Jahrgang 
1857
Einzelbild herunterladen

fonnte. ne ge⸗

Das ſeiner ob es rgends d ver⸗ tt Ihr

Kapf. Von ee und

Haus

9 zudden⸗

Viel⸗ hewagt. nduren

aufge⸗ irgend derſteht, weihten

ſagte

weil⸗ n nied⸗

wir Er⸗ onnten, n. E er wird

Laſſen

ſen be⸗

gnügen, nd das Kron⸗ g kann 6s wird

ant! ng a5⸗ ne die

Uheinsberg.

Sporen und ſprengte die Allee entlang. Die bei⸗ den Offiziere mußten ihm folgen. Es war ein ſehr angenehmer Weg, kühl und ſchattig durch die hohen Bäume, und ſo weich, daß man die Huf⸗ ſchläge der Pferde kaum hörte. Nach wenigen Minuten waren ſie am Ufer des Sees, neben der Brücke.

Von hier aus ſahen ſie das Schloß in einer Entfernung von ungefähr hundert Schritten deut⸗ lich vor ſich liegen. Die Thüren, die Fenſter waren verſchloſſen, und obgleich man die drei Reiter vom Schloſſe aus deutlich bemerken mußte falls überhaupt Bewohner ſich in demſelben befanden zeigte ſich dennoch Niemand, um ſie zu empfangen oder auch nur nach ihrem Begehr zu fragen.

Das Beſte wäre wohl, ich ſtiege ab und ginge allein nach dem Schloſſe! ſagte Budden⸗ brok.

Wieder die alte Vorſicht! rief der Prinz. Nein, wir bleiben zuſammen. Aber es iſt wahr, wir wollen abſteigen und zu Fuß dorthin gehen. Dann gewinnt es den Anſchein, als hätten wir uns von einer größeren Schaar getrennt. Die Pferde wollen wir hier laſſen.

Geſagt, gethan. Der Kronprinz ſtieg zuerſt aus dem Sattel, dann band Buddenbrok die Pferde mit den Zäumen an die jungen Erlen, welche das Ufer des Sees begrenzten.

Sollen wir die Piſtolen mit uns nehmen? fragt Fouqué.

Wozu? antwortete Friedrich. Sind Fran⸗ zoſen dort, ſo haben wir es gewiß mit der Ueber⸗ macht zu thun, und dann wäre es gefährlicher, zu kämpfen, als ſich zu ergeben.

Wie Sie wünſchen, Königliche Hoheit! ſagte Fouqué ergeben.

Friedrich ging voran, die linke Hand an den Degen gelegt. Wie immer, ſo zeigte er auch jetzt keine Spur von Beſorgniß oder Furcht. Er ging über die Brücke und trat in den Garten mit der zuverſichtlichen und nachläſſigen Haltung eines Gaſtes oder Beſuchers, Alles muſternd, was ihm der Aufmerkſamkeit werth ſchien. So gelangten ſie bis zu einem Gebüſch, dicht vor dem Portal des Schloſſes, nur zwanzig Schritt von demſelben

entfernt. Kein Fenſter öffnete ſich, kein Diener zeigte ſich.

Oho, ſagte Buddenbrok jetzt mit gedämpfter Stimme, da iſt ja Jemand.

Er deutete auf ein Fenſter, das nur durch einen Vorhang von innen geſchloſſen war. Die⸗ ſer Vorhang war ein wenig zurückgeſchoben und deutlich erkannten die drei Männer die Geſtalt und das Geſicht eines jungen Mädchens, das die Offiziere bemerkt zu haben ſchien und jetzt vielleicht erwartete, daß ſie aus dem Gebüſch hervortreten würden.

Sacre! ſagte Friedrich leiſe und richtete ſeine glänzenden Augen lebhaft auf das Fenſter. Ein allerliebſtes Geſicht. Sollte das ſchöne Kind allein in dem Schloſſe wohnen?

Dann deſto beſſer! Dann wagen wir einen Sturm! flüſterte Buddenbrok. He, Fouqué, biſt Du dabei?

Dabei ſchlug er ſeinem Freunde leicht auf die Schulter. Dieſer fuhr auf.

Was willſt Duk fragte er, noch immer nach dem Fenſter ſtarrend. Ich muß dieſes Ge⸗ ſicht geſehen haben.

Das weiß der Teufel, er hat Alles ge⸗ ſehen! rief Buddenbrok lachend.

Dieſes Geſicht ſchon geſehen? fragte Fried⸗ rich, wieder nach dem Fenſter blickend. Aber, weiß Gott, ich möchte darauf ſchwören, daß auch mir dieſes Geſicht bekannt iſt.

Es war ein ſehr ſchöner Mädchenkopf, mit langem, dunklem Haar, nicht nach der Mode je⸗ ner Zeit zurückgekämmt und gepudert, ſondern in freien und natürlichen Locken auf die weißen, bloßen Schultern fallend. Soweit ſich das Ge⸗ ſicht in dieſer Entfernung und durch das Fenſter beurtheilen ließ, war es nicht nur ſehr ſchön, ſondern auch ſehr eigenthümlich und intereſſant. Die junge Dame ſchien nicht über ſechszehn oder ſiebzehn Jahre alt zu ſein, und ihre Züge trugen den Ausdruck vollkommener Naivetät und Unbe⸗ fangenheit.

Ich habe ſie geſehen, murmelte Fouqué vor ſich hin. Nun, wo dennd fragte Friedrich ungedul⸗

Mir geht es ebenſo, aber ich kann mich jetzt

4

auf jeden Fall!

dig.