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War Cortes der Mörder ſeiner Frau?— Altböhmiſche Strafpredigt gegen den Tanz. 155
Plänen im Wege geſtanden habe, widerſpricht der Aeuße⸗ rung, die man oft von ihm gehört hat:„Ich lebe ſo glücklich mit ihr, als wäre ſie die Tochter einer Herzogin.“ Als er ſeinen abenteuerlichen Zug nach Mexiko unter⸗ nahm, ließ er Donna Catalina natürlich auf Kuba zurück. Kaum war ſein großes Unternehmen vollendet, ſo rief er ſie zu ſich. Sandoval führte ſie ihm zu und er empfing ſie mit warmer Zärtlichkeit. Das Klima der Hochebene ſagte ihr aber nicht zu, und ſchon drei Monate nach ihrer Ankunft ſtarb ſie. Ihr Tod war ein plötzlicher. Am Abend heiter und vergnügt, war ſie in der Nacht eine Leiche. Dies ereignete ſich 1522, und erſt 1529, alſo ſieben Jahre ſpäter, wurde eine Unterſuchung der beſondern Todesumſtände vorgenommen.
Das Gericht verhörte, wie wir bereits bemerkten, blos Belaſtungszeugen, und zwar meiſtens ſolche, die nach Hörenſagen ausſagten: Die Zeugen, welche mög⸗ licher Weiſe aus eigener Wahrnehmung etwas wiſſen konnten, umging man gefliſſentlich. Unter dieſen waren unter andern die beiden Pagen, die in der Nacht des angeblichen Mordes im Nebengemache des Zimmers, in dem Cortes ſeine Frau ermordet haben ſollte, Wache gehalten hatten. Die Zeugen nach Hörenſagen wieder⸗ holten den Klatſch, der in den letzten ſieben Jahren nach und nach eine feſte Geſtalt angenommen hatte. Sie erzählten Folgendes: Kurz vor der Unthat kam ein Schiffskapitän Juan Boa aus Spanien und ſagte zu Cortes:„Wenn Sie nicht verheiratet wären, ſo könnten Sie die Nichte des Biſchofs von Burgos bekommen.“ Cortes ſchloß ſich mit dieſem Manne ein und ſeine Frau fühlte ſich darüber ſo unglücklich, daß ſie oft weinte und ſchluchzte. In der verhängnißvollen Nacht ging ſie heiter zu Bett, am andern Morgen lag ſie bereits im Sarge. Obgleich die Leiche Niemand gezeigt wurde, hatten doch einige Dienerinnen wahrgenommen, daß die Todte ſchwarze Flecken am Halſe und Schaum im Munde habe, daß die Goldperlen ihres Halsbandes aufgelöſt ſeien, daß ihr Bett naß ſei u. ſ. w. Als beſonders verdächtig wird der Umſtand hervorgehoben, daß Cortes dem im Hauſe anweſenden Bruder ſeiner Gattin bei Todesſtrafe ver⸗ boten habe, vor dem Begräbniß ſein Zimmer zu verlaſſen.
In alle dieſe Zeugniſſe nach Hörenſagen ſind we⸗ nigſtens einige eigene Wahrnehmungen eingeſtreut, und ſie genügen, das ganze Lügengewebe, in das Cortes ver⸗ ſtrickt werden ſollte, zu zerreißen. Was wir durch ſie er⸗ fahren, wollen wir überſichtlich zuſammenſtellen. An jenem unglücklichen Tage begab ſich Cortes, wie gewöhn⸗ lich, mit ſeiner Frau zur Ruhe. In der Nacht wurde eine Dienerin ſchnell in's Schlafzimmer gerufen. Als ſie ein⸗ trat, befahl ihr Cortes, Licht zu machen, und ſie ſah nun, daß er ſeine Frau in den Armen hielt. Er hielt ſie für ohnmächtig, und als er ſich überzeugte, daß ſie todt ſei, war er vor Schmerz außer ſich. Seine beiden Pagen konnten ihn mit Mühe abhalten, ſich den Kopf an der Wand zu zerſchellen. Einem herbeigerufenen Bettelmönche gelang es, ſeinen Schmerz etwas zu mildern. Das Be⸗ gräbniß erfolgte allerdings am andern Morgen, aber in keiner ungewöhnlichen Weiſe. Der Bruder Catalinas er⸗
hielt keinen Befehl, ſein Zimmer nicht zu verlaſſen, wohl!
