Jahrgang 
1855
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4 10 Der Stern Amerika's. 4 4 hat eines, und das wird es ſein, es kommt von So ein Brief, in dem gar wichtige Dinge mich dort her, ſagte Pero. ſtehen, antwortete der Oeſterreicher. Es muß der 9 Vom Fort? fragte der Rath bedächtig. halt was im Werke ſein. Die Paſcher oder die Rosgt 1 Laß uns doch zuſehen! Rothmützen auf den Bergen haben wieder was werden Die Thür wurde vorſichtig geöffnet. Die ausgeheckt. muthe beiden zurückgebliebenen Morlacken erhielten die Nein, ich kenne den Weg nicht genau, negrin Weiſung, die Lampe im Zimmer zu verbergen. Herr Korporal, erwiederte der Rath. Aber ich bringt Dann kamen auch ſie heraus, um zu lauſchen. will meinen Bruder holen, der iſt hier zu Hauſe. Ich ü Die Erſcheinung eines Pferdes in dieſen Ge⸗ Damit trat er zurück in die Thür und flü⸗ des genden war ein außerordentliches Ereigniß. ſterte mit den Morlacken. Eine Minute reichte Land Man höͤrte jetzt die Hufſchläge deſſelben auf hin, ſich zu verſtändigen. Die drei ſtämmigen mehr dem felſigen Boden ganz deutlich. Dazwiſchen Burſche ſchlichen in drei verſchiedenen Richtun⸗ dächti tönten gut öſterreichiſche Flüche und Verwün⸗ gen aus dem Hauſe. Eine Minute ſpäter hörte dieſen ſchungen. Es war allerdings keine Kleinigkeit, man einen wilden Fluch des Oeſterreichers und Sie in einer ſo dunklen Nacht auf einem Pferde den einen dumpfen Lärm. Dann ging auch der Rath walt Weg durch die labyrinthiſchen Gänge der halb⸗ bedächtig nach der Stelle, woher das Geräuſch ſoga zerſtörten Vorſtadt zu finden. Ein Fußgänger gekommen. Der Oeſterreicher lag auf der Erde, erwa wäre ſchneller fortgekommen. von zwei Morlacken niedergehalten. Der Dritte de Er kommt vom Fort, daran iſt kein Zwei⸗ hatte das Pferd am Zügel gefaßt. Ohnmächtig leen. fel, flüſterte der Rath. Aber wohin will er? gegen die beiden kräftigen Söhne des Berges eines ne Nach Raguſa käme er ſchneller zu Fuße! ankämpfend, ſtöhnte der Oeſterreicher auf der deng Der Reiter war jetzt in die Nähe des Ge⸗ Erde. 8 den M bäudes gelangt. Sein Pferd ſchien zu ſtrau⸗ Der Rath beugte ſich über ihn, unterſuchte Scheu cheln, und man höͤrte ihn derb fluchen. ihn ſo weit es die Dunkelheit erlaubte, genau. Wer lärmt denn da? fragte der Rath und löſte dann eine kleine lederne Taſche von det d im platt illyriſchen Dialekt. dem Bandelier des Oeſterreichers. Mit dieſer dd 6 Hollah, ſind da Leute? rief der Oeſter⸗ kehrte er nach dem Gebäude zurück, während lberte reicher in derſelben Sprache. Der Henker hole die Morlacken den Soldaten knebelten, eine Strecke gige dieſe vermaledeiten Wege. Hör', Burſche, kannſt forttrugen und rückſichtslos über eine Mauer in 3 4 Du mir keinen bequemen Weg hinab nach der ein dichtes Gebüſch warfen. Um das Pferd äͤude Küſte zeigen? Es ſoll mir auf ein Paar Kreuzer kümmerte ſich weiter Keiner, wohl aber um die inügt nicht ankommen, wenn Du mich in dieſer pech- Piſtolen, die im Sattel ſteckten. Vorher ſchon forſch ſchwarzen Nacht auf die Straße nach Gravoſa waren die Taſchen des Oeſterreichers gründlich en, d bringſt. durchſucht worden, und was nur irgend brauch⸗ d Danke Cuch, Herr Korporal! erwiederte bar ſchien, war in die Schnappſäcke der Mor⸗ und i der Rath, indem er täuſchend die Stimme eines lacken gewandert. ſede d ächten Morlacken nachahmte.'S giebt keinen Als ſie nach dem verfallenen Gebäude zurück⸗ ſenhei Weg für Reiter hinab an die Küſte, und wenn kehrten, fanden ſie den Rath einen Brief leſend,* zen li es einen giebt, ſo kenne ich ihn nicht. Weshalb wozu das ſchwache Licht der verglimmenden ausd geht Ihr nicht zu Fuß? Lampe eben nur noch ausreichte. Dieſer Brief riſſen Ich habe Eile, antwortete der Oeſter⸗ enthielt außer der Adreſſe und der Unterſchrift Lamp reicher. Der Oberſt hat es mir auf die Seele folgende Zeilen: verlie gebunden, die Depeſche in zwei Stunden nachHerr Lieutenant! aufe Gravoſa zu bringen. Es ſcheint feſtzuſtehen, daß in dieſer Nacht in no Eine Depeſche? Was iſt das für ein eine Landung an irgend einem Punkte der ½ lacen Ding? fragte der Rath mit großer Naivetät. Küſte ſtattfinden ſoll. Einige Umſtände laſſen i ſe g