2 Rheinsberg.
form, dem gerötheten Geſicht und den munteren Augen. Neben ihm ſtand der Kronprinz, voller Ungeduld an ſeinen Handſchuhen ziehend, während der alte Deſſauer ruhig ſich auf den Lehnſtuhl des Prinzen Eugen ſtützte und manchmal durch ein großes, rundes Augenglas einen flüchtigen Blick auf die Karten warf.
— Sie begleiten uns alſo nicht auf der Re— kognoszirung, Durchlaucht? fragte der Prinz den alten Eugen. würden ſich keinen Schnupfen holen.
Der alte Feldherr ſah auf, als wolle er wiſ⸗ ſen, ob dieſe Worte im Ernſt oder ſpöttiſch ge— meint ſeien. Aber das geiſtreiche und freie Ge⸗ ſicht des Kronprinzen verrieth nichts, als gutmü⸗ thige Laune. Er hatte es in der letzten Zeit ler— nen müſſen, den Schalk hinter einer ernſten Miene zu verbergen.
— Ich werde hier bleiben, Königliche Hoheit, antwortete Prinz Eugen. Meine jungen Helden mögen thun, was ſie wollen, vorausgeſetzt, daß ſie nicht den Franzoſen in die Hände fallen.
— O, dafür wollen wir ſchon ſorgen! Wir haben prächtige Pferde, Durchlaucht! rief Fried⸗ rich. Sie erlauben uns alſo auch, den Franzo⸗ ſen einige Schock Flintenkugeln und ein paar Dutzend Zwölfpfünder hinüberzuſchicken— nur des Spaßes wegen.
— Nein, nein, mein junger Freund! rief Prinz Eugen kopfſchüttelnd. Das könnte bedenklich wer⸗ den. Wir dürfen einen Angriff nicht wagen, ohne vorher Alles wohl erwogen und unſere militäri⸗ ſchen Dispoſitionen getroffen zu haben.
— Aber ich dächte doch, Durchlaucht, es wäre Zeit, daß wir den Franzoſen einmal zeigten, daß wir da ſind! ſagte Prinz Friedrich mit einiger Ungeduld.
Aus dem Blicke, den jetzt auch der König auf Feldherrn warf, ſchien hervorzugehen, daß er Sohn den Wünſchen des Vaters ne Anſicht ausſprach, die der alte Wilhelm theilte. Selbſt der dem Prinzen einen beifälligen Blick zu. Man war im La⸗ langen Zögerns müde. Das eit müßig bei Weißen⸗
Das Wetter iſt doch ſchön. Sie
thal. Man mußte fürchten, daß die Disziplin einen erheblichen Stoß erlitt, wenn die Unthätig⸗ keit noch länger dauerte.
— Nicht mit Ungeſtüm ſchlägt man den Feind, ſondern mit kluger Berechnung! ſagte Prinz Eugen mit wichtiger und warnender Miene.
— Aber ſo haben Ew. Durchlaucht nicht im⸗ mer gedacht! rief der Kronprinz.
— Es iſt wahr, dann aber hatte ich Gründe,
ſchnell zu handeln! antwortete der Feldherr.
— Und jetzt haben Sie Gründe, nichts zu thun? warf Prinz Friedrich raſch ein.
Der alte Prinz von Savoyen ſah auf und ſeine Miene wurde etwas ſtrenger.
— Ich habe die Truppen meines allergnä⸗ digſten Herrn zu ſchonen, antwortele er dann ge⸗ laſſen. Die Franzoſen in ihren Verſchanzungen anzugreifen, wäre jetzt eine Thorheit.
— Und doch erwartet das ganze Heer auf übermorgen einen Generalangriff! rief der Prinz.
— Uebermorgen? Nein, das iſt unmöglich! antwortete der Feldherr ruhig. Vielleicht in zehn Tagen werden die Schanzen vollendet ſein, die uns im Fall einer Niederlage nöthig ſind, um unſeren Rückzug zu decken. Dann, wenn ich meine Verſtärkungen erhalten habe—
— Alſo Sie denken an eine Niederlage? un⸗ terbrach der Kronprinz faſt unwillig den Alten.
— Ci gewiß, Hoheit! Ein guter Feldherr muß an Alles denken! antwortete Eugen.
Der Kronprinz biß ſich ungeduldig auf die Lippen und warf ſeinem Vater einen ſehr miß⸗ müthigen Blick zu, den dieſer jedoch nicht zu be⸗ merken ſchien.
— Sapperment, Fritz! rief er halb ſcherzend, halb beifällig. Seit wann iſt denn ein ſolcher Kriegsteufel in Dich gefahren? Ich kenne Dich ja kaum wieder! Denken ſich Ew. Liebden— dieſe Worte waren an den Prinzen Eugen ge⸗ richtet— daß der Junge bisher gelebt hat, als wolle er ein franzöſiſcher Tanzmeiſter oder Friſeur werden! Hat die Naſe nur in die verdammten franzöſiſchen Bücher geſteckt, die ich ihm habe ver⸗ brennen laſſen, hat Flöte geſpielt und mit den Frauenzimmern ſchön gethan— und nun thut er
hier, als wolle er die Franzoſen auffreſſen, die
doch Dud Fried fen h klinge Spra ſo iſt ich i es in
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ſich liebe höre


