Jahrgang 
1855
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Die Hochzeit der Büßerin.

reichte ihr die Hand und nahm von der Tafel einen großen Leuchter mit flammenden Kerzen.

Gehen wir! ſagte ſie kurz

Dann drückte ſie einen Kuß auf das ſilber⸗ glänzende Haar ihrer Tante und verbarg das Bildniß ihrer Mutter auf der Bruſt. Eine hohe Treppe führte Beide in ein reich verziertes Zim⸗ mer. Schöne Tapeten, auf denen Landſchaften und Schäferbilder ſauber gemalt waren, bedeck⸗ ten die Wände; über der Thüre und über dem Spiegel ſchwebten, noch ziemlich friſchfarbig, lächelnde Liebesgötter. Reiches Schnitzwerk um⸗ kleidete zierlich den Kamin, aus dem die hellen Flammen ihren Glanz auf ein Feldbett warfen, das eines Prinzen von Geblüt würdig erſchien. Als Maria die Vorhänge erblickte, verbarg ſie ihr Geſicht an Heinrich's Bruſt; er zitterte immer, wenn er vor ihr ſtand, in der Gewalt ſeiner Liebe.

Maria, Du mußt in mir, ſo fürchte ich, einen recht trübſeligen Liebhaber finden... aber mein Herz iſt von ſo ſchwachem Stoff, daß ich vor der Größe meines Glücks erſchrecke; ich zittre, wie ein Kind, das ſich fürchtet, und wage Dir kaum zu ſagen, wie unendlich ſehr ich Dich liebe!

Ich weiß es, Heinrich; glaubſt Du, daß ich nicht ſtolz bin auf dieſe Liebe, ſo ſchüchtern und ſo zärtlich? Ach, Heinrich, auch ich zittre, denn ich wage nicht daran zu glauben, daß Dein junges Herz, ein Schatz der Liebe, mir gehört, die ich deſſen nicht werth bin.

Die letzten Worte erſtarben in einem Kuſſe Heinrichs.

Ach, Maria, Du biſt eines Königs Liebe werth! Denkſt Du, daß ich all die Thorheiten glaube, deren man Dich zeiht? Du biſt zu ſchön, um nicht Deiner Schönheit Opfer gewe⸗ ſen zu ſein. Woran denkſt Du, Maria? Ach, Du liebſt mich nicht... ich bin ein Kind in Deinen Augen.

Ja, ein herzvolles, muthiges Kind, ein Kind, das ich liebe, wie wenn ich ſeine Schweſter, ſeine Mutter wäre.

Ach, Maria, ſo liebſt Du mich nicht, wie einen Geliebten?

Ich ſagte Dir ſchon, daß ich Dich liebe

mit ganzer Seele und mein Leben lang.

Maria ſchlug bewegt ihr Auge zum Him mel auf.

Der Himmel erhöre und ſegne uns!

Maria zog die Glocke.

Was ſoll's, Du Loſe ſchellſt Du?

Ich wünſche nur mein Käſtchen.

Möchte doch wiſſen, weshalb Du dieſe ſchönen Haare noch ſo verborgen trägſt... dieſe ſchönen Haare, an denen ich mich ſo erfreue, die ich träumend ſo oft in tauſend Locken auf den Kiſſen ſchwimmen ſah.

Gut, ich überlaſſe ſie Dir.

Kaum hatte Maria das geſagt, als Hein⸗ rich in rührender und ausgelaſſener Thorheit ihr Haar mit ſeinen Händen und Küſſen ver⸗ wirrte. Sie hatte das ſchönſte Haar von der Welt, ſchwarz, wie wir ſagten, und lang wie die Zweige einer Trauerweide.

Wie ſchön Du biſt! Welche Anmuth, welche Lieblichkeit... O, wie ſüß der Zauber Deines Angeſichts!

Ja, noch bin ich ſchön, ſagte Maria und warf zerſtreut einen Blick in den Spiegel über dem Kamin. Aber Todtenbläſſe überflog ſogleich wieder die leicht gerötheten Wangen.... Eine Zofe öffnete die Thür.

Bring' mir mein Roſenholzkäſtchen, ſagte Maria zu ihr und ſammelte ſchnell die aufge⸗ löſten Locken.

Das Mädchen entfernte ſich und kehrte bald zurück. Während nun Heinrich hinter ihr die Thür verſchloß, ſtellte Maria das Käſtchen auf den Kaminkranz und öffnete es; ſorglos hatte ſie ein Blatt Papier, Federn und ein Schreib⸗ zeug daraus hervorgenommen.

Was ſoll's? Biſt Du närriſch? Wozu dies Rüſtzeug eines Schreibers, eines Gerichts⸗ beamten oder Advokaten? fragte Heinrich und trat auf ſie zu; iſt denn die Liebe ein Mann des Geſetzes?

Wer weiß! Vielleicht, daß ſie eine Bitt⸗ ſchrift an Dich aufzuſetzen hat, entgegnete Ma⸗ ria, und da ſie ſah, daß Heinrich durch ihre

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hinzu: Kind,

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