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Die Camarilla in Spanien.
und thätige Leute, die Aufrechthaltung des Geſetzes und der Ordnung obenan ſtellen.
Ferdinand betrachtete den Polen mit ſeinen ſpähenden, durchdringenden Blicken und fragte dann erſtaunt:
— Alſo über die ganze Welt iſt der Orden verbreitet?
— So ziemlich, Majeſtät! lautete die Antwort.
— Was iſt denn aber der Zweck einer ſo ge⸗ waltigen Verbindung?
— Ich glaube ihn bereits genannt zu haben, Majeſtät!
Feerrdinand ſchüttelte mit dem Kopfe. — VLVerzeihung, Majeſtät, fuhr Krakowsky fort, ich meinte nämlich, ſo weit ich ihn kenne.
— Ah, das iſt etwas anderes; ſo dürfte ich alſo Don Salo, gerade weil er Mitglied des Or⸗ dens iſt, um ſo mehr vertrauen.
— Das iſt ſehr leicht möglich.
— Nun, ich will wenigſtens für den Dienſt, welchen er mir jetzt geleiſtet, dankbar ſein, und ich will auch Sie belohnen; womit aber könnte ich dies, Krakowsky?
Der Pole erröthete zum zweiten Male. Er war bereits belohnt; denn in der kurzen Zeit von kaum ſechs Monaten vom ſimplen Reiteroffizier bis zum General⸗Major zu ſteigen, war ſo un⸗ erhört, daß der junge Mann ſelbſt daran zweifelte, ob es möglich ſei. Er antwortete daher nach einigem Zögern und anſtoßend:
— Majeſtät, ich habe, ich bin—!
Ferdinand deutete ſeine Verlegenheit jedoch falſch und ſagte:
— Dreiſt, mein lieber Freund, Sie wiſſen, daß ich der Beherrſcher eines bedeutenden Reiches bin und vieles zu gewähren vermag.
Der König war übrigens ſtolz darauf, eine bedeutende Macht ausüben zu können, und wie er ſtrenge im Strafen war, ſo war es gleichſam Chrenſache für ihn, nie geringe zu ſchenken oder von ihm anerkannte Dienſte zu vergelten.
Dies hatten alle zu benutzen gewußt, die in ſeiner Gunſt geſtanden und geſtiegen, wodurch dieſer gewiſſermaßen edle Zug ſeines Charakters nicht ſelten eine bedeutende Laſt für den Staat geworden war. Krakowsky jedoch wußte die Frei⸗
gebigkeit des Königs ſo wenig zu benutzen, als er es wollte. Beſchämt erröthete er daher noch einen Ton tiefer und ſagte ſchnell:
— Ich bin bereits belohnt, Majeſtät; die mir vor kaum einer Stunde widerfahrene Gnade iſt mehr als eine Belohnung meiner geringen Dienſte, wozu mich ſchon Eid und Stellung verpflichteten.
— Nichts, nichts, rief der König, ich will—
Er unterbrach ſich jedoch plötzlich und fügte nach einigem Nachdenken hinzu:
— Es iſt indeſſen wahr, doch davon morgen; ich bedarf der Ruhe, mein Freund, und Sie wer⸗ den über die Sicherheit derſelben wachen.
Ferdinand machte nach dieſen Worten ein Zeichen mit der Hand, ſetzte ſich im Lehnſeſſel zurecht und entſchlummerte trotz der Aufregung, in welcher er ſich befinden mußte, ſehr bald. Der Pole blieb an dem Thürpfoſten gelehnt im Zimmer.
Ferdinand mochte vielleicht eine Stunde oder etwas darüber geſchlafen haben, als er ziemlich gut gelaunt erwachte.
— Ich habe, meinte er, ſeit langer Zeit nicht ſo gut geſchlafen, wie jetzt, und dies verdanke ich jedenfalls Ihnen; ich ernenne Sie daher zum Hauptmann meiner Leibwache und nun mögen auch Sie ſich auf eine Stunde erholen, doch ſehe ich Sie und Don Salo dann wieder.
Krakowsky eilte, von der erhaltenen Erlaubniß, ſich zu entfernen, Gebrauch zu machen, jedoch nicht um ſich zu erholen, ſondern ſein Weg ging zu dem Hauſe Don Salo's, wo er ängſtlich pochte.
Man öffnete und Krakowsky trat in das ihm und uns wohlbekannte Zimmer zur linken Hand.
Sein erſter Blick aber fiel auf Donna Con⸗ ſtantia, welche zwar bleich und matt, aber doch bereits wieder zur Beſinnung gekommen, in einem Seſſel lehnte und zu lächeln verſuchte, als der Pole eintrat. Neben ihr befand ſich Don Salo.
Krakowsky eilte auf beide zu und rief:
— Verzeihung, Don Salo, Verzeihung, Con⸗ ſtantia, daß ich unangemeldet eintrete, doch der Drang, zu erfahren, wie Sie ſich befinden, Donna Roſas, ließ mir jede Sekunde bis zu dem Mo⸗ mente, wo es geſchehen, als eine verlorene be⸗ trachten.
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