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Die Camarilla in Spanien.
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Die zweite Proklamation war noch kürzer, als die erſte; dennoch aber ſchien ihre kräftige Sprache und der Gegenſtand, welchen ſie behandelte, gleich⸗ ſam der Gradmeſſer der Tendenz ſein zu ſollen, welchen das neue Miniſterium verfolgen werde; ſie lautete:
„Das Inſtitut der Inquiſition wird hier⸗ mit, als der Zeit nicht mehr angemeſſen, gänz⸗ lich aufgehoben.
Madrid, den 1. Januar 1820.
Fernando.
Alle aber, die dieſe Proklamationen geleſen, oder ihren Inhalt von ſolchen, die ſie laut vor⸗ trugen, vernommen hatten, blieben im erſten Mo⸗ mente ſtehen, wie ungläubig Zweifelnde, wie Leute, denen eben etwas, das ihnen unmöglich ſchien, als möglich dargeſtellt worden und die ſich be⸗ mühen, das Unglaubliche zu faſſen. Dann jedoch rief man:
— Alſo endlich, endlich— Fernando Mini⸗ ſter— die Inquiſition aufgehoben!
Und wie einſt, als die Unterzeichnung des Herzogs zu dem Glauben verleitete, daß Lozano entlaſſen worden, ſchrie man und jubelte vor Freuden:
— Viva Ferdinando!
— Viva Fernando!
Wer aber beim erſten Stutzen vielleicht noch an den Zweck ſeines Morgenganges gedacht, der vergaß ihn jetzt, wo ſich einzelne Stimmen mit dem Rufe vernehmen ließen:
— Nach dem Schloſſe, nach dem Schloſſe!
— Nach dem Schloſſe! brüllte überall die Menge nach und bald war es, als ob auf der Weſtſeite Madrids ein Magnet ſei, der alle Be⸗ wohner der Stadt unwiderſtehlich nach dort hin⸗ zöge und bald war die Plaza de Oriente, ſowie die Räume zu beiden Seiten des Schloſſes nach dem Manzanares mit einer Menge gefüllt, die ununterbrochen ihre Vivas ſchrie.
Ferdinand war, wie ſchon geſagt, in der beſten Laune und es iſt ſogar auch wohl möglich, daß er ſeit dem letzten Gruße dieſer Art denſelben beſſer zu würdigen verſtand.
Die Königin am Arme erſchien er daher am
Fenſter und winkte nach allen Seiten hin mit der Hand; auch ſeine Gemahlin that dies.
Das Geſchrei nahm bei dieſen Bewegungen faſt überhand und es dürfte nicht zu viel geſagt ſein, wenn man behauptet, die Häuſer in der Nähe wurden bis zum Fundamente erſchüttert, und die Königin nahm wirklich beängſtigt den Arm des Königs, der ſie lächelnd wieder zurück⸗ führte.
Innerhalb weniger Minuten bekam die Stadt das Ausſehen eines Feiertages. Die Häuſer wurden mit grünen Guirlanden geſchmückt und überall wehten Fahnen mit den ſpaniſchen Farben und Wappen..
Der Prado und die Alkala füllten ſich mit feſtlich gekleideten Perſonen und man gratulirte einander, ohne ſich zu kennen, während überall Buden entſtanden, in denen Erfriſchungen und Waſſer feilgeboten wurde.
Madrid feierte wirklich.
Indeſſen kam der Mittag und die Zeit der Sieſta heran.
Nach derſelben und während ſich auf den Straßen und Plätzen das für einige Stunden er⸗ ſtorbene Leben und Treiben der Menge wieder zeigte, füllte ſich auch allgemach das für die Nachmittags⸗Geſellſchaften beſtimmte Zimmer im Schloſſe.
Aber wie verändert war jetzt hier die Ge⸗ ſellſchaft.
Es fehlten zuvörderſt die ſämmtlichen früheren Miniſter, arme Bedauernswürdige, welche durch den Glanz ihres Führers verblendet, durch ſeinen Fall mit hinabgeriſſen wurden.
Es fehlten ferner alle jene Mitglieder des zweiten Miniſteriums, jener gleißneriſchen Sipp⸗ ſchaft, die, mit dem Kammerherrn⸗Schlüſſel be⸗ waffnet zu Felde zog und deren Waffen Lug und Betrug waren.
Natürlich fehlten mit ihnen auch die Damen, welche durch verwandtſchaftliche oder andere Ver⸗ hältniſſe ihnen verbunden waren.
Dagegen hatten ſich behauptet die Fürſtin de la Paz, die Herzogin San Fernando und einige andere.
Zu ihnen geſellten ſich nun die Mitglieder


