Jahrgang 
1855
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Etwa ſechs Uhr Abends langten ſie vor dem Schloſſe an. Madame Montreuil trat ihnen entgegen; ſie umarmte Maria mit mütterlicher Zärtlichkeit und begrüßte Heinrich wie ihren Sohn.

Ihr wolltet allein ſein, meine Lieben, ſagte ſie und führte ihre Gäſte ins Schloß; das trifft ſich wunderbar gut! Mein Sohn mußte ſchleunig zu ſeinem Regiment abreiſen, und der Pfarrer, der in ſeiner Neugierde Eure Ankunft erwarten wollte, entfernte ſich auf meine Bit⸗ ten, die Vorſtellung bis morgen zu verſchieben. Nehmt Platz, meine Kinder, und ſeid heimiſch bei mir!

Ach, ach! das iſt ein ſehr getroffenes Bild! rief Maria, als ſie ein kleines Portrait ihrer Mutter über dem Kamin erblickte.

Es koſtete uns große Mühe, dieſes Bild den Händen Verriere's zu entreißen. Ich habe Dich wohl gewarnt, auf Deiner Hut vor ihm zu ſein, aber Fräulein wollte durchaus.. durch⸗ aus heirathen. Welche Thorheit, einen An⸗ walt!..

Ach, gute Tante, ich bitte, laß die Ver⸗ gangenheit!

Du haſt Recht... mag er in Frieden da unten ruhen in ſeinem ſchwarzen Rock!... Nun, ging denn Eure Reiſe gut von Statten? Was ſagſt Du zu meiner alten Karoſſe und meinen armen Pferden? Ja, vor zwanzig Jahren rollte mein Fuhrwerk viel ſtattlicher dahin, aber, nicht wahr? es wird Alles ſo alterthümlich bei mir, kommt ſchier äus der Mode... Du lie ber Gott!

Ausgenommen das Herz, meine gute Tante, das bleibt immer ſo jung, wie ich es als Kind kannte.

Haſt Recht... ich glaube wahrhaftig, meine Haare ſind ſchon ganz weiß, aber, wie ein Dichter ſo ſchön ſagt: Des Winters Schnee erſtarrte nicht mein Herz!

Das Abendeſſen war trefflich. Aber Ma⸗ dame Montreuil ſah beſorgt auf ihre Nichte, die wenig berührte und ſich vergeblich bemühte, wenn auch nicht heiter, ſo doch wenigſtens lä⸗ chelnd zu erſcheinen.

Sieh doch, mein Kind, warum ſo ge⸗ dankenvoll, was ſoll nur dieſe träumeriſche Miene? Ich finde Dich, weißt Du, viel ſchoͤ⸗ ner, als Du glaubſt... Und nun gar Sie, mein werther Herr Neffe, was bedeutet Ihre Unruhe?... Geht mir doch, ich bin Euch läſtig hier...

Nein, beſte Tante, glaube nur, ſagte Maria und reichte ihr die Hand, glaube nur, daß wir freudig und ſtolz ſind, Dich zum Zeu⸗ gen unſeres Glückes zu haben... Denn ohne Dich, wohin hätten wir gehen ſollen?

O, ol! rief die Tante und ſchüttelte welt⸗ klug den Kopf, Liebende ſind deshalb unbeſorgt; hat man nur ein Herz, an das man das Haupt legen kann, ſo iſt man zufrieden. Die Liebe, wißt Ihr, iſt ein flinker Baumeiſter, der baut Euch mit einem Zauberſchlage fein luftige Schlöſ⸗ ſer auf... Aber, meine Kinder, wollt Ihr mir Euer Vertrauen ganz beweiſen... ſeid heiterer! umarmt Euch ein wenig... braucht Euch nicht zu fürchten, Ihr werdet dann glücklicher ſein, und auch ich!

Maria lachte in dem ganzen Zauber ihrer Schönheit und reichte Heinrich ihre andere Hand, der ſie leidenſchaftlich küßte.

Das muß wahr ſein, ſagte Madame Montreull, nun ſiehſt Du wenigſtens nicht mehr aus, als ob Du aus dem Kloſter kämeſt... weiß wohl, die Erinnerung an Dein Unglück kann weder Dich noch ihn heiter machen, aber das iſt ja nun Alles vorbei... werfen wir auf die Vergangenheit einen Schleier!

Wohl!, wohll ſagte Maria ſeufzend, einen Schleier auf die Vergangenheit..!

Als der Nachtiſch aufgetragen wurde, tril⸗ lerte Madame Montreuil fröhlich ein ſüßes Lied⸗ chen an die cypriſche Göttin und plauderte, ſo⸗ bald ihr Sang beendet war; dann aber wurde ſte ſtiller und ſtiller, ihr Haupt ſenkte ſich tiefer und tiefer und endlich entſchlief ſie, die Stirn auf die Tafel geſtützt.

In dieſem Augenblicke benachrichtigte eine Dienerin Heinrich und Maria, daß ſie das Feuer in ihrem Zimmer angemacht habe. Heinrich warf auf ſeine Gattin einen bittenden Blick,