162 Die Hochzeit der Düßerin.
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ſcheine hier durch göttliche Barmherzigkeit und im Namen des Geſetzes ſeines Evangeliums. Ich bin ſchuldiger als dieſes Weib, ich war der Dämon, der ſie zur Sünde verlockte. Aber es giebt noch einen Schuldigeren, als mich ſelbſt, es iſt Pierre Gars de la Verrière. Die Ehe iſt ein göttliches und menſchliches Geſetz, das heilig vereint den Mann mit dem Weibe. Aber la Verrière war ein ſchlechter Menſch, der im Alter Alles eingebüßt hatte, was Gott Edles, Großes und Hoheitsvolles verleiht, und weder Herz noch Seele beſaß er. Ich weiß ſehr wohl, daß Maria von Joyſel eine erhabene Ent⸗ ſagung hätte ausüben können, wenn ſie dennoch dieſem Manne ihre Schönheit, ihre Huld und ihre Tugend gewidmet hätte; aber das Weib iſt ſchwach, Gott ſchaffte ſie ſo...
— Mein Bruder, unterbrach ihn der Prä⸗ ſident, wir verlangen von Dir keine Predigt. Sag' uns einfach, wie es ſich damit verhält, daß Du Philipp von Montbrun ſein willſt.
— Maria hat nicht Alles geſagt, entgegnete der Mönch, ſie hat ſich nur angeklagt, aber gerechter und wahrer hätte ſie mich anſchuldi⸗ gen können.... Doch das gehört nicht hierher. Ich erfuhr durch den Großprior unſeres Klo⸗ ſters, was hier vorgehen ſollte, und machte mich in der Hoffnung auf, die Sünderin in ihrer Reue zu ſehen und zu ihren Gunſten meine Stimme gegen die ſchmachvollen Beſchul— digungen erheben zu können, die man auf ſie gehäuft hat.
Er näherte ſich Maria, die wieder zum Be⸗ wußtſein gekommen war, und die ihn ſah, ihn hörte und doch ihren Sinnen nicht glauben wollte.
— Du biſt es, Due ſagte ſie und legte die Hand beſinnend auf ihre Stirn, während Montbrun noch mehr auf ſie zutrat.
— O mein Gott, wo bin ich? rief ſie ſchaudernd.
Unterdeſſen hatte der Staatsanwalt das Wort ergriffen, und Montbrun konnte flüſternd mit Maria ſprechen, ohne von den Neugierigen ge⸗ hört zu werden.
— Fürchte Dich nicht, Maria, ſagte er,
ich kam nicht hierher, um mich zu beklagen, ſondern um Dir zuzurufen: harre aus und hoffe! Ich bin todt für dieſe Welt, für dieſe Welt, Maria, in der Du lebſt; denn ich ent⸗ ſagte Allem und verweile in dem Hort des Gebets und der Liebe Gottes. Das iſt die Liebe, die ewig währet und niemals täuſcht, und Thränen, hier vergoſſen, ſind ſüßer als alle! Lebe wohl, ich habe in dieſem Kreiſe nichts mehr zu ſchaffen, ich kehre in die Stätte meines Friedens zurück und will dort für Dich beten.... Lebe wohl!
Er verneigte ſich, hüllte ſich tiefer in ſeine Kapuze und ſchritt ernſt auf die Ausgangs⸗ thür zu.
— Lebe wohl! ſagte Maria ſeufzend.
Die Rede Talons war vortrefflich, bei alle⸗ dem aber etwas matt und trocken; er erſchöpfte ſich in gelehrten Ausſprüchen, und dürfen wir es nicht verſchweigen, daß auch ihn die allge— meine Theilnahme für die geſchmähte, durch ihre Kinder verfluchte Mutter ergriffen hatte, und daß die Stimme des Evangeliums auch zu ihm ſprach. Sein letztes Wort, das der ganze Kreis ſeiner Hörer mit Ungeduld, Maria und Thomé aber mit Angſt erwarteten, ſein letztes Wort lautete zu Gunſten der unglücklichen Frau und geſtattete ihr Freiheit und Schließung einer neuen Ehe. Der Gerichtshof trat ſeinen Grün⸗ den bei und erließ einen Beſcheid, in dem er⸗ klärt wurde, daß es bei dem Beſchluß vom 29. Januar bleiben ſolle, daß die väterlichen Anverwandten mit ihrem Widerſpruch abzuwei⸗ ſen und in die Koſten zu verurtheilen wären, dem Cheaufgebot Maria's von Joyſel aber nichts im Wege ſtände.
Als dieſes Erkenntniß verkündet wurde, konn⸗ ten ſich Heinrich Thomé, Madame Montreuil und Maria ihrer Thränen nicht erwehren. Man führte Letztere in das Gefängniß zurück, wo ſie ihren Hochzeitstag erwarten mußte. Als Ma⸗ dame Montreuil ſie verließ, verſprach ſie, ihren Wagen an jenem Tage vor die Kirche zu ſen⸗ den, um die Neuvermählten auf ihr Schloß zu führen, denn ſie erwarte und bitte, daß ſie bei ihr die erſte Zeit ihrer Ehe verleben möchten.
Heinrich Tho Inge beſucht. J nie Schweſter J nediktiners, der derten Einlaß in Maria erbleichte Geſſel zurück.
— Er iſts, ſ lig und verbarg
Der Möncht iigg in die Jelle.
— Schweſte Stimme an, ſt mir; ich habe und mich.
— Fürchte Marig nicht an Montbruns Sch Geiſt, der bere das ewige Leben und verführte: nur dem Himme die Erinnerung nächtliches Geb in meinem Her duſchen, ein M de mein Herz mein letztes Le weilt.... O härſt Du mich ſpricht und ſei D nimm ſie, Buders, nim vorbei ſein.
Maria riic ſeuftend.
— Du wo 8 leßeſ i
ei waenne
aßt nicht,w meine Schuld var ich kein 9 Liebende
e ſelbſt gefunden hät mein du att
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