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Der Stern
— Und was iſt denn das für ein Engels⸗ angeſicht? fragte dann die Gräfin, auf Angeline deutend, die in der holdeſten Verwirrung, er⸗ röthend und erbleichend, neben Lionel kniete.
— Es iſt die Couſine des Marcheſe, meine theure Mutter, ſagte Lionel bittend. Sie hat nicht Vater, nicht Mutter mehr. Aber ſie möchte gern auch Dein Kind ſein. Darf ſie das?
— Alles wendet ſich an mich! rief die Grä⸗ fin abwehrend. Und ich habe gar nichts mehr
zu ſagen. Leonhard, was meinſt Du denn zu unſerem Lionel? Biſt Du denn damit einver⸗ ſtanden?
— Ei, ich muß wohl, antwortete der Ka⸗ pitain lächelnd. Denkſt Du, der Trotzkopf ließe ſich etwas ſagen? Und was dieſes liebe Kind anbetrifft— je nun, ich mag ſie wohl leiden. Es wäre mir beinahe ein theures Kind ge⸗ worden. Sie hätte mich beinahe eine Million gekoſtet! Wir wollen dem Jungen ſeinen Wil— len laſſen. Meinſt Du nicht?
Und er zog Angeline zu ſich hinauf.
— Mein Vater! Meine Mutter! ſchluchzte das liebliche Kind, ihre zarten Hände um die Gatten ſchlingend. Nun bin ich nicht mehr allein auf der Welt.
— Aber, mein Vater, ſagte Lionel nun, wir wollen in unſerem Glücke nicht unſere beſten Freunde vergeſſen! William, mein Junge, ſieh hier, das iſt meine Mutter, von der ich Dir ſo oft geſprochen. Ja, Mutter, er wird Dir ſagen können, wie ſehr ich mich nach Dir geſehnt habe. Und das William's Braut, Prinzeſſin Lichten⸗ fels. Das iſt ein tapferes Paar! Die haben ſich ſelbſt ihr Glück geſchmiedet trotz aller Hin⸗ derniſſe. Hoheit, ich denke, meine Mutter wird auch noch ein Plätzchen der Freundſchaft und Liebe für Sie haben.
— Nicht ein Plätzchen, ein ganzes Herz für die Freunde meiner Kinder! rief die Gräfin, ſich erhebend und auf die Prinzeſſin zuſchreitend, die bis jetzt Arm in Arm mit William ſtumm und bewegt dieſen Scenen des Glückes zugeſchaut hatte.
— Ja, ſagte der Kapitain ſtolz, Ehre die⸗ ſem Paar! Ich bin ein alter Mann, aber vor
Amerika's.
Ihnen Beiden habe ich Reſpekt, und meine Kin⸗ der ſollen ihn auch haben.
Lionel und Angeline, Mariano und Joan⸗ nina umgaben das ſchöne Paar, und in dieſem Augenblicke der Freude ſchmolzen alle Rückſich⸗ ten, die Einzelne von ihnen bis jetzt noch aus⸗ einandergehalten haben mochten. Es folgten die ſtürmiſchſten Umarmungen, die heißeſten Hände⸗ drücke, und es iſt ſelbſt möglich, daß Lionel oder auch Mariano in dieſer ſeligen Verwirrung einen herzlichen Freundeskuß von den Lippen der Prinzeſſin haſchten. Aber in dieſem Augenblicke gab es keine Eiferſucht.
— Nun, Kinder, nun laßt uns allein! rief die Gräfin jetzt, die junge, jubelnde Schaar hin⸗ ausdrängend. Sonſt wird es zu viel. Ihr tödtet mich mit Eurer Freude. Fort! Ihr habt Alle etwas, um das Ihr Euch nun ſelbſt küm⸗ mern mögt. Und nun bald nach Italien!
Sie blieb mit dem Kapitain allein in der Kajüte, lange Zeit. Dort mögen ſie Vieles be— ſprochen, ſich an Vieles erinnert haben. Aber wir wollen es nicht verrathen, denn wir haben es nicht gehört.—
Am nächſten Tage war Gala-Diner auf dem„Stern Amerika's,“ der mit allen ſeinen Flaggen und auch der engliſchen, franzöſiſchen
und türkiſchen prangte. Alle Freunde des Ka⸗ pitains waren eingeladen, eine ſtattliche, zahl⸗ reiche Verſammlung von Offizieren. Die Jün⸗ geren unter ihnen konnten die drei Damen nicht genug bewundern, und Einer flüſterte heimlich dem Andern zu, daß die Amerikaner immer das Beſte für ſich vorweg nähmen.
Es war die Verlobung der drei Paare, die an dieſem Tage gefeiert wurde. Zum Schluß erhob ſich einer von den türkiſchen Offizieren, ein feiner, gebildeter Mann, der ſein Franzöſiſch trotz des beſten Franzoſen ſprach.
— Kameraden! ſagte er, ſein Glas erhebend. Ich glaube, daß ich keinen Verſtoß gegen unſere hochherzigen Verbündeten begehe, wenn ich die folgenden Worte ſpreche. Amerika, das Vater⸗ land unſeres verehrten Gaſtes, hat ſich bis jetzt von dem Kampfe, den wir unternommen, fern gehalten. Aber es iſt ein edles Prinzip der
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