die Jugend Friedrichs des großen.
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Hiſtoriſcher Roman
von
Adolf Mützelburg.
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oder
Eine gefährliche Attaque.
Mer dem großen Zelte des Prinzen Eugen von Savoyen hielten eine Menge Reiter in den ver⸗
ſcchiedenſten und glänzendſten Uniformen. Ihre Pferde waren von ausgeſuchter Schönheit, Or⸗ densſterne und Bänder ſchmückten die Bruſt der Reiter, von denen Viele noch in der erſten Blüthe der Jugend ſtanden. Sie ſcherzten und lachten, Witzworte flogen von Mund zu Mund, derb, wie der Krieg ſie mit ſich bringt. Denn es war Krieg.
Freilich kein großer. Der Kampf um die pol⸗ niſche Erbfolge hatte das deutſche Reich gegen Frankreich unter die Waffen gerufen, und Oeſter⸗ reich hatte ſeinen alten und bewährten Feldherrn, Prinz Eugenius den edlen Ritter, mit einer be⸗ trächtlichen Armee an den Rhein geſandt, den die Franzoſen bedrohten. Preußen hatte zehntauſend Mann unter General Roeder zu Hülfe geſendet. Außerdem aber war König Friedrich Wilhelm ddeer Erſte ſelbſt gekommen, um Zeuge der Waffen⸗
thaten des großen Eugen zu ſein. Der Kron⸗ prinz Friedrich begleitete den Vater, und faſt ſämmtliche kleinere Fürſten von Norddeutſchland waren dem Beiſpiele des Königs von Preußen gefolgt und zur Reichsarmee geeilt, um durch
eigene Anſchauung, durch die Praris und unter Perlen. 12. Bd. 1. Lief. 1
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der Leitung des berühmteſten Feldherrn ſeiner Zeit die Kriegskunſt zu erlernen.
Aber der große Eugen ruhte bereits auf ſei⸗ nen Lorbeern, und das Alter hatte ihn vorſichtig gemacht. Er wagte es nicht, den Franzoſen ent⸗ gegen zu gehen, die bereits Kehl genommen hat⸗ ten und Philippsburg belagerten. Vergebens drängten die jüngeren Generäle, die Prinzen, zu einer Schlacht. Selbſt König Friedrich Wilhelm ſehnte ſich nach dem Donner der Kanonen und nach einer tüchtigen Bataille. Prinz Eugen blieb in ſeinem Zelte und ſtatt der Kanonen richtete er nur ſein Fernrohr auf den Feind, der Philipps⸗ burg mit jedem Tage enger umſchloß..
In dem Lager des Prinzen Eugen, in Wei⸗ ßenthal, war es, an einem ſchönen Sommermor⸗ gen, wo jene zahlreiche Schaar von fuürſtlichen Helden ſich verſammelt hatte. Es galt, eine Re⸗ kognoszirung vorzunehmen. Man hoffte, Eugey we olich einen Angriff wagen, um das ben agte Philippsburg zu entſetzen. Der u raliſſimus ſelbſt war noch in ſein ihm Fürſt Leopold, der alte Deſſe rich Wilhem und der Kronpr
Prinz Eugen ſaß in eine Lehnſtuhl, vor einem Tiſche, Karten bedeckt war. Ihm g Friedrich Wilhelm mit der fe
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