Jahrgang 
1857
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Die Camarilla in Spanien. 187

und hatte Sie nicht vergeſſen, und ich halte es für meine Pflicht, Sie auf irgend eine Weiſe zu entſchädigen, ſo weit ich dazu im Stande bin, um ſo mehr, als Sie gewiß die loyalſte Dame unſerer Reiche ſind. Ich gebe Ihnen daher die⸗ ſen meinen braven Diener zum Gemahl, und was ſonſt geſchehen ſoll betreffs Ihrer, iſt bereits beſtimmt; doch wo iſt Don Salo, ich hoffe, daß er ſich heute bei uns ſehen laſſen wird.

Der Arzt, in ſeinem gewöhnlichen Koſtüm, hatte ſich in einen Winkel des Saales zurückgezogen, vermuthlich um von dort aus beſſer beobachten zu können, ohne doch ſelbſt beſonders beobachtet zu werden.

Auf die Aeußerung des Königs jedoch kam er herbei und entgegnete beſcheiden:

Ich bin anweſend, Majeſtät.

Ah, das iſt gut, Salo, obwohl wir Ihnen zürnen, ſehen wir Sie doch gerne!

Eure Majeſtät Worte ſind hart! entgeg⸗ nete Don Salo.

Nicht ſo hart, wie das Herz unſeres treueſten Dieners, mein guter Doktor.

Salo verbeugte ſich nur und ſchwieg, wäh rend der König lächelnd zu der rieſigen Geſtalt des Doktors aufſchaute. Nach einigen Sekunden fuhr er fort:

Ich hätte Ihnen einen Vorſchlag zu machen, Salo.

Ich ſtehe zu Eurer Majeſtät Befehlen! entgegnete der Arzt.

Ei doch nicht ſo ganz, meinte der König, doch hört. Wir haben ſo lange kein rechtes Feſt der Freude gefeiert, daß ich wirklich ein ſehn⸗ ſüchtiges Verlangen darnach habe. Die Hochzeit dieſer jungen Leute dürfte wohl bald ſtattfinden können.

Ah, Majeſtät, entgegnete Salo, darüber beſtimme ich nichts, habe nicht einmal eine Mei⸗ nung darüber.

So könnte ich wohl beſtimmen?

Vielleicht wäre dies am Beſten.

Es iſt klar, das dies Geſpräch vor einer ſo bedeutenden Geſellſchaft den jungen Polen ſo wie Conſtantia in eine nicht geringe Verlegenheit ſetzen mußte. Beide errötheten und erbleichten

abwechſelnd, und um ſo mehr, als die Geſell⸗ ſchaft, wennſchon nicht mehr aus den hämiſchen Camarillamitgliedern zuſammengeſetzt, dennoch ſich zu erlauben begann, leiſe Bemerkungen zu machen.

Der König wendete ſich lächelnd an Kra⸗ kowsky.

Nun, Graf, was meinen Sies fragte er.

Neben dem Unangenehmen ſeiner Lage und der Lage ſeiner Geliebten begriff der Pole jedoch auch, daß ſie die lächerlichſte Rolle ſpielen muß⸗ ten, wenn ſie in ihrer Verlegenheit noch verkehrte Antworten gaben. Mit einem ſchnellen Entſchluſſe richtete er ſich daher empor und ſagte laut und beſtimmt:

Ich bin der Anſicht Don Salo's, Ma⸗ jeſtät!

Und Sie, Donnad fragte Ferdinand.

Wohl etwas weniger beſtimmt, als der Ge⸗ liebte, aber doch jedenfalls ebenſo klar und deut⸗ lich, entgegnete Conſtantia ohne alle Scheu:

Eure Majeſtät haben zu befehlen.

Gewiß verſetzte dieſe Bereitwilligkeit, ſeinen Beſtimmungen Folge zu leiſten, den König in eine noch günſtigere Stimmung, da er es gern ſah, wenn auch die leiſeſten Wünſche von ſeiner Seite ſofort befolgt wurden.

Nun denn, rief er froh, ſo ſagen wir am nächſten Sonntage; freuen Sie ſich mit mir, meine Herrſchaften, denn Sie ſind alle geladen, und zwar von mir, der ich in Ermangelung der Eltern der Braut deren Stelle vertreten werde.

Da dieſe Angelegenheit und die Beurtheilung derſelben faſt ausſchließlich die Geſellſchaft in An⸗ ſpruch nahm, ſo dachte man nicht daran, über andere Sachen zu ſprechen, und Krakowsky ſo

wie deſſen Geliebte blieben auch noch der Gegen⸗

ſtand des Geſprächs, nachdem man bereits Bei⸗ den ſeine Huldigungen dargebracht hatte.

Indeſſen lag dies vielleicht auch mit daran, daß ſich die Herrſchaften noch zu wenig kannten, um vertrautere Geſpräche über wichtigere Ereig⸗ niſſe zu führen.

Demungeachtet aber blieb der heitere Ton der Geſellſchaft vorherrſchend und man trennte ſich vergnügt.

In dem Momente jedoch, als dies geſchah,