Jahrgang 
1855
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Die Hochzeit der Büßerin.

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Worte betrübt wurde, fügte ſie anmuthig lächelnd hinzu:

Kind, ſei nur ſtill, ich lege die Feder ſchon fort.

Wiſſen Sie wohl, Madame, daß längſt im Schloſſe Alles ſchläft? ſagte Heinrich.

Glaub's wohl, antwortete ſie ſcherzend, es iſt ſchon acht Uhr! Du biſt wohl nie ſo ſpät zur Ruhe gegangen, nicht wahr?... Freilich, es iſt auch nicht alle Tage Hochzeitsnacht!...

Unruhig wogten und zitterten die Flammen im Kamin, ſie neigten ſich zu einander, ſtiegen jauchzend auf und ſanken wie trunken zurück. In ihrem blendenden Glanz ſchienen die Blumen auf den Tapeten, an den Vorhängen duftver⸗ ſendend zu glühen, zu leben und im Feuer zu blühen.

Heinrich war entſchlafen, eingewiegt durch Maria's liebreiche Worte. Da erhob ſie lau⸗ ſchend den Kopf und ſchaute prüfend umher. Bald aber ſank ſie wieder in die Kiſſen zurück; ſie konnte ihre Thränen nicht halten und faltete betend die Hände. Dann ſchlüpfte ſie leiſe aus ihren Decken, umhüllte leicht die ſchönen Füße und glitt geräuſchlos über den Teppich hin, dem Kamine zu, wo ſie mit zitternder Hand nach Sie ſchrieb lange und unter Thränen, während ihr ganzer Körper unter der leichten Umhüllung eines Mantels bebte. Oft auch ſchaute ſie hinter ſich, angſt⸗ voll auf das Bett. Als ſie ihre Arbeit nun beendet hatte, erhob ſie ſich und blickte lange und ſchweigend mit trauriger Neugierde in den Spiegel, aus dem ihr Bild ſchön, doch geiſter⸗ haft blaß ihr entgegenweinte. Langſam ſchritt ſie einige Male im Zimmer auf und ab, näherte ſich dem Fenſter und ſchob die Vorhänge fort, um den Himmel zu ſehen. Doch ein wogender, oft weit zerklüfteter Nebel verhüllte ihn halb, und nur hier und da blinkte ein Stern durch das ſchwimmende Gewölk.

Morgen lächelt der Erde ein heiterer Tag! ſagte Maria, tief ſeufzend; unter dem Strahlenblick der Sonne erwacht er und die

Vögel ziehen ihm ſingend entgegen... Still, ich will das Fenſter öffnen, ſo weht uns der Wind ſeine Blüthen und Düfte bis vor das Bett, und der Morgentraum zerfließt mit dem Lied der entflatterten Lerche.

Sie kehrte an das Bett zurück. Heinrich ſchlief noch immer.

Mich friert, ſagte ſie ſchauernd; es iſt Zeit, daß ich mich niederlege, nahe, recht nahe zu ihm.

Sie trat noch einmal an den Kamin, wo ſie das Bildniß ihrer Mutter ſinnend betrachtete.

O Gott, tönte es leiſe von ihren bleichen Lippen, wie danke ich Dir für den Muth, den Du mir gabſt!

Als ſie ſich niedergelegt hatte, beugte ſie ſich über Heinrich und blickte ihm lange, liebevoll und ſchweigend ins Angeſicht; endlich aber konnte ſie dem Schlaf, der bleiſchwer auf ihre Augen herabſank, nicht mehr widerſtehen. Da küßte ſie leiſe ſeine Stirn, knüpfte ihre Haare los, daß ihre entfeſſelte Schönheit ſie ganz umfloß, lehnte ihr Haupt an Heinrichs Bruſt, faßte ſeine Hand und entſchlief mit einem tiefen, tieſen Seufzer...

Als Heinrich erwachte, graute ſchon der Tag. Die erſten blitzenden Strahlen der aufgehenden Morgenſonne warfen durch das halboffene Fen⸗ ſter einen bleichen Schein. Nichts regte ſich, kein Laut ſtörte die Stille, kaum daß ein Ruf ertönte in der erwachenden Natur. Er wagte nicht zu athmen, aus Furcht, Maria zu erwecken, er ſah ihr Haupt, halb noch verſchleiert von den Schatten der Nacht, verborgen unter den Fal⸗ ten der Kiſſen und von den dunklen Wellen ihrer Locken umſäumt. Mit Ungeduld und Sehnſucht erwartete er, daß ein Sonnenſtrahl ihm bald dieſe lieblichen, angebeteten Züge erhelle. hatten ſo ſüße Träume ſeine Seele en Es war ihm, als erwache er nach l ſchwerem Wintertraum an einem erſten Tage, in der Morgenſonne des Glücks, in Frühling voll Liebe.

Und doch lag auf dieſer Liebe eine Schwes muth, doch öffnete ſie einen Quell der Bitter⸗ keit in ſeinem Herzen, die er vergeblich von ſich