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Wir laſſen ſie ihre Vorbereitungen zur Ab⸗ reiſe treffen, und finden dann die beiden Lieben⸗ den, Antonio und Mathilde, zum Abſchiede bei⸗ ſammen.
Die Gräfin hatte ſich unter einem ſchicklichen Vorwande entfernt, weil ſie durch ihre Gegen⸗ wart das letzte Beiſammenſein nicht ſtören wollte.
Was Liebende ſich in ſolchen Augenblicken zu ſagen haben, wer wüßte es nicht, der je Liebe gekannt? Die Minuten verſchwinden wie Sekunden, und die Stunden wie Minuten. So war es auch hier der Fall. 1
Nach einer Stunde trat Mathildens Mutter, begleitet von der Gräfin Hochberg und Marien, in's Zimmer. Nachdem man denn noch ein Viertelſtündchen zuſammen geplaudert, ſchied An⸗ tonio, begleitet von den Glückwünſchen Aller.
Auch Marie reichte ihm die Hand, und als er ſcheidend einen Kuß darauf drückte, fühlte er, wie ſie zitternd in der ſeinigen ruhete, ohne je⸗ doch im Entfernteſten den wahren Grund hier⸗ von zu ahnen.
Der folgende Morgen fand die Freunde ſchon auf dem Wege nach Salzburg, welches ſie auf ihren ſchnellen Pferden auch baldigſt erreichten. Das Regiment brach noch denſelben Tag auf und hatte ſich in einigen Tagen mit der Haupt⸗ armee unter Windiſchgrätz vereinigt.
Das nun folgende Ereigniß iſt zu bekannt, als daß wir den Leſer mit der Aufzählung deſ⸗ ſelben ermuͤden ſollten. Wir bemerken alſo nur, daß Antonio und Ferdinand wohlbehalten dem Blutbade entkamen; und 14 Tage darauf, als bereits Ruhe und Ordnung wiederhergeſtellt waren, ſchrieb Antonio nach Iſchl, um den Da⸗ men anzuzeigen, daß nun auch nicht mehr die geringſte Beſorgniß für ſie vorhanden ſei, und daß ſie alſo Alle getroſt nach Wien zurückkehren könnten. 1
In banger Erwartung hatte namentlich Ma⸗ thilde dem Ausgange des Kampfes geharrt, und oft bei den in den Zeitungen erzählten blutigen Gefechten für das Leben ihres Antonio gezittert; ihre Freude war daher groß, als ſein Brief endlich anlangte und ihr Gewißheit brachte über das Wohlergehen des Geliebten.
Die Damen zögerten um ſo weniger, Anſtalt zur Rückreiſe nach Wien zu treffen, da die ein⸗
getretene kalte Jahreszeit den Aufenthalt in Iſchl unangenehm zu machen anfing. Man hatte die Spaziergänge in's Gebirge der Kälte wegen einſtellen müſſen; auch boten ſie jetzt, da die Natur ſich ihres grünen Schmuckes entkleidet hatte, wenig Anziehendes dar.
Mathilde übernahm es daher, den Brief Antonios ſchnell zu beantworten, und ihm an⸗ zuzeigen, daß ſte Alle in den nächſten Tagen in Wien eintreffen würden, und ihn zugleich zu bitten, dieſe Nachricht ihren in Wien zurückge⸗ laſſenen Dienern mitzutheilen, damit Alles bei ihrer Ankunft in beſter Ordnung ſei.
Antonio unterzog ſich, wie man leicht denken kann, dieſem Auftrage, da er ihm Gelegenheit verſchaffte, Mathildens Wohnung kennen zu lernen.
Dort angelangt, benachrichtigte er die Diener von den Befehlen ihrer Herrſchaft und ließ ſich von ihnen in das Zimmer Mathildens führen.
Die Diener, die ihn für einen nahen Ver⸗ wandten des gräflichen Hauſes hielten, ließen ihn, nachdem ſie ihn hineingeführt hatten, allein, um ihre Anſtalten zum Empfange der Herrſchaft zu treffen.
Als Antonio ſich allein ſah, betrachtete er mit Augen der Liebe jeden Gegenſtand, den er im Zimmer ſah; Nichts entging ihm. Da ge⸗ wahrte er ein verſchleiertes Bild an der Wand, er hob den Vorhang und erkannte Mathildens Bildniß, ſtrahlend in Schönheit und zum Spre⸗ chen ähnlich. Er nahm es herunter und druͤckte einen Kuß auf die ſchöne Stirn; es war ihm, als lächle ſie ihm freundlich entgegen, und er beſchloß, das Bild mit ſich in ſeine Wohnung zu nehmen.
Kaum dort angelangt, machte er ſich auf nach dem Hauſe eines Jugendfreundes, der als Maler in Wien lebte. Von dieſem ließ Anto⸗ nio nun ſein Portrait anfertigen, und als es einige Tage darauf vollendet war, trug er es nach Mathildens Wohnung, und hing es an der Wand unter dem verhüllenden Schleier auf.
Er freute ſich im Voraus auf die Ueberra⸗ ſchung, und 8 Tage darauf langten die Damen wirklich in Wien an und nahmen wieder von ihren Hotels Beſitz.
Antonios Beſuche im Hauſe der Gräfin


