Jahrgang 
2 (1864)
Einzelbild herunterladen

464 Salvator Roſa.

derte, daß ihm niemand etwas abkaufen konnte. Gleichwohl fuhr er fort, die öffentlichen Ausſtellungen mit Bildern zu beſchicken, um ſie nachher wieder für ſeine eigene Gallerie zurückzunehmen. Endlich gingen ſeine Mittel ſo zuſammen, daß er ſich wieder herabließ, Aufträge für geiſtliche und weltliche Fürſten zu übernehmen, und er malte nunMerkur und der Jäger(jetzt in der britiſchen Nationalgallerie),Moſes wird von der Tochter Pharaonis gefunden, und zweiheilige Johannes für den Con⸗ nétabel Colonna,Jonas, in Ninive predigend, für den König von Dänemark, ferner ein großes Schlachtſtück, mit welchem der päpftliche Nuncius dem König Ludwig XIV. ein Geſchenk zu machen gedachte, weil man in Erfahrung gebracht hatte, daß ein Gemälde von Salvator Roſa bei dem franzöſiſchen König die beſte Aufnahme finden würde. Mit ſeiner Satireder Neid, griff er auf's neue in ein Horniſſenneſt, und die nun folgenden Plackereien machten ihn reizbarer, als je.

In einem Brief an einen vertrauten Freund ſagt er:Der Friede iſt, glaube ich, für immer aus meiner Seele verbannt, um dieſer ver⸗ wünſchten Satiren willen, und ich wollte, ich hätte lieber vorher den Hals gebrochen, eh ich die Feder dazu anſetzte. In der Stimmung, welche ihm dieſe Worte eingab, malte er das merkwürdige BildHiob. 1660 fing er an, in Kupfer zu äzen, und entwickelte auch hierin eine große Kraft und Originalität; er beſchäftigte ſich damit namentlich während eines Beſuches in Florenz, aus Anlaß der Vermählung des präſumptiven Thronerben von Toskana mit Margaretha von Orleans. Der Erzherzog Ferdinand von Oeſterreich ließ an ihn eine dringliche Einladung nach Innsbruck ergehen; doch lehnte er dieſe Ehre ab, um ſeiner Unabhängig⸗ keit nichts zu vergeben. Statt deſſen machte er mehr aus künſtleriſchen als aus religiöſen Motiven eine Wallfahrt nach Loretto und kehrte dann nach Rom zurück, um mit neuem Eifer ſeinen Pinſel wieder aufzu⸗ nehmen. Im Frühjahr 1662 ſchickte er an das Pantheon drei Gemälde Pythagoras am Seeufer,Pythagoras in der Höhle, undJere⸗ mias im Kerker; im darauf folgenden Jahr kam ſein Meiſterwerk, ndie cataliniſchen Verſchwörer, die ſich bei mit Menſchenblut gemiſchtem Wein den Eid der Treue leiſten, zur Ausſtellung. 1668 fertigte erSaul bei der Hexe von Endor undSanct Georg mit dem Drachen; beide Bilder wurden in das Pantheon aufgenommen, obſchon ordnungsmäßig die Werke lebender Künſtler davon ausgeſchloſſen waren. Bald nach dieſem Triumph