Jahrgang 
1857
Einzelbild herunterladen

Kheinsberg.

fentlich nicht böſe darüber ſein! rief der Kronprinz ſpöttiſch. Alſo vorwärts, meine Herren!

Damit gab er ſeinem Pferde die Sporen und diejenigen, die an der Rekognoszirung Theil neh⸗ men wollten, folgten. Buddenbrok und Fouqué ritten dicht an der Seite des Kronprinzen, der mit verhängtem Zügel dahin ſchoß. Ungefähre zwölf von den jüngeren Prinzen und Offizieren hatten ſich der Expedition angeſchloſſen. Einig hundert Schritt hinter ihnen folgte eine Schwadro öſterreichiſcher Huſaren, als Bedeckung für 5 Prinzen.

Friedrich ritt ſo ungeſtüm, daß ihm die Schaar kaum folgen konnte. Er hatte den Kopf vorn übergebeugt und ſein ſchönes Geſicht war finſter, die Brauen beſchatteten düſter ſeine hellen blauen Augen. Er war damals in der Blüthe jugend⸗ licher Schönheit, zweiundzwanzig Jahr alt, obwohl man ihn für älter gehalten hätte, ſeit Kurzem vermählt mit der Prinzeſſin von Bevern, und im Begriff, ſobald der Feldzug vorüber ſei, ſeine Re⸗ ſidenz in Rheinsberg aufzuſchlagen, das ihm ſein königlicher Vater geſchenkt hatte.

Das Terrain war ziemlich eben. Die Schaar ſprengte durch die Zelte der Reichstruppen, die ſich weithin ausſtreckten und das franzöſiſche La⸗ ger beinahe umſchloſſen. Hin und wieder geſellte ſich ein junger Offizier der Geſellſchaft bei. Al⸗ les war friedlich ſtill. Man hörte nirgends einen Schuß, nirgends eine Trommel oder ein Signal. Es war ſtiller und friedlicher in dieſem Kriegs⸗ lager, als bei einem Manöver, bei einem ein⸗ fachen Bivouac.

So bleibt's bei unſerem Plane, Hoheit! flüſterte Buddenbrok dem Kronprinzen ins Ohr.

Bei welchem? antwortete dieſer ſich auf⸗ richtend. Was meinen Sie!

Die preußiſchen Truppen in ein Gefecht mit den Franzoſen zu verwickeln, antwortete Bud⸗ ddenbrok leiſe. Ich habe heut morgen bereits mit . Münchow geſprochen. Sein Bataillon ſteht auf dem äußerſten Flügel, hinter ihm Kleiſt und Glaſenapp. Sie halten's eine Stunde aus, bis die Kaiſerlichen ihnen zu Hülfe kommen. Und die Generäle werden ſich freuen.

Gut, gut! rief der Kronprinz. Es ſoll

Fahnen.

geſchehen. Mit Eugen iſt nichts mehr anzufan⸗ gen. Ich will darauf ſchwören, er wartet bis zum nächſten Sommer. Berwick gefallen iſt, gegen den es eine Chre ge⸗ weſen wäre, zu fechten. Es iſt eine Schande. Wenn wir in vierzehn Tagen nicht eine Bataille geſchlagen haben, ſo gehe ich nach Ruppin oder Rheinsberg. Meine Frau kann eine Schlafmütze für den Generaliſſimus machen und ich werde ſie ihm ſchicken. Doch à propos, iſt Münchow jetzt bei ſeinem Bataillon?

Ich glaube es, Hoheit. Er hat es mir verſprochen, antwortete Buddenbrok..

Iſt auch Dieskau mit ſeiner Batterie noch in der alten Poſition? fragte Friedrich weiter.

Geſtern war ich noch bei ihm, antwortete Buddenbrok, und er war ſo wüthend über den Schlendrian und die Faullenzerei, daß er ſagte, wenn nicht bald die Ordre zur Attaque käme, ſo

ließe er ſeine Batterie allein vorrücken und atta⸗

quire die Seitenſchanze der Franzoſen.

Er ſoll heut Gelegenheit dazu haben! ant⸗

wortete der Kronprinz zuverſichtlich. Aber Halt!

Er hielt ſein Pferd, und mit ihm machte die ganze Schaar Halt. Sie waren jetzt auf den Rücken eines Höhenzuges gelangt, von dem aus man das Lager der Frarzoſen deutlich erblicken konnte. Man ſah auch die Mauern und Thürme von Philippsburg, und zuweilen hörte man hier

den dumpfen Donner der Kanonen von der be⸗

lagerten Feſtung herüberſchallen.

Links war das Kantonnement einer Abthei⸗ lung Kaiſerlicher. Rechts wehten auf den Kom⸗ mandeurszelten die ſchwarz⸗weißen preußiſchen Dahinter und vorn umgab ein dichter Wald die preußiſchen Kantonnements. Hügelich⸗ tes Terrain trennte die beiden Lager von ein⸗ ander, Streifen von niedrigem Gebüſch zogen ſich über dieſe Hügel, und hinter dieſen ſah man in kleinen Gruppen Abtheilungen franzöſiſcher Mus⸗ ketiere und Reiter, die den Wachdienſt verſahen und mit einer gewiſſen Neugierde auf die rekog⸗ noszirende Schaar blickten.

Das glänzende Auge des Kronprinzen über⸗ flog unruhig die ganze Situation, und während die anderen Prinzen und Offiziere ihre Ferngläſer

Er hat gewartet, bis

vorna ein i einen auf d ſchan ſchüſ kaus telſtu thun, die Gelc bind ihre fante als

Glaf tauſe dazu ſied glei