Jahrgang 
1857
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12 Kheinsberg..

Sei nicht ſo thöricht! rief Fouqué. Es handelt ſich jetzt vor allen Dingen darum, dem Prinzen zu Hülfe zu eilen. Wir müſſen den Bal kon hinabſpringen.

Sie eilten zurück in den Gartenſaal. Der Balkon führte auf einen kleinen allerliebſten Park, der die Rückſeite des Schloſſes begrenzte, wie der

größere die Vorderſeite. Fouqué überlegte nicht lange und ſprang hinab. Buddenbrok folgte ihm.

Aber neues Entſetzen ergriff ſie, als ſie den

gefährlichen Sprung glücklich gewagt. Sämmt⸗ liche Fenſter, dicht verſchloſſen, lagen in der Höhe des Balkons, zwölf Fuß vom Erdboden entfernt, und nicht einmal eine Thür war an dieſer Seite angebracht. Sie ſtanden alſo, wie vor einer Feſtung. Zu den Fenſtern emporzuklimmen, war nicht möglich. Es blieb alſo nur die Hoffnung, einen Ausweg aus dem Park zu finden. Aber dieſer war ringsum von einer ebenfalls zwölf Fuß hohen Mauer umſchloſſen, und die Bäume, obwohl hoch und breitäſtig, reichten nirgends ſo weit an die Mauer, daß man ſich von ihnen aus auf dieſelbe hätte ſchwingen können. Fünf Minuten reichten hin, die beiden Offi⸗ ziere zu überzeugen, daß ein Ausweg aus dieſem ſeltſamen Gefängniß unmöglich ſei. Sie waren vollſtändig betäubt, und Buddenbrok warf ſich erſchöpft auf eine Bank und ſtieß einen tiefen Seufzer aus.

Welcher Dämon hat uns in dieſes Laby⸗ rinth gelockt? rief er faſt zornig. Hier ſitzen wir und können uns nicht rühren, wie ein Paar Grenadiere, die Spießruthen gelaufen ſind, wäh⸗ rend unſer Prinz dort drinnen vielleicht maſſakrirt wird. Das halte ich nicht aus? Hoheit! König⸗ liche Hoheit!

Um Hinmmelswillen, biſt Du beſeſſen? unterbrach ihn Fouqué, ihm die Hand auf den Mund legend. Willſt Du verrathen, wer er iſt? Wir müſſen abwarten, was geſchieht. Irgend Jemand muß ſich doch zeigen. Hörſt Du die Franzoſen noch ſingen?

Sie lauſchten, und in der That hörten ſie den bekannten Refrain des oben erwähnten Liedes dumpf durch die Mauern dringen.

Gott ſei Dank! ſagte Buddenbrock mit

einem ſchweren Seufzer. Dann maſeaakriren ſie ihn wenigſtens nicht. Sie würden doch nicht den Marlbrough dabei ſingen!

Ha, rief Fouqué jetzt, da bewegt ſich ein Vorhang! dort! bei Gott, es iſt das Mädchen!

Beide ſprangen auf und blickten nach einem Fenſter im erſten Stock empor. Dort, hinter dem Vorhange, erſchien derſelbe liebreizende Kopf mit den langen, dunklen Locken. Die beiden Freunde waren dem Mädchen jetzt viel näher, als vorher, und konnten ſie viel deutlicher ſehen. Aber in ihrer jetzigen Beſtürzung achteten ſie nicht auf die feinen Züge des Geſichts und auf das eigenthüm⸗ liche, faſt ſchalkhafte Lächeln, das ihre Lippen umſpielte.

Gnädigſtes Fräulein! rief der gutmüthige Buddenbrok händeringend, gnädigſtes Fräulein, ſagen Sie uns, wo unſer Begleiter geblieben iſt, wir beſchwören Sie. Wir ſind Fremde, ſind aber nicht in feindlicher Abſicht gekommen. O bitte, ſagen Sie uns, wo unſer Freund iſt!

Ich weiß es nicht, antwortete das junge Mädchen, mit einer Stimme, ſo lieblich und klar, daß ſie den Beiden wie Muſik klang, und in guter und richtiger deutſcher Sprache, obgleich mit einem leichten Anklange von Fremdartigem. Ich weiß es nicht, meine Freunde. Aber hier in dieſem Hauſe wird ihm nichts Böſes geſchehen. Es iſt eine Stätte des Friedens, des Glückes und der Ruhe. Hier weht der Hauch Gottes und beſeligt Jeden, der eintritt. Seien Sie unbeſorgt. Ihr Freund wird das Haus zufriedener und glück⸗ licher verlaſſen, als er es betreten.

Sie wiſſen alſo, wo er iſt? rief Budden⸗ brok. O, dann ſagen Sie es uns!

Ich weiß es nicht, aber wenn er bei dem Vater iſt, ſo wird er jetzt zufrieden und glücklich ſein, antwortete ſie. Er wird es Ihnen ſagen, wenn er zurückkehrt.

Und Sie, räthſelhaftes ſchönes Weſen, rief Fouqué, der das junge Mädchen fortwährend in einer Art von Verzückung angeſtarrt hatte, ſagen Sie mir, wo habe ich Sie ſchon geſehen?

Michd wiederholte ſie. Ich weiß es nicht, doch nur da, wo der Vater weilte.

Und ſchönſtes Fräulein, rief Buddenbrok,

der an was ſind Geſang!

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Nidhen. habe ich

hött und nicht, ob ſind, was 4 denbrock richig wenn ſie das Ub. daß ſie erſten zu Fougus, Du ſie Der Keorderun d Aler je ruft mie denbrok. ich mei eainen ho eehr w denkſt ſo geaue merken loren.

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