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Die Camarilla in Spanien.
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wenige Perſonen, und dieſe Wenigen vermieden es, viel Geräuſch zu machen.
Das Schloß war namentlich ſo ſtill beſetzt worden, daß wohl Niemand anders, als die darum wußten, eine Ahnung davon hatte. Als dies aber geſchehen, entließ der König auf einige Stunden alle Anweſenden, bis auf Krakowsky, mit dem Befehle für Fernando, ihm ſo bald als möglich die Mitglieder des neuen Staatsraths vorzuſtellen.
Dieſe Zeit benutzte Don Salo, um dem Po⸗ len zuzuflüſtern:
— Und ſie?
— Gerettet! entgegnete Krakowsky.
Don Salo warf einen Blick nach oben und drückte warm die Hand ſeines jungen Freundes, dann aber entfernte ſich der edle Freimaurer, deſſen Werk alles war, was bisher geſchehen, ſtill und leiſe, um dem Danke des geretteten Ferdinands zu entgehen.
Ferdinand hatte indeſſen hier und dahin einige Worte geſprochen, und ſich zuletzt beſonders freund⸗ lich gegen Don Carlos benommen, den er ſogar bis zur Thür begleitete. Er war hiernach allein mit Krakowsky im Zimmer, an den er ſich nach einigem Auf⸗ und Niedergehen wendete.
— Sennor Krakowsky, ſagte er, ich fühle den Drang in mir, zu ſprechen, wie ich gerade empfinde. Sie ſind ein Ehrenmann und treuer Diener, Sie werden mich verſtehen.
Der Pole, welcher ſeit dem erhaltenen Be⸗ fehle, zu bleiben, ſich im Hintergrunde des Zim⸗ mers gehalten hatte, und der gern nach dem Hauſe Don Salo's geeilt wäre, um Gewißhheit über das Befinden Conſtantia's zu erlangen, ver⸗ beugte ſich. Ferdinand fuhr fort:
— Ich bin zu oft hintergangen, Sennor, um nicht in demſelben Augenblicke Mißtrauen zu em⸗ pfinden, in welchem ich dankbar ſein müßte. Sie wußten um dieſen Akt und um die Abſichten jener untreuen Diener, die ſämmtlich hart beſtraft wer⸗ den ſollen; woher kannten ſie Beides?
Krakowsky's Geſicht überzog bei den Reden des Königs eine leichte Röthe und er ſchien un⸗ angenehm durch den erſten Theil derſelben berührt zu werden. Doch antwortete er beſcheiden:
— Majeſtät, ich ward durch Don Salo in das Geheimniß gezogen und erhielt von ihm die Anweiſung, wo und wie ich handeln ſollte.
— Alſo durch Salo! ſagte der König nach⸗ denklich, doch woher kannte er jenes Geheimniß!
— Das iſt mir unbekannt, Majeſtät!
— Salo iſt alſo wirklich ein treuer Diener ſeines Fürſten?
— Es giebt keinen treuern und namentlich keinen thätigern, Majeſtät!
— Und keinen räthſelhaftern, nicht wahr?
— Majeſtät—!
— Sie ſtutzen!
— Jenes ſcheint in dieſem Lande nöthig zu ſein; Don Salo kennt ſein Vaterland!
— Mag ſein, doch ſo viel Urſache ich auch habe, ihm zu trauen, habe ich auch eben ſo viel Gründe, ihm zu mißtrauen; er gehört einer ge⸗ heimen Geſellſchaft an.
— Er iſt Freimaurer, Majeſtät!
— Ganz richtig und deshalb ein Ketzer, ein Menſch, den die Kirche verdammt und der noth⸗ wendig an mir nachtheiligen Komplotten Theil nimmt.
— Unmöglich, Majeſtät!
— Ja, ja, alle Freimaurer ſind meine Feinde, ich weiß es..
— Ich darf das Gegentheil von den Mit⸗ gliedern dieſes Ordens in Spanien verſichern; denn ich glaube ſogar, daß der ganze Orden durch Don Salo in dieſer Angelegenheit wirkte.
— Ah— ſind Sie ebenfalls Mitglied des Ordens?
— Nein, Majeſtät, dies nicht.
— Aber Sie kennen viel Perſonen, die ihm angehören?
— Auch das nicht, Majeſtät.
— Die Kirche verdammt ihn und das Intereſſe des Staates ebenfalls!
Krakowsky konnte ſich jetzt eines leichten Lä⸗ chelns nicht erwehren.
— Dann geſchieht dies in Spanien allein! erwiederte er, da er ſonſt, ſo viel ich weiß, über die ganze Welt gegenwärtig verbreitet, nirgends angefeindet oder verfolgt wird; vielmehr kennt man ſeine Mitglieder als ehrbare, achtungswerthe


