Heft 
(1861) 6 06
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dortigen katholiſchen Auguſtinerkirche unter den vielen Opfergaben, welche ſich daſelbſt befinden, der Ring auf⸗ bewahrt iſt, welchen der bei Lützen in der Schlacht ge⸗ bliebene große Schwedenkönig Guſtaf Adolf am Finger trug und welchen Kaiſer Ferdinand II. zum ewigen Ge⸗ dächtniß an einer goldenen Kette dem marianiſchen Gna⸗ denbilde in dieſer Kapelle mit nachſtehender in einer gol⸗ denen Tafel eingegrabenen Inſchrift anhing:Dieſen Ring hat gehabt Guſtavus, König in Schweden, ſo den 16. No⸗ vember 1632 in der Schlacht bei Lützen von der kaiſer lichen Armatur geblieben.

Die WienerMediciniſche Zeitſchrift erzählt, daß die neugeborenen Kinder im Wiener Gebärhauſe als Findlinge verpflegt werden; aber nur katholiſche Mütter dürfen ihre Kinder dort ſehen: einer Jüdin wird das Kind weggenommen und, ſelbſt gegen deren Willen, ge tauft, worauf ſie es nie mehr wieder ſieht.

Koſſak entwirft in ſeinenBerliner Federzeich⸗ nungen folgendes ſatyriſche Bild der Gaſthofprellereien, denen heutzutage die Reiſenden ausgeſetzt ſind:Die Reiſewuth der Reſidenzler iſt in fortwährendem Wachs thum begriffen. Es ſoll ſich daher ſchon ein Verein von Gaſthofsbeſitzern in mehren vielbeſuchten und leicht zu er reichenden Gegenden gebildet haben, der, aus Furcht vor Ueberfluthung und aus Beſorgniß, die gerechten Wünſche der Gäſte deßhalb nicht befriedigen zu können, dieſe Reiſe⸗

uth auf ein beſcheidenes Maß zurüͤckführen will. Da es lich für Hötel⸗Beſitzer nicht ſchicken würde, anlangende Fremde mit dem Bekenntniſſe, ſie nicht mehr anſtändig beherbergen und bewirthen zu können, von der Thür weg⸗ zuſchicken, ſo haben dieſe verſtändigen Männer ein feines Mittel erſonnen, die unbeſonnenen Touriſten von ihrer Epidemie zu heilen. Mit der größten Bereitwilligkeit neh⸗ men ſie Jeden auf, der bei ihnen anklopft, und müßten ſie ihn hinter dem Schornſtein, in der Speiſekammer, auf dem Billard oder im Hühnerſtalle unterbringen. Aus ihren Geſichtern ſpricht der beſte Wille, den Gaſt gut zu be⸗ handeln, aber im Hinterhalte ihres Innern lauert die weiſe Abſicht, ihm eine Lehre zu ertheilen. Er wird auf eine jämmerliche Weiſe beköſtigt, getränkt und gebettet, Niemand bekümmert ſich um ihn, und läutete er ſelbſt Sturm oder riſſe er die Klingelſchnur in Fetzen; naht aber der Moment der Rechnungslegung am Morgen, ſo ſuchen ſie bis auf den Grund ſeines Geldbeutels zu ge⸗ langen. Die erwähnte Liga von Hötel⸗Beſitzern legt es darauf an, einen Touriſten, der ſich für vier Reiſewochen eingerichtet hat, ſchon nach acht Tagen auf den Sand zu ſetzen. Für ſchlechte Stearinlichter, für Bedienung, die ſich gar nicht hat blicken laſſen, für elenden Cichorienkaffee mit einigen Biſſen Weißbrod werden förmliche Straf gelder angeſetzt, als hätte der Gaſt durch Genuß oder Gebrauch dieſer Koſtbarkeiten ein Geſetz des Staates ver⸗ letzt. Zuletzt müſſen ihn noch mehre Bettler von Haus knechten und Kellnern mit trinkgeldgierigen Geſichtern bis an den Wagentritt verfolgen, und wie Veelzebub lacht der kalkulirende Oberkellner dem gezüchtigten Touriſten nach. Dieſe Philoſophen haben es wirklich im Laufe des Sommers dahin gebracht, daß ihre Hötels im nächſten Jahre vor einer Ueberfüllung mit Reiſenden vollkommen ſicher ſein werden.

In den Alpen der gräfl. Areo'ſchen Domäne Tarvis in Kärnthen zeigen ſich ſeit einiger Zeit unge⸗ wöhnlich viele Lämmergeier. Man ſieht ſie mit freiem Auge ober den Felſen haufenweiſe in den Lüften kreiſen. Bereits ein halbes Hundert Schafe ſoll von denſelben niedergeſtoßen worden ſein. Man veranſtaltete daher eine Jagd, wobei zwei der rieſigſten Stücke erlegt wurden. Jedes wog 18 Pfund und hatte eine Flugweite von 9 Schuh. 3 54 Liverpool wurden im St. Georges Dock neulich gelungene Verſuche mit einer neuen Art von Schwimm⸗ apparaten gemacht. Zwei Perſonen, die einen Schwimm⸗ rock anhatten, ſprangen in's Waſſer und hielten ſich darin, Eigarren rauchend und Bier trinkend, eine halbe

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Stunde auf. Ein Dritter ſetzte ſich auf einem kleinen Polſter zur Geſellſchaft und ſaß auf demſelben wie auf einem Stuhle. Der Vorzug dieſer Apparate ſoll darin beſtehen, daß ſie nicht aufgeblaſen zu werden brauchen. Ein Schwimmrock nimmt auf dem Leibe des Schwim⸗ menden nicht mehr Raum ein, als ein gewöhnliches Kleidungsſtück.

