Jahrgang 
1850
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Leichnam aushalten; nur ſeine drei Töchter ver⸗ ließen ihn keinen Augenblick. 4

Voller Entſetzen ſah der König in dieſer ſchrecklichen brandigen Fäulniß, die ſeinen ganzen Körper verheerte, eine Strafe vom Himmel; die unſichtbare Hand, die ihn mit ſchwarzen Flecken zeichnete, war ihm die Rächerhand Gottes. In ſeinem Delirium, das mehr Verſtandesverwir⸗ rung als Folge des Fiebers war, ſah er nichts als Flammen und offne Höllenſchlunde, und rief nach ſeinem Beichtiger, dem armen blinden Prie⸗ ſter, auf daß er ſein Cruzifix zwiſchen ihn und den feurigen Rachen halte. Dann griff er ſelbſt nach dem Weihwaſſer, hob Decken und Tücher auf, und ließ unter Angſtgeſtöhn bie heiligen Fluthen über ſeinen ganzen Körper rieſeln, dar⸗ auf verlangte er das Cruzifix, preßte es mit beiden Händen an den Mund und rief:

Herr! Herr! bitte für mich, den größten Sünder, der je gelebt hat!

In dieſen entſetzlichen Aengſten verging der 9. Mai, an dem weder ſeine Töchter noch der Geiſtliche ihn einen Augenblick verließen. Sein ganzer Leib war in der ſcheußlichſten Verwe⸗ ſung begriffen und hauchte einen ſolchen Ge⸗ ſtank aus, daß zwei Kammerdiener das Bewußt⸗ ſein verloren, und der Eine in Folge deſſen ſei⸗ nen Geiſt aufgab.

Am 10. Morgens ſah man durch das auf⸗ geborſtene Fleiſch der Schenkel die Knochen zu Tage liegen; drei andere Bedienten wurden ohn⸗ mächtig. Furcht und Schrecken verbreiteten ſich in Verſailles, die ganze Hausgenoſſenſchaft er⸗ griff die Flucht. Kein lebendiges Weſen hielt aus, als die drei edlen Toͤchter des Kranken und der würdige Prieſter.

Der ganze Tag war nur ein langer Todes⸗ kampf; der ſchon lebendigtodte König wehrte ſich immer noch gegen den Tod. Es war, als wollte er ſich gewaltſam aus dem Bette, ſeinem vorzeitigen Grabe, werfen. Endlich um drei Uhr fünf Minuten erhob er ſich, ſtreckte die Hände aus, heftete die Blicke auf einen Punkt des Zimmers, und rief:

Chauvelin! Chauvelin! Es ſind ja aber noch nicht zwei Monate! Dann ſank er zurück

unnd war todt.

Wie erhaben auch die Tugend war, die Gott in das Herz der drei Prinzeſſinnen und des Prieſters gelegt hatte, ſo glaubten ſie doch mit dem Tode des Königs ihre Aufgabe erfüllt zu haben; auch waren alle Drei bereits von der Krankheit befallen, die ſein Ende herbeigeführt hatte.

Die Sorge für das Begräbniß ward dem Ober⸗Ceremonienmeiſter überlaſſen, der ſeine Dispoſitionen traf, ohne das Schloß zu be⸗ treten.

Niemand als die Cloakenreiniger von Ver⸗ ſailles fand ſich willig, den König in das bleierne Sarg zu legen, der für ihn beſtimmt war; ohne Balſam, ohne aromatiſche Eſſenzen ward er in das Laken ſeines Sterbebettes gehüllt, in dieſer letzten Wohnung untergebracht, dann der bleierne Sarg in einen hölzernen geſetzt und das Ganze in die Kapelle getragen, um am 12. auf einem proßen Jagdwagen nach St. Denis gefahren zu werden. Einige Kutſchen mit den oberſten Würdeträgern eie Kirche und den Herzögen von Aumont und Ayen, nebſt einer Schaar berittener Pagen und Reitknechte mit Fackeln, bildeten das ganze Leichengefolge.

Um elf Uhr Abends langte der Zug in St. Denis an. Der Körper ward in die königliche Gruft verſenkt, aus der er erſt am Tage der Entweihung der Königsgräber wieder hervor⸗ gehen ſollte, und der Eingang des Gewölbes ſofort nicht nur verſchloſſen, ſonderv. auch ver⸗ picht, damit keine Spur dieſes menſchlichen Dun⸗ gerhaufens in die Wohnungen der Lebendigen dringen könne.

In ganz Paris aber herrſchte Freude und Jubel, als man ſich von Demjenigen befreit ſah, dem man dreißig Jahre früher den Namen des

Madarne Dubarry aber

4 iebten u gabe empfing ſchoöͤn am nächſten Morgen zu Rueil

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Sophie Arnould, eine durch Geiſt und Schönheit gleich berü ymte Dame der beſſeren Pariſer Geſellſchaft, ſagte, als ſie leichzeitig den Tod des Königs und die Verbannunz Der Dubarry erfuhr: W

O weh! dann ſind wir ja vater⸗ und mutterloſe Waiſen!