Jahrgang 
1857
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Kheinsberg.

wünſcht? Oder der alte Kaiſer von Oeſterreich, der nichts wünſcht, als in Ruhe und Frieden zu bleiben, und dem eine Tochter auf den Thron folgen wird, kräftig zwar und männlich ſtark, aber doch nicht erhaben genug, um die großen Gedanken dieſes Jahrhunderts in ſich aufzuneh⸗ men? Oder ſoll ich von Rußland ſprechen, von Italien und von Spanien, von dieſen alten Län⸗ dern, die ſelbſt eines kräftigen Anſtoßes bedürfen? Nein, ein neues Reich muß es ſein, ein junges kräftiges Volk, das dem Manne zur Seite ſteht, von dem dieſes Jahrhundert ſeinen Namen em⸗ pfangen wird. Die Preußen werden durch Dich zu einer geachteten Nation werden, Du wirſt ſie dem Dunkel, der Nichtachtung, in der ſie bis jetzt gelebt, entreißen, und den Namen Deines Volkes von einem Ende der Welt bis zum andern wie⸗ derklingen laſſen, als Loſungswort der Geſittung und der Aufklärung! Das iſt Deine Aufgabe, Du wirſt ſie löſen, wenn die Sterne das halten, was ſie verſprechen.

Die Sterne? ſagte Friedrich, der nicht ganz frei von allem Glauben an die Aſtrologie war, obgleich er manchmal darüber ſpottete. Was ſagen die Sterne über mein Schickſal?

Das, was ich Dir verkündete, antwortete der Greis. Doch ſollſt Du mich nicht für einen Sterndeuter, für einen Geheimnißkrämer halten. Ich bin offen genug, Dir zu ſagen, daß nur ein Spiel des Zufalls mich daſſelbe in den Sternen leſen lies, was mein Verſtand mir ſagte.

Aber noch begreife ich immer nicht, rief Friedrich, wie es möglich ward, daß wir uns hier trafen. Kein Sterblicher konnte eine Ahnung davon haben, daß ich mich um dieſe Zeit in die⸗ ſem Schloſſe befinden würde, das ich nie zuvor geſehen, und das ich ohne einen Zufall vielleicht auch nie betreten hätte. Woher wiſſen Sie, wer ich bin?

Ich will Dir gegenüber nicht den Zau⸗ berer ſpielen, mein Sohn, ich ſagte es Dir ſchon, antwortete der Alte, und nichts iſt einfacher, als die Löſung deſſen, was Du für ein Räthſel hältſt. Aber ich kann Dir dieſe Löſung jetzt nicht geben. Ein Verſprechen hindert mich daran.

Nun gut, ſagte Friedrich, und Sie leben

hier ganz abgeſchloſſen von der Welt in dieſem

reizenden Schloſſe? Wohl dem der Ihr Schickſal theilen könnte!

Ja, wohl ihm! ſage der Greis. Aber Dir iſt ein ſolches Loos nicht beſchieden und darf es nicht ſein, wenn Du das werden willſt, wozu Dich die Vorſehung beſtimmt. Und dennoch werden auch Dir jetzt ſchöne Jahre des Glücks und der Muße erblühen. Benutze Sie gut! Wenn Sie vorüber ſind, erwarten Dich Sturm und Kampf. Dann mußt Du ſtark und mit männlichen Muthe gerüſtet ſein.

Aber welcher Geiſt treibt Sie an, mir das zu ſagen? Weshalb zeigen Sie mir dieſe Theilnahme? fragte Friedrich.

Weshalb? Weil ich es muß! antwortete der Greis. Auch Andere würden Dir geſagt haben, was ich Dir offenbart, hätte ſich ihnen dieſelbe günſtige Gelegenheit geboten. Ich ſchätze mich glücklich, daß mir die Freude zu Theil ge⸗ worden, Dich von Angeſicht zu Angeſicht zu ſehen, und mit Dir ſprechen zu können. den Andere noch ähnlich mit Dir reden.

Welche Anderen? fragte der Kronprinz erſtaunt. Wer kümmert ſich um mich?

Wer? antwortete der Greis lächelnd. Sehr viele Männer, mein Sohn, und zwar alte Männer, Viele, die mit dem Troſte freudig ſter⸗ ben, daß Du ihre Wünſche und Hoffnungen er⸗ füllen wirſt. Und ich ſage Dir, unter dieſen Männern ſind viele edle und große Geiſter!

Wenn ſie ſind, wie Sie, dann iſt es ſo! rief der Kronprinz. Und welche andere Verbin⸗ dung kann dies ſein, als die, von der ich ſo oft mit Bewunderung gehört die Verbindung der Freimaurer?

Du irrſt, Greis. Aber ſie iſt es nicht, die ſo viel Antheil an Dei⸗ nem Schickſal nimmt. Es giebt noch einen an⸗ dern Bund, weit weniger zahlreich und dennoch mächtiger, weit weniger bekannt und dennoch angeſehener, weit weniger geheimnißvoll und den⸗ noch verborgener. Er iſt es, der mit unverwand⸗

mein Sohn, antwortete der

ter Theilnahme und mit der Ausdauer, die nur ein großer Zweck verleiht, die Geſchicke der Welt,

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Zwar gehöre ich zu dieſer Verbindung.

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