Jahrgang 
1850
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renvolle Capitulation, wie ſie gehalten wurde, nern vorging; auch ſchien Mathilde, indem ſie iſt bekannt. ihn anſah, ſeinen Zuſtand zu errathen, und weit Denjenigen Offizieren, die ins Ausland rei⸗ entfernt, ſich ihres Triumphes zu freuen, fühlte ſen wollten, wurden Zwangspäſſe ausgefertigt. ſie vielmehr das größte Mitleid mit ſeinem Ferdinand hatte den Entſchluß gefaßt, mit vie⸗ Schmerze. len Andern nach Amerika auszuwandern. Er Die Unterredung war zu Ende; beim Ab⸗ ließ ſich ſeinen Paß uͤber Wien, wo er ſich nur ſchiede reichte ihm Mathilde die Hand, die er kurze Zeit aufhalten durfte, Salzburg, Müͤn⸗ ſtumm aber innig an ſeine Lippen drückte, und chen u. ſ. w. ausfertigen. Er wollte nämlich ſagte ſanft:Leben Sie wohl, Herr Baron! noch ein Mal, wenn er in Wien ſeines Freun⸗ Suchen Sie Ihren Schmerz zu bekämpfen, wie des Auftrag ausgerichtet, jene Gegend beſuchen, ich verſuchen werde, den meinigen zu bekämpfen. wo er die ſchönſten, aber auch die bitterſten Ferdinand ſchied mit kaum unterdruͤcktem Stunden ſeines Lebens zugebracht hatte, und Schluchzen. dann auf immer von ihr ſcheiden. Seine Unterredung mit der Gräfin Hochberg Kaum in Wien angelangt, begab er ſich ins war nicht weniger qualvoll für ihn. Es war Hotel der Gräfin Koßfeldt; allein er erfuhr, bereits allen Damen zur Gewißheit geworden, daß ſie mit ihrer Tochter und der Gräfin Hoch⸗ daß Marie und Antonio im geheimen Einver⸗ berg wiederum nach Iſchl gereiſt, daß nament⸗ ſtändniſſe gelebt haben mußten, und Ferdinands lich Mathilde ſehr kränklich ſei und ihr der Arzt Erzählung bewies, daß ſie ſich nicht geirrt hatten. die ſtärkende Gebirgsluft verordnet habe. Die Gräfin Hochberg hatte noch immer ge⸗

Wie groß war nun Ferdinands Freude, daß hofft, ihre Tochter glücklich zurückkehren zu ſe⸗ um Teſtan

ſein Paß ihn durch jene Gegend führte! Er hen, doch jetzt, als ſie das Schickſal derſelben kam in Iſchl an, und es war ihm ein erfuhr, überließ ſie ſich dem Ausbruche ihres Leichtes, die geſuchten Perſonen ausfindig zu Schmerzes. Vergebens verſchwendete Ferdinand machen. alle Troſtgründe, und er mußte ſie endlich ihrem Aber faſt erkannte er Mathilden nicht wie⸗ Schmerze überlaſſen. der; ein nagender Kummer hatte ihre ſchöne Sein Verſprechen, daß er dem Freunde ge⸗ Geſtalt faſt unkenntlich gemacht; ihre Wangen leiſtet, war erfüllt; Nichts hielt ihn nun mehr waren bleich, das Feuer ihrer Augen war er⸗ an einem Orte zurück, der ſo furchtbare Gefuͤhle loſchen, und Ferdinand wurde von dem innigſten in ihm ſtets erwecken mußte. Mitleid ergriffen. Schon am andern Tage reiſte er ab; paſ⸗ Ach, wie gern hätte er ſein Leben hinge⸗ ſirte auf ſeiner Reiſe München, Straßburg, geben, um ſie glücklich zu machen! Paris, und fuhr von Havre aus mit einem In den ſchonendſten Ausdrücken theilte er Dampfſchiffe nach der neuen Welt, dort eine ihr die ganze Sache mit. Mathilde blieb bei neue Heimath zu ſuchen; ſein ferneres Schickſal der Erzählung ruhig faſt theilnahmlos; doch iſtebis jetzt unbekannt geblieben. als ſie den Tod Antonios erfuhr, und Ferdi⸗. nand ihr ſeine letzten Worte anführte, da trat Der Spätſommer deſſelben Jahres war be⸗ eine Thräne in ihr Auge und mit matter Stimme reins herangenaht, das Laub der Bäume war ſprach ſie:Ich verzeihe ihm, Herr Baron, ſeine gelber geworden; die Blumen des Feldes und Leiden müſſen noch größer geweſen ſein, als die Waldes waren verblüht, und das Leben in der meinigen, und ſein fruͤher Tod hat ſeine Schuld Natur ſchien erſtorben. geſühnt. Was er mir geweſen, brauche ich Mit Bewunderung weilte das Auge des Ihnen, wenn Sie je geliebt haben, nicht zu Zuſchauers auf einem prächtigen Leichenzuge, ſagen; ſein Bild wird ſtets in meiner Seele der langſam durch die Straßen Iſch'ls dahin leben! fuhr; es war Mathildens Leichenbegängniß. Ferdinands Mienen drückten, indem ſie ſo ſprach, genugſam das aus, was in ſeinem In⸗ 1

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