ihrer Eltern?“
„Allerdings.“
„Und Sie wollen nicht wiſſen, wo ſie früher ge⸗ lebt hat, wo ſie geboren iſt?“
„Nein, ich weiß es nicht.“ Theodor ſagte dieſe wenigen Worte mit gepreßtem Tone.
Ja wo waren Sie denn, als man die Welt ge⸗
dn de attt denmarenbueg laßend: wobnden „Wo haſt Du denn Dei Alexanders nicht bei?“ ein alter Landpfarrer ſeinen zur verſität kommenden Sohn.—„Beullen meine Frage nicht Aaretabe n.„Deines Geldbeutels neatmann etwas pikirt; „Sie ſind wie ein Barometer,“ ſahte i iſt aſnee zu einem in ſie bverliebten Tänzer:„Queckſilber unlten Aund nichts oben.— Witze aslöw im Vereine mi anderil, Künſtler, wie z. B. tniß repräſentirenden einheimiſchen die betreffenden Inſtrument irkung des kürzlich von hier Kräften, ſowie unter Mitwirkung n. Golter⸗
trefflichen Celliſten Hrr.
fenen eſtellt und
an Geleiſe der nega
Geberde des Beläſtigtſeins, womit dieſes Wort begleitet war, reizte Schildenburg.
„Sie halten alle meine Fragen für Neugierde,“
ſagte er etwas heftig;„ich will Ihnen nicht länger läſtig fallen. Uebrigens bin ich ſchon im Klaren. Der Anblick Ihrer Schwägerin, die eben dort an jenem Liſche Whiſt ſpielt, hilft meinem Gedächtniß auf. Jetzt weiß ich, wo ich ſie ſchon geſehen habe.“ Dieſe Worte waren ſtark betont. Theodor zit Seine Lippen öffneten ſich mühſam zu der Frage „Was wollen Sie mit Ihrem ſonderbaren Ton ſagen?“
„Ich denke blos etwas Sonderbares,“ verſetzt Schildenburg ſpöttiſch.
„Erklären Sie ſich deutlicher— Sie müſſen es
„Und weßhalb muß ich, Herr Baron?“
„Weil dieſe halben Anſpielungen und ſpottende Bemerkungen über eine Dame beleidigend ſind.“
„Sie ſind ſehr altmodiſch, Baron Krüder Uebrigens wiſſen Sie ungefähr, was ich meine u. deßhalb werden Sie roth und bleich. Aber ich ver⸗ ſichere Sie, daß ich nichts Ehrenrühriges ſagen wollte. Ich habe dieſe junge Dame ſehr oft in Baden⸗Baden am Arm eines alten Mannes geſehen. Das klingt ſehr einfach. Aber was man von dieſem Paare, das Vater und Tochter war, noch weiter ſagte, kann eine ſchänd⸗ liche Verleumdung geweſen ſein.“
„Was, was in aller Welt ſagte man?“ ſtieß Theodor keuchend hervor.
„Soll ich es Ihnen denn hier wiederholen? Ah⸗
terte.
mitleidig.
„Sprechen Sie— ich will es hören.“
„Nun denn. Der Alte war als falſcher Gle⸗ ler bekannt, der ſeine Nächte bis zum grauen Prgen in der Spielhölle zubringe; die Tochter, hieß, wiſſe von ſeinem Treiben— für ſie häufe er das ferraffte Geld auf.“
Theodor ſtieß einen unterdrückten merzens⸗ ruf aus und faßte krampfhaft den Arm des fiptmanns. 4„Das iſt eine Lüge— das vofler anahr ſein ſagte er außer ſich. gen Erfolg hole. e „Ich bin es müde, Ihn genug in dieſer Zeit)
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Redigirt unter Verantwortlichkeit des Verlegers.—
Papier und Druck des art.⸗ty
nen Sie etwas davon?“ fragte Schildenburg faſt
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