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aber ließ Cortes ihm ſagen, daß er den Tod ſeiner Schweſter durch ſeine Zwiſtigkeiten mit ihr verſchuldet habe. Goldperlen lagen im Zimmer nicht verſtreut. Aus welchem Grunde hätte Donna Catalina auch ihr Hals⸗ band im Bette am Nacken behalten ſollen? Im Schlafe trägt keine Frau Schmuck, am wenigſten ein Halsband von Goldperlen.
Eine der Dienerinnen des Hauſes ſagte aus, daß Donna Catalina ſtark an Krämpfen gelitten habe. Ver⸗ ſtehen wir unter Krämpfen epileptiſche Zufälle, ſo haben wir den Schlüſſel des plötzlichen Todes. Die Symptome, die man an einem durch Epilepſie Getödteten wahrnimmt, kommen denen des Erdroſſelten ſehr nahe. In Dieſem Falle paſſen ſie weit mehr auf die Epilepſie, als auf einen gewaltſamen Tod. Die Epilepſie erzeugt Schaum im Munde, das Erdroſſeln nie. Bei der erſtern Todesart treten ferner die geſchwollenen Halsadern ſo ſtark hervor, daß ſie wie ſchwarze Bänder ausſehen. Bei einem Er⸗ droſſelten nehmen die Eindrücke, welche die Fauſt des Mörders macht, erſt nach längerer Zeit eine ſchwarze Farbe an. Bei Catalina war dieſe Farbe unmittelbar nach dem Tode, als Cortes ſie noch in ſeinem Armen hielt, ſichtbar.
Dieſe Beweiſe für die wirkliche Todesart Catalina's ſind ſo ſchlagend, daß der Wahrſpruch der Geſchichte über Cortes nur auf Nichtſchuldig! lauten kann. Traurig bleibt es immer, daß eine Verleumdung gemeinſter Art einem großen Manne drei Jahrhunderte ſo nachkriechen kann.
(Eur.)
Altböhmiſche Strafpredigt gegen den Tanz.
) lfred Waldau hat eine hübſche Kulturſtudie: M„Geſchichte des böhmiſchen Nationaltanzes,“ 2 ¹ veröffentlicht. Wir finden darin folgende Aus⸗ S, laſſungen Simon Lomnitzky's, der unter Ru⸗ dolph II. gekrönter Hofpoet war, über das Lieb⸗ 2 lingsvergnügen der Frauen:„Der Tanz iſt ein überflüſſiges Abhetzen des übermüthigen Leibes ausge⸗ laſſener Leute, die ihre Schritte oder Sprünge zu ihrer Erluſtigung mit dem weiblichen Geſchlechte ſeltſam for⸗ miren, hinauf und hinunter ſpringen, ſich vor einander beugen, Poſſen treiben, ſich gegenſeitig umarmen, bei den Händen führen und allerhand Kurzweil hiebei treiben, wie ſie ſolche der Teufel gelehrt hat; denn der Satan iſt der Urheber des Tanzes.... Und in Wahrheit, er⸗ ſtaunenswerth erſcheint vernünftigen Menſchen die Thor⸗ heit, alſo zu tändeln und zu tanzen, weil man ſogar über vernunftloſe Weſen zu lachen und zu ſtaunen hätte. Denn wenn unſer Eſel, unſer Pferd oder Bock vor uns auf öffent⸗ lichem Schauplatze alſo ſpringen würde, wie es die Tän⸗ zer thun, wir alle würden kichern und lachen!“—— „Der Tanz iſt eine überaus ſchwere und ſeelen⸗ tödtende Sünde, eine überaus abſcheuliche That vor dem Herrn Gotte und ſeinen Heiligen, ſchon längſt von der heiligen Schrift und vielen heiligen Doktoren mit Schande belegt und verboten.... Die Tanzenden überſchreiten nicht blos das Zehngebot, ſondern laſſen ſich auch alle ſieben Todſünden zu Schulden kommen.... Aber die Tanzenden begehen nicht allein die Todſünden, ſondern
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