Vom Geſchworenengericht zu London wurden kürzlich zwei achtjährige Knaben verurtheilt, die ein zwei⸗ jähriges Kind an einen abgelegenen Ort gelockt, dasſelbe nackt ausgezogen und es langſam getödtet hatten, um zu ſehen und zu hören, wie ein Kind zappele und ſchreie, wenn es Todesſchmerzen leide! Die jugendlichen Mörder erhielten zwei Monate Gefängniß und fünf Jahre Korrektionshaus.

In Minizan(in Frankreich im Departement des Landes) wird Folgendes gemeldet: Als ſich vor Kurzem mehre Damen am Ufer des Mceres badeten, kam plötzlich eine mächtige Woge, welche ſechs von ihnen wegriß und in das offene Meer hinausführte. Auf ihre verzweifelten Angſtrufe ſtürzte ſich ein Herr Milhas, welcher in der Nähe gebadet hatte und deſſen Frau ſich unter den Fort⸗ geriſſenen befand, in das Waſſer. Kaum hatte er ſich der verhängnißvollen Stelle genähert, als er ſich von einer der Frauen mit der letzten Kraft der Verzweiflung an beiden Armen gepackt ſah, und nur mit der größten Mühe gelang es ihm, wieder Herr ſeiner Bewegungen zu werden. In demſelben Augenblicke fühlte er einen Körper unter ſeinen Füßen durchſchwimmen. Raſch tauchte er unter das Waſſer, und es gelang ihm auch, noch eine andere Dame zu ergreifen. Herr Milhas befand ſich jetzt in einer verzweifelten Lage: er wußte, daß ſeine Frau mit fort⸗ geſchwemmt worden war, und doch konnte er die beiden Damen, welche er in den Händen hatte, nicht ihrem Schickſal überlaſſen. Da, plötzlich, ſieht er ſeine Frau ganz in ſeiner Nähe zum Vorſchein kommen, raſch greift er nach ihr und iſt ſo glücklich, ſie zu faſſen. Er verſuchte nun, mit ſeiner dreifachen Laſt an's Ufer zu ſchwimmen, aber da dies unmöglich war, ſo ließ er eine der Damen an einer etwas geſicherten Stelle zurück und rettete die beiden übrigen. Kaum aber waren ſie am Ufer ange⸗ kommen, als eine zweite Woge die zurückgelaſſene Dame wieder in das offene Meer hinausführte. Der inzwiſchen herbeigeeilten Hilfe gelang es jedoch, letztere zu retten; von den übrigen/ drei verunglückten Damen war keine Spur mehr aufzufinden.

Vor 41 Juhren, am 15. Auguſt, waren drei Führer von Chamouny, welche eine Beſteigung des Mont⸗ blanc verſuchten, verunglückt. Am 15. Auguſt des heurigen Jahres fand man die Leichen dieſer Unglücklichen auf dem Boſſonsgletſcher. Einige Theile derſelben waren durch das Eis, in welchem ſie ſo lange gelegen, ganz gut er⸗ halten.

Um den Pariſern die Mühe zu erſparen, eine Reiſe nach der Meeresküſte zum Gebrauch der Seebäder zu unternehmen, hat man eine am Pont⸗Royal vor Anker liegende Fregatte in eine See⸗Badeanſtalt umgewandelt. Das Seewaſſer wird jeden Morgen durch die Weſtbahn direkt von der Meeresküſte nach Paris gebracht und in der Nähe der Fregatte in ein großes Reſervoir geſchüttet. Röhren führen das Waſſer von dem Reſervoir nach den elegant eingerichteten Kajüten der Fregatte. Auch befindet ſich ein ſogenannterEinathmungs⸗Saal auf dem Schiffe. In dieſem Zimmer wird durch ſinnreiche Vorrichtungen eine ſalzhaltige Luftſträmung hervorgebracht, die der At⸗ moſphäre an der Seeküſte bei einer vom Meere herwehen⸗ den leichten Briſe ganz gleich iſt.

Eine echte Redakteurshochzeit wurde am 12. d. in Prag gefeiert. Der Bräutigam iſt Redakteur(Herr Emanuel Melis, Red. desDalibor), die Braut iſt Re⸗ dakteurin(Frl. Anto ie Körſchner, Red. derLada), die Traugng vollzieht 6 Redakteur(Sr. Hochw. Kanonikus P. Stulz, Red, dPozor), der Brautführer iſt ein Redakteur(Dr(Sut n.zréger, Red. derNärodni Listy)