n Aktion
ihr die
G¶
467
Von S. Auguſtin.
wird durch die heftige rotirende Bewegung des Cylinders von den Kör⸗ nern losgelöst und durch die engen Maſchen des Drathgewebes hinaus⸗ geſchleudert. Die Wichtigkeit dieſer Operation findet ihren Beweis in den Maſſen von Staub, die ſich dabei entwickeln, ſelbſt wenn der Weizen ſchon vorher völlig rein erſchien.
Iſt die Reinigung geſchehen, ſo gelangt das Getreide unmittelbar zwiſchen die zehn paar Mühlſteine, die ſich eine Treppe tiefer in umunter⸗ brochener Bewegung befinden, um das Korn in Mehl zu verwandeln. Dieſer Prozeß verläuft ganz ſo, wie in jeder anderen Dampfmühle, und wir erſparen uns daher die Details. Nur die Art und Weiſe, wie das Mehl geſammelt und weiter befördert wird, verdient Erwähnung. Das⸗ ſelbe fällt nämlich von jedem Steine in eine Art horizontalliegender Rinne oder Röhre, in welcher es durch die Bewegung einer Schraube bis zu einem großen Reſervoir befördert wird, aus welcher man es dann, vermittelſt einer Art von Baggermaſchine, in das darüber liegende Stock⸗ werk hebt. Hier wird das Mehl abgekühlt, geſiebt und zum Weiter⸗ transport in Säcke geſackt.
Das Back⸗ oder vielmehr Knetezimmer, befindet ſich im Erdgeſchoſſe des Hauſes und iſt ein 120 Fuß langer, hoher, gut erleuchteter Raum, in deſſen Mitte eine ſehr einfach ausſehende Maſchinerie aufgeſtellt iſt. Ein Dutzend Männer und Knaben mit nackten Armen ſind daran beſchäf⸗ tigt. Keine übertriebene Eile, nicht die mindeſte Konfuſion iſt zu be⸗ merken, und ſelbſt die Maſchine macht nur wenig Geräuſch. Man ſteht wohl, daß man inmitten eines gut organiſirten induſtriellen Getriebes ſteht, aber es ſcheint kaum glaublich, daß man hier den ganzen Apparat vor ſich hat, der täglich hundert Säcke Mehl zu Schiffsbrod verarbeitet.
Inmitten der allgemeinen Thätigkeit fällt uns zunächſt ein Mann auf, deſſen ruhige Haltung gegen die ihn rings umgebende Bewegung ab⸗ ſticht. Er thut ſcheinbar nichts, als daß er ſich von Zeit zu Zeit mit einem oder beiden Ellbogen auf den Rand eines Kaſtens ſtützt, den wir nach den mit Mehl beſtaubten Armen des Mannes zu ſchließen, für eine ganz gewöhnliche große Mehllade halten möchten. Ein Blick in das Innere belehrt uns eines anderen. Der Kaſten iſt zum Theil mit Waſſer gefüllt, auf deſſen Niveau ſich eine der Länge nach von einer Seite zur andern reichende Welle befindet. Dieſe Welle iſt in Zwiſchenräumen von etwa zwei Zoll mit langen, ſtarken, eiſernen Klingen beſetzt. In einer 30*
——


