laſſen?
Rheinsbreg.
Friedrich ſah mit einem Geſicht, das von Frende glänzte, die Kanoniere zu—e Beſchützen eilen. Unterdeſſen war die kleine Abtheilung der fran⸗ zöſiſchen Musketiere faß vollſtändig niedergemacht. Jetzt aber nahte Kavallerie von allen Seiten. Hinter allen Büſchen und Hügeln tauchten fran⸗ z⸗ſiſche Farben auf. Die Huſaren wurden von einer Schwadron franzöſiſcher Dragoner attaquirt, das Gefecht war im vollen Gange, und auch der Donner eines ſchweren Geſchützes miſchte ſich in das Knattern der Piſtolen. Es war eine Kanone auf einer nahen franzöſiſchen Schanze, und die Kugel flog über den Köpfen der jungen Offiziere fort, die dabei in einen lauten Jubel ausbrachen.
— Hei, der Tanz geht los! rief Friedrich jauchzend. Da iſt Münchow mit ſeinen Grena⸗ dieren.
In der That hatte der Oberſt ſein Bataillon bereits zuſammen und eilte den bedrängten Hu⸗ ſaren zu Hülfe. Es war hohe Zeit. Die Oeſter⸗ reicher waren bereits, umzingelt, und es nahten mehrere Bataillone franzöſiſcher Infanterie im Sturmſchritt. Aber auch Münchow's Grenadiere ſtürmten vorwärts und vor ihrten geſchloſſenen Reihen mußte die franzöſiſche Kavallerie zurück⸗
weichen. Es war ein lebhaſtes, ächt kriegeriſches
Bild. Kein Hauch bewegte die warme Sommer⸗ luft und der Pulverdampf lag ſchwer über den Hügeln. Es war ein aͤchtes Vorpoſtengefecht, das jedoch mit jedem Augenblick ernſthafter wer⸗ den konnte. Denn bereits rückte Dieskau's Bat⸗ terie aus den Schanzen vor und ſtellte ſich auf dem Rücken des Höhenzuges auf. Die Franzoſen wichen zurück, die Huſaren und Münchow's Gre⸗ nadiere drangen vor.
Jetzt ſprengte ein Adjutant an den Kronprin⸗ zen heran und wollte im Namen des Oberſten von Kleiſt Auskunft darüber haben, was vorge⸗ fallen und ob die Preußen ausrücken ſollten.
— Da, da ſieht Er, was vorgefallen! rief Friedrich, mit dem Degen auf die Franzoſen zei⸗ gend. Und dahinter rücken die Franzmänner in dichten Kolonnen vor. Melden Sie das dem Oberſten. Es iſt genug, dächte ich. Sollen wir uns unvorbereitet von den Franzofen überfallen
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Der Adjutant ſprengte zurück. In der That
ſah man auf den ferneren Hügeln, eine halbe
Viertelmeile entfernt, dichte franzöſiſche Kolonnen im raſchen Anzuge. ſchien in Erfüllung zu gehen. Das Gefecht mußte ſich bald auf der ganzen Linie entwickeln. Da plötzlich aber ſtörte ein unerwarteter Vorfall die Berechnungen des Prinzen.
Man hatte ein dichtes Gebüſch außer Acht gelaſſen, das ungefähr tauſend Schritte zur Linken zwiſchen den öſterreichiſchen und franzöſiſchen Schan⸗ zen lag. Zwar hatte man dort Waffen blinken ſehen, da die feindliche Truppe aber durch das Gebüſch verborgen war, ſo konnte man ſie leicht nur für einen Vorpoſten halten. Jetzt offenbarte ſich dieſe Truppe plötzlich als eine Schaar von zwei Schwadronen ſchwerer franzöſiſcher Kavallerie, die mit Sturmesgewalt den Höhenzug hinauf⸗ ſprengte, gerade auf die verſammelten Prinzen los, in der offenbaren Abſicht, die Batterie Dies⸗ kau's zu nehmen, ehe ſie den Franzoſen gefährlich werden konnte, und dann die öſterreichiſchen Hu⸗ ſaren und das Bataillon Münchow's im Rücken anzugreifen.
— Wir müſſen uns retten, Hoheit! rief Fouqué. Die Franzoſen werden in wenigen Mi⸗ nuten hier ſein. Wir müſſen hinter die preußi⸗ ſchen Schanzen.
Jeder ſah die Nothwendigkeit dieſes Rückzuges ein, da die Prinzen auf dieſer Seite durch gar keine Truppe gedeckt waren. Aber die Schanzen der Preußen zu erreichen, war unmöglich, da Dieskau's Batterie den Weg zu denſelben ver⸗ ſperrte und nur auf die Entfernung des Prinzen wartete, um die Franzoſen mit ihren Zwölfpfün⸗ dern zu empfangen.
— Zu den Huſaren hin, meine Herren! rief der Prinz.
— Nein, zurück nach dem Lager! rief der Herzog von Bevern.
Der letztere Rath war jedenfalls der beſſere, da er die Prinzen ſicherte. Friedrich aber hatte bereits ſein Roß angeſpornt und flog den öſter⸗ reichiſchen Huſaren und Münchow's Grenadieren zu. Ihm folgten jedoch nur Buddenbrok und Fouqué. Die anderen Prinzen ſahen ſogleich ein,
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Des Kronprinzen Wunſch


