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460 Salvator Roſa.
er hinreichend geneſen war, um reiſen zu können, wieder in die Heimat zurück, um ſich dort vollends zu erholen.
Die Armuth hatte inzwiſchen ſeine Familie auseinander geriſſen, und es gab für ihn keine Heimat mehr, welche er die ſeinige nennen konnte; doch ging er mit mehr Eifer und Freudigkeit, als man hätte erwarten ſollen, wieder an die Arbeit. Freilich brachte ihm auch der angeſtrengteſte Fleiß keinen entſprechenden Lohn ein, und er war ſchon im Begriff, ver⸗ zweiflungsvoll das Malen ganz aufzugeben, als ihn ein alter Collegiums⸗ freund, der im Haushalt des Kardinals Brancaccio einen Poſten über⸗ nehmen ſollte, einlud, wieder mit ihm nach Rom zu gehen. Salvator nahm die Einladung an, arbeitete eine Zeit lang in dem Palaſt des Kar⸗ dinals und ließ ſeine Werke durch die römiſchen Rivenditori verkaufen. Endlich beauftragte ihn der Kardinal, den Portico und die Loggia des biſchöflichen Palaſtes, deßgleichen ein großes Altarbild für die Haupt⸗ kirche von Viterbo, das zu dem biſchöflichen Sprengel des Kardinals gehörte, zu malen. Nach Beendigung dieſer Arbeiten begann der ſtolze, feurige Salvator der Abhängigkeit von ſeinem Patron überdrüſſig zu werden; er kehrte daher nicht mehr nach Rom zurück, ſondern begab ſich trotzig wieder nach Neapel, obſchon er wußte, daß er dort weit mehr Feinde als Freunde hatte.—
Während ſeiner Abweſenheit von Rom wurde im Pantheon eine Ausſtellung von Gemälden alter und neuer Meiſter abgehalten, welche aus ganz Europa Kenner herbeilockte. Salvators Freunde ſchickten eines ſeiner ſchönſten und charakteriſtiſchſten Werke,„den gefeſſelten Prometheus“, ein. Der Erfolg war glänzend, und der bisher verachtete Name Salva⸗ tor Roſa ſchwebte nun auf allen Lippen. Er kam, eh die Aufregung ſich gelegt hatte, wieder nach Rom und bewarb ſich um die Aufnahme in die Akademie des heiligen Lucas, wurde aber zu ſeinem großen Aerger zurückgewieſen, da bei den Vorſtänden dieſes Inſtituts ganz andere Rück⸗ ſichten, als bloßes Verdienſt maßgebend waren. Die herrſchende Begeiſte⸗ rung kam indeß ſeiner Börſe zu ſtatten, und er konnte in der Via Babbuina ein Haus miethen, in welchen ſeine glänzende Unterhaltungsgabe bald einen auserleſenen Kreis von Litteraten und Künſtlern, deren Liebhabereien und Gewohnheiten mit den ſeinigen harmonirten, um ihn ſammelte.
Unter den Mummenſchanzgruppen des Karnevals von 1639 erſchien auch ein von Ochſen gezogener, verzierter Wagen, mit einer maskirten Gruppe


