Jahrgang 
1855
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42 1. Veh⸗ iſt todt, doch

zu, wo er den 's fand, ihn de ergriff und nd müde, als u, überflog; ſein Herz mit

Heinrich?.. do ich nach ſo zu ſchönerem iſem ſchöneren, ert nicht auch dieſer Stunde Liebe kleidete der Unſchuld, e Thräne aus fiel, fühnteſt Ach, Heinrich, e Dich ſegnet; aben, denn mit pott erſcheinen, Barmherzig⸗ tt ſo viel, ſo meine Schmer⸗ ſein können. a, Du aleein! hbienieden die vergaben mir, baſten erfült leben in dieſer ein, nein, Un⸗ liebten! Ich daß richt 3 ablicſt, in 7 Dann bin Kette! Ic könnte ſa⸗ 4 ud wolltet Müllid mit Henen. A tjeten? Ein geängſigt 8

ngenhelt 1

Die Hochzeit der Büßerin. 169

ich liebte Dich, ich ſterbe mit dieſer Liebe zu Dir, und dennoch, dennoch fühle ich, daß ich auf immer der Liebe Kraft verlor. Mein Herz bedurfte Deiner Seele, es ſehnte ſich nach ihr, um durch ſie mit göttlichem Feuer durchglüht zu werden. Und ſo wiſſe denn, daß, ſeit Du mir ſagteſt, Dich mir vermäh⸗ len zu wollen, der Entſchluß, zu ſterben, un⸗ widerruflich in mir feſtſtand. Aber entzückt dachte ich: Sterben in Deiner Liebe, beweint durch Dein edles Herz... ach! ich, die von der Welt Verfluchte, was konnte ich Schöne⸗ res denken, als ſo zu ſterben! Du gabſt mir Deinen Namen, die Ehe mit Dir war für mich eine zweite Taufe, die Taufe der Wie⸗ dergeburt und Vergebung. Das nur erwar⸗ tete ich, mit einem Kuß von Deinen jungen Lippen, im Leben noch... und dieſer Kuß, ſchmückt er mich nicht mit dem geheiligten Kranze der Unſchuld?... Ich nahm Gift nur ein Augenblick noch... ſchon fließt mein Blut ſchwer und ſchleichend durch das lebende Herz. O Gott, laß mich ruhig und muthig ſterben... Heinrich, kaum wage ich, zu Dir

zurückzukehren, ich fürchte, erſtarrend, Dich an⸗ zukälten. Armer Jüngling, eine wüſte, grau⸗ ſige Hochzeitsnacht!... Bald iſt's vorbei, leb' wohl, leb' wohl! Dieſer Brief iſt mein Teſtament; mein Wille iſt: Du ſollſt leben ohne Klage um mich, meinem Gedächtniß zur

Ehre. Armer Heinrich, wenn Du erwachſt,

wirſt Du allein ſein, allein mit mir, einer Todten! Ich bitte Dich um einen letzten Kuß auf dieſes dunkle Haar, das Du ſo liebteſt... Beſtatte mich mit dem Bildniß meiner Mut⸗ ter... Leb' wohl, leb' wohl!...

* 4*

Maria wurde auf Schloß Montreull beige⸗ ſetzt. Nach einigen Tagen düſterer Schwermuth kehrte Heinrich zu ſeiner Familie zurück. Nichts tröſtete ihn. Er begab ſich bald nach Paris, um der Stätte ſeiner trüben Erinnerungen näher zu ſein, und ſtarb noch vor ſeinem alten Oheim, dem würdigen Domherrn. Als der Tod ihm nahe war, ſammelte er noch ſeine letzten Kräfte und pilgerte nach Schloß Montreuil, um hier einen Zweig von der Trauerweide an Maria's Grab zu brechen.