Jahrgang 
2 (1864)
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Was einem Inden vor 200 Jahren paſſirte.* Von J. H. Müller.

Der Jude Levin Salomon, von deſſen Erlebniſſen wir erzählen wollen, hatte ſeinen Wohnſitz in Dannenberg, wo er Handel trieb und ſonſtigem Erwerbe nachging. Indeſſen ſcheint er auch mit dem benach⸗ barten Hamburg in näherer Beziehung geſtanden zu haben, ſei es, daß er urſprünglich dort zu Hauſe war, oder daß er nur einen Rückhalt an der dortigen Judenſchaft zu haben ſuchte. Auch ſeine Braut war eine Hamburgerin. Im Jahr 1678 wandte er ſich an den Herzog Georg Wilhelm zu Celle und ſuchte bei demſelben um die Gerechtſame des Ta⸗ bakshandels für Dannenberg und das Amt Schnackenburg nach,daß die Bauern dieſes Ortes den Tabak von mir um den Preis, wie ſie den⸗ ſelben in Hamburg haben, nehmen möchten, ſo will ich dem Fürſtl. Amte Dannenberg jährlich mit 50 Reichsthalern in gewiſſer Zeit begegnen und bezahlen. Bei dieſer Gelegenheit erzählt er nun auch in einem an⸗ liegenden Schriftſtücke, was ihm zu Dömitz in demſelben Jahre paſſirt iſt.

Levin Salomon erhielt zu Grabow im Mecklenburgiſchen von einem Rathsherrn und Kaufmann daſelbſt einen Diamantring für 100 Thaler, den er nach Zahlung eines Aufgeldes mit ſich nahm und wofür er den Preis in feſtgeſetzten Raten zu zahlen verſprach. Von Dannenberg aus ſchickte er den Ring nach Hamburg, um ihn taxiren zu laſſen. Als es ſich herausſtellte, daß der Ring nicht mehr als 55 Thaler werth war, beſchloß er denſelben dem Verkäufer wieder zuzuſtellen.

*) Aus Akten des Königl. Welfen⸗Muſeums in Hannover.