Jahrgang 
1857
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Rheinsberg.

nicht beſinnen. In Berlin? Nein! Irgendwo auf einer Reiſe? Ich weiß es nicht.

Das Beſte iſt, wir fragen! ſagte Budden⸗ brok. Ich habe ſie nicht geſehen, das weiß ich wohl, und vielleicht täuſchen Sie ſich, Königliche Hoheit. Was Fouqué anbetrifft, der den Kopf immer voller Phantaſieen hat, ſo mag er ſie wohl in einem ſeiner Träume geſehen haben.

Nicht in meinen Träumen, antwortete Fouqué ernſt und nachdenkend. Ich habe dieſes Geſicht irgendwo geſehen und zwar unter ſelt⸗ ſamen und ergreifenden Umſtänden. Doch kann ich mich merkwürdiger Weiſe nicht entſinnen, wo und wann dies geſchehen.

Grade ebenſo geht es mir! rief der Kron⸗ prinz beinahe erſtaunt. Wir müſſen uns alſo näher erkundigen. Vorwärts! Obgleich die Be⸗ ſatzung dieſes Hauſes gefährlicher ſcheint, als wir glaubten.

Er trat aus dem Gebüſch, die beiden Offi⸗ ziere folgten. Buddenbrok mit ſeinem friſchen, Vertrauen erweckenden Geſicht, luſtig und Aben⸗ teuer erwartend, Fouqué ſinnend und ernſt. Nur der Kronprinz ſah noch zu dem Fenſter hinauf, an welchem das junge Mädchen noch immer ſtand. ihre großen, ſchönen Augen unverwandt auf die Männer heftend. Plötzlich aber ließ ſie den Vor⸗ hang fallen und war den Blicken des Kronprinzen entſchwunden.

Hml ſagte dieſer, der jetzt ſelbſt nachdenk⸗ lich geworden war es peinigt mich faſt, zu wiſſen, daß ich dieſes Lockenköpfchen ſchon ge⸗ ſehen habe, und daß ich mich doch nicht beſinnen kann, wo!

Dann klopfte er an die Pforte, zu der man einige Stufen hinaufſteigen mußte, und über der ein eigenthümliches Zeichen ſich befand, ein Herz, umſchlungen von einer Schlange.

Ci, Fouqus, ſagte Friedrich auf das in Stein gehauene Zeichen deutend, das iſt ein ge⸗ fährliches Symbol!

Der Offizier ſah hinauf, ſchien aber zu ſehr mit anderen Gedanken beſchäftigt zu ſein und

ſchwieg.

Da auf das Klopfen nicht geöffnet wurde, ſo og Buddenbrok ſtark an der Klingel. Eine Mi⸗

nute darauf ſprang die Thür auf, ohne daß ein Diener ſich zeigte. Buddenbrok trat zuerſt hin⸗ ein, dann folgten Friedrich und Fouqué. Sie befanden ſich in einem Vorſaal, der ein Bild der größten Einfachheit bot. Die Wände waren mit einer gelblichen Farbe bekleidet, die das Auge ſehr angenehm berührte, und auf dieſem gelben Grunde befanden ſich einige runde Gemälde, al fresco ausgeführt, mit den Emblemen des Frie⸗ dens, der Künſte, der Wiſſenſchaften und des Ackerbaues. Eine Thür am Ende des Vorſaals war halb geöffnet. Noch zeigte ſich Niemand.

Charmantl ſagte Friedrich, der Alles mit unbefangenen Augen prüfte. Knobelsdorf ſoll mir einen Korridor in Rheinsberg ebenſo ausmalen. Der Beſitzer dieſes Schloſſes ſcheint Geſchmack zu haben, und wenn die junge Schönheit ſeine Toch⸗ ter iſt, ſo werden Fouqué und Buddenbrok ſich wahrſcheinlich nächſtens wegen dieſer Eroberung in den Haaren liegen, und hoffentlich ernſter, als der alte Eugen und der Marſchall d'Asfeld.

Vorausgeſetzt, daß Se. Königliche Hoheit nicht vorher die Feſtung durch einen kühnen Hand⸗ ſtreich nimmt! warf Buddenbrok ein. Für dieſen Fall würde ich mich auch mit der Garniſon be⸗ gnügen.

Du biſt ein Spötter, Auguſt! ſagte Fried⸗ rich lächelnd. Aber weiter!

Halt! ſagte in dieſeim Augenblick Auguſt von Buddenbrok. Hören Sie, Hoheit!

Man hörte in der That einen entfernten Lärm von Stimmen, der ſich, als die Offiziere auf⸗ merkſamer lauſchten, als ein Geſang offenbarte, und zwar als das damals bei den Franzoſen ſo beliebte Spottlied auf die Engländer: Marlbrough

s'en va-t'en guerre!

Sacre dieu! Das ſind Franzoſen! flüſterte der Kronprinz aufmerkſam.

Dann laſſen Sie uns ſogleich zurückkehren, Hoheit! rief Buddenbrok. Noch hat uns Niemand außer der jungen Dame bemerkt. Sie kann nicht wiſſen, wer wir ſind.

Und hätten wir dann unſern Zweck er⸗ reicht? fragte Friedrich. Wie leicht können wir den Franzoſen in die Hände fallen, wenn wir uns jetzt aufs Gerathewohl auf den Rückweg

. und 4 voll

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