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Dieſes Gefecht entſchied die Schlacht, und der Banus, auf allen Seiten zurückgedrängt, mußte ſich endlich zurückziehen.
Es kann jedoch nicht in unſerer Abſicht lie⸗ gen, den Sieg weiter zu verfolgen, ſondern wir kehren zu den Hauptperſonen unſerer Geſchichte zurück.
Kaum war die Blutarbett vollendet, ſo eilte Ferdinand, der wohlbehalten davon gekommen war, ſich nach Antonio umzuſehn. Er hatte bemerkt, wie dieſer den Befehl zum Angriff uͤber⸗ bracht, und gleich darauf an der Spttze der Lanziers und Huſaren davon geeilt war. Eine bange Ahnung ſtieg in ihm aufV; er richtete ſeine Schritte nach der Stelle des Feldes, wo das Reitergefecht Statt gefunden haben mußte. Sie war leicht zu finden; er brauchte nur der breiten Spur, welche die Pferde in den Boden gehauen, zu folgen.
Er langte endlich auf der Wahlſtatt an; der Anblick war ſchrecklich; doch Ferdinand hatte nur für Eins Auge: er ſuchte unter den Lei⸗ chen und Verwundeten umher, Antonio vielleicht unter ihnen zu finden. Lange waren ſeine Be⸗ mühungen umſonſt, und ſchon ſchöpfte er Hoff⸗ nung, daß ſeine Ahnung ihn getäuſcht habe, als er plötzlich an eine Stelle kam, wo die Leichen der Gefallenen den Boden in ſtärkerer Anzahl bedeckte. der Erde, mit Blut befleckt; er erkannte ſie für Antonios, ein Geſchenk Mathildens, und nun blieb ihm kein Zweifel mehr, daß auch dieſer gefallen und verwundet ſein müſſe.
Ein leiſer Ruf ſeines Namens traf plötzlich ſein Ohr, ſeine Augen folgten dem Schalle, und er erblickte Antonio, vor Blut und Staub faſt unkenntlich, am Boden liegend. Mit einem Sprunge war er bei ihm, und in ungeſtörter Freude wollte er ihn raſch aufrichten; doch ein Schmerzensſchrei des Freundes ließ ihn ein⸗ halten.
„Du biſt verwundet, Antonio? gefährlich?“
„Tödtlich!“ antwortete dieſer matt und wies auf die klaffende Wunde ſeiner Bruſt.
„O, ſprich nicht ſo,“ rief Ferdinand, ich eile, etnen Arzt zu rufen.“
„Spare Deine Mühe, Freund, ich fühle den
Perlen V. Jahrg.
Doch nicht
Da gewahrte er eine Brieftaſche auf
Tod herannahen; es ſind mir nur noch wenige Augenblicke des Lebens vergönnt, und dem Him⸗ mel ſei Dank, der Dich mir noch einmal zuſen⸗ det. Verſprich mir, Ferdinand, meinen letzten Wunſch zu erfüllen.“
Dieſer drückte ſchluchzend die Hand des Freundes, dann fuhr Antonio mit matter Stimme fort:„Ueberbringe Mathilden meine letzten Grüße, ſage ihr, daß ich nicht aufgehört habe, ſie zu lieben, wie ich ihr einſt geſchworen; viell eicht verzeiht ſte mir, dann bitte Mariens Mutter, wenn ſie das Schickſal ihrer Tochter erfahren, dem nicht zu fluchen, der ſie ihrer Toch⸗ ter beraubt hat. Und nun, Ferdinand, lebe wohl lebe wohl auf ewig!—
Seine Stimme war immer ſchwächer, immer leiſer geworden, und als er geendet, ſank ſein Haupt, das auf Ferdinands Knie geruht hatte, kraftlos zuruͤck; er war nicht mehr!
Lange noch weilte Ferdinand in dumpfem Schmerze bei der geliebten Leiche; die Freund⸗ ſchaft, die keine menſchliche Gewalt zu trennen vermocht, hatte der unerbittliche Tod zerriſſen.
Endlich erhob er ſich, drückte noch einen letz⸗ ten Kuß auf die ſtarre Hand des Freundes und ſorgte dafür, daß ihm auf der Sielle, wo er gefallen war, ein ehrenvolles Begräbniß zu Theil wurde.
Den Wunſch Antonios ſogleich zu erfüllen, war unmöglich; er mußte ihn auf eine ſpäͤtere Zeit verſchieben.
Inzwiſchen drangen die Ungarn auf allen Seiten ſiegreich vor, und Ferdinand hegte die frohe Hoffnung, als Sieger in Wien einzuziehen und dort ſich ſeines Auftrags zu entledigen.
Um ſeiner Sache noch gewiſſer zu ſein, ſuchte er beim General Bem, dem er die Sache mittheilte, um Verſetzung in Klapka's Divifion, die bei Comorn ſtand, nach. Sein Geſuch wurde gewährt. Doch geſtalteten ſich die Er⸗ eigniſſe, wie der Leſer weiß, gar bald anders. Rußland kam dem bedrängten Kaiſerhauſe mit ſeinen Heeren zu Hilfe; Görgey verrieth ſein
Vaterland, und die Sache der Ungarn war
verloren. Nur Comorn, als letztes, uneinnehmbares
Bollwerk, blieb noch in ihren Händen. Der jugendliche tapfere Klapka erzwang ſich eine eh⸗ 36
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