Jahrgang 
1855
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4 Der Stern Amerika's.

die Gefahren der Dunkelheit und der Wildniß zu überwinden.

Eine Minute nach ihnen verließ derſelbe Unbekannte, dem das Geſpräch gegolten, eine dichte Hecke, hinter der er ſich verborgen gehal⸗ ten. Er war dem Oſſizier bis hierher gefolgt und hatte das Geſpräch belauſcht.

Sie wiſſen mehr, als ich glaubte, mur⸗ melte er vor ſich hin. Dann ging er raſch vorwärts, einen Weg entlang, der gebahnter und ebener war, als die Gegenden, durch die er bis jetzt gekommen.

Er ging ziemlich lange, umkreiſte in einem weiten Bogen das Fort Imperiale und ſtieg dann die Anhöhen hinan, die ſich nördlich von demſelben ziemlich ſteil erhoben. Hier gab es ziemlich wegſame Straßen, die leicht zu paſſiren waren, wenn auch üppig wucherndes Gebüſch ſie in tiefe Dunkelheit hüllte und Felsblöcke oder Steintrümmer hier und da den nächtlichen Wan⸗ derer daran erinnerten, daß er vorſichtig ſein müſſe. Zuweilen war der Weg auf längere Strecken mit halb verfallenen Mauern eingefaßt, und hier und da zeigten ſich die Ruinen irgend eines Gebäudes, die düſter in die Nacht hin einragten.

Endlich ſtand der Wanderer an einer Mauer ſtill, deren ungleiche Umriſſe trotz der Dunkel⸗ heit errathen ließen, daß auch an ihr der Zahn der Zeit zerſtörend genagt hatte. Er näherte ſich ohne Zögern einer ziemlich niedrigen Stelle und ſchwang ſich hinüber.

Vollſtändige Finſterniß umgab ihn jetzt. Ein dichter Wald von Pinien, Eichen und Cypreſſen wehrte ſelbſt dem Licht der Sterne den Eingang. Dennoch zögerte der Wanderer keinen Augen⸗ blick. Die Räumlichkeiten ſchienen ihm voll⸗

ſtändig bekannt zu ſein, und bald ſtand er vor mit Rundbogen gingen nach dem Hof hinaus,

einer zweiten Mauer. Nur das eingeweihte Auge konnte eine Thür in derſelben entdecken, zu der einige Stufen führten, die der Fremde jetzt hinaufſtieg. Mit einem Schlüſſel öffnete er die Pforte und trat in eine Art von Vorhof,

der oben offen war und das Licht der Sterne geblieben war.

durchſchimmern ließ. Dieſer Vorhof war ziemlich geräumig, aber

ebenfalls verfallen und halb verwildert, wie man trotz der Nacht erkennen konnte. Der Fremde durchſchritt ihn und ſtand nun vor einem Ge⸗ bäude, das groß und ſtattlich zu ſein ſchien. Abermals ſtieg er einige Stufen hinan und öff⸗ nete eine Pforte.

Wer iſt da? fragte eine Stimme in einer Sprache, die mit der illyriſchen eine entfernte, mit der deutſchen gar keine Aehnlichkeit hatte.

Der Herr! antwortete der Eintretende in derſelben Sprache und ſchloß die Pforte hin⸗ ter ſich.

Ein Mann in den dreißiger Jahren, von mittlerer Größe und ſtark und kräftig gebaut, wie ein Athlet, trat mit einem Lichte auf ihn zu. Seine Züge trugen den unverkennbaren Stempel der ruſſiſchen Nationalität die breite, etwas aufgeſtülpte Naſe, die ſchmalen, blitzen⸗ den Augen, den vollen Mund, das runde Kinn. Mit ergebener, faſt unterwürfiger Miene nä⸗ herte er ſich ſeinem Herrn, und es ſchien, als wolle er die Befehle deſſelben in ſeinen Blicken leſen.

Der Herr hatte ihm jedoch nichts zu befeh⸗ len, wenigſtens nicht für den Augenblick. Ein Wink bedeutete den Diener, eine Thür zu öff⸗ nen, die ſich in der Seitenwand des langen und

breiten Korridors zeigte. Durch dieſe Thür trat

er dann in ein geräumiges Gemach. Der Die⸗ ner ſetzte das Licht auf einen Tiſch und ſchien auch jetzt auf einen Befehl zu warten. Sein Herr aber ſchrilt ſchweigend und nachdenkend durch das Zimmer, ohne Hut und Mantel ab⸗ zulegen.

Das ſchwache Licht der einen Kerze ließ das Gemach nur undeutlich erkennen, aber es reichte hin, die ungefähre Bauart deſſelben zu errathen. Es war hoch und faſt viereckig. Zwei Fenſter

und dieſe ſowohl, wie die Decke, waren mit ſchönen und reichen Verzierungen von Stuck im Geſchmack des ſechszehnten Jahrhunderts ver ſehen. An den Wänden befanden ſich Niſchen mit Statuen, von denen aber keine unbeſchädigt Ein Kamin, ebenfalls halb verfallen, aber noch in brauchbarem Zuſtande

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