Jahrgang 
1857
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Die Camarilla in Spanien.

Voran demſelben ritt eine halbe Kompagnie der adligen Garde du Corps, dann kam ein offe⸗ ner Wagen mit der Königin, der Braut, der Für⸗ ſtin de la Paz und der Herzogin Fernando.

Nächſt dieſem folgte ein anderer mit dem Kö⸗ nige, dem Bräutigam, dem Herzog Fernando und dem Geſandten⸗Rußlands; ein Arrangement, wel⸗ ches der König getroffen.

Sodann folgten einige vierzig Wagen mit den übrigen Prinzen und Gäſten, ein unabſehbarer Zug, der des ſchönen Wetters wegen die von ihm geführten Perſonen ſämmtlich den Augen der Menge zeigte.

Sowohl beim Erſcheinen der Königin, als bei dem des Königs jubelte die Menge laut, und ein Theil begleitete ihre Wagen, um mit in die Kirche zu gelangen.

In dieſer ſtanden in zwei Reihen im Haupt⸗ gange die Mönche und Nonnen zweier Klöſter, vor dem Altare befand ſich der Biſchof Primas, und nachdem die hohen Zeugen der Handlung ſich um ihn und das Brautpaar geſtellt, begann jene. Da die Kirche nicht alle Neugierigen faſſen konnte, ſo war es nach Beendigung der Trauung kaum möglich für die Herrſchaften, wieder aus derſelben zu kommen; erſt nach und nach gelang dies und man fuhr nach dem Schloſſe, um durch die Gaſt freundſchaft des Königs bewirthet zu werden.

Die Geſellſchaft befand ſich nach dem getroffenen Arrangement in mehreren Sälen, und da der König auch heute mit gutem Beiſpiele voranging, ſo ward man bald heiterer.

Noch ſchien Niemand den Doktor Salo ver⸗ mißt zu haben.

Da erhob ſich draußen unter der immerfort verſammelten und wogenden Menge abermals ein donnerndes Jubelgeſchrei, ſo daß Einige aus der

Zeſellſchaft erſtaunten, Andere erſchrocken auf⸗ orchten. Selbſt Ferdinand ward dadurch unan⸗ mehm berührt und fragte unwillig nach einiger vit:

Was giebt es?

Zugleich jedoch trat ein Diener ein und jeldete:

Majeſtät, Don Salo läßt unterthänigſt ſtten, eintreten zu dürfen!

Ah, Salo! entgegnete der König; er möge kommen.

Salo erſchien jedoch nicht allein; denn mit ihm trat ein Mann ein, deſſen hohe Geſtalt ihn ſo ziemlich zu einem Rieſen ſtempelte, deſſen blei⸗ ches Antlitz mit den tiefliegenden Augen jedoch davon zeugten, daß eine ſchwere Krankheit ſeine Kräfte dezimirt habe; alles ſtaunte und Ferdi⸗ nand rief unmuthig:

Aber Salo

Der Arzt verbeugte ſich tief und entgegnete:

Cure Majeſtät haben dem General Mon⸗ tifo erlaubt, perſönlich ſeinen Dank abzuſtatten.

Ferdinand ſprang auf.

Das iſt Montifo! rief er entſetzt.

Das iſt, antwortete Salo, was von Mon⸗ tifo, der jetzt faſt fünf Monate in den Händen der Inquiſition geweſen, übrig geblieben iſt.

Der General wankte dem erſchrockenen Kö⸗ nige näher und ſagte, während er ſich tief ver⸗ beugte:

Ich danke Eurer Majeſtät unterthänigſt für die Gnade, mir die Freiheit wieder gegeben zu haben.

Mein Gott, iſt das möglich? murmelte der König, immer noch nicht wieder beruhigt. Sie ſind krank, Montifo?

Der General lächelte ſchmerzlich.

Nein, Majeſtät, ich bin ſo geſund, wie man es bei Hunger, Durſt und täglichen Mar⸗ tern, die von Millionen Menſchen meiſtens nur einer zu ertragen im Stande iſt, ſein kann, aber ich bin durch die Inquiſition geworden, was ich durch den Krieg und durch die in demſelben ent⸗ haltenen vielen Wunden nicht geworden, nämlich ein Krüppel.

Das iſt zu argl rief der König.

Ja, Majeſtät, und namentlich, da ich ein Krüppel ohne Vaterland ſein ſoll.

Ein plötzliches Aufflackern beſſerer Gefühle ſchien jedoch den König zu erſchüttern und mit einem gewiſſen Seelenadel in ſeinen Zügen rief er dann:

Nein, das ſollen Sie nicht ſein! Ich nehme dieſe Beſtimmung zurück! Bleiben Sie, ich vergebe Ihnen vollſtändig.