Jahrgang 
1850
Einzelbild herunterladen

und an⸗

tie;„un⸗ n Venig nehr, daß

Natz und, das Eiſte Antonio

ahrte ſie, leich dar⸗

uühilde er⸗ Tod, Du h eile ſo⸗ um Arzte

ie ſchnell ſchts; wie ein Folge bedarf der dann bin ſage uns zis, ſonſt iß verſet

Stunden ann nicht en!“ tief nlich um⸗

e ſich das en brachte

Mariens r den be⸗

egegnung n ſeinem as mülh⸗ erſ ſelbſ fühlle ſ

wie ſi lneh 4 mit I⸗

549

tonio ſich befeſtigte, und bald mußte ſie ſich er⸗ röthend eingeſtehen, daß ſie ihn liebte.

Sie hatte nie zuvor dieſes Gefuͤhl gekannt. So viel Huldigungen ihr auch die Männer ihrer Bekanntſchaft in Wien gebracht, nie hatten ſie andern Eindruck auf ſie gemacht, als den des Triumphes und des Vergnügens. Doch jetzt liebte ſie wirklich. Es war das Morgenroth der erſten Liebe, das ſo mächtig die jugendlichen Herzen ergreift, und nur einmal und nicht wie⸗ der gluͤht. Und oft hatte ſie, wenn ſie mit An⸗ tonio ſprach, aus ſeiner Rede zu bemerken ge⸗ glaubt, daß er ſie wieder liebe; ſüße Täuſchung, aus der ſie erſt geriſſen wurde, als ſie den ver⸗ ſtohlenen Händedruck mit Mathilde geſehen!

Nie hatte ſie dieſer ihr Geheimniß anver⸗ traut, ſo wie auch dieſe ihr wiederum das ihrige verſchwiegen hatte. Ehe das Herz der Gegen⸗ liebe gewiß iſt, fürchtet es ja ſo ſehr, ſich zu verrathen! So hatte auch keine der Freundin⸗ nen der anderen Liebe bemerkt; denn die Liebe hat nur Augen für ſich ſelbſt.

Darum ſaß Marie ſo in Gedanken vertieft beim Eintritt Mathildens, darum ergriff ſte ſo mächtig der Freundin Geſtändniß; ihre Pulſe ſtockten, und ſie glaubte ſterben zu müſſen. Ein Strom von Thränen verſchaffte ihr endlich, wie wir gehört haben, einige Erleichterung. Ein ſchwermüthiges Lächeln ſpielte um ihren ſchönen Mund, auf dem ſonſt Leichtſinn und Muthwille gethront. 3

„Alſo habe ich mich nicht geirrt,“ ſprach ſie matt,„als ich ihre Hände in einander erblickte, und das Lächeln der Liebe auf ihren Lippen gewahrte. O Gott,“ fuhr ſie fort,„warum muß ich ihn lieben, der mich nicht wieder lieben kann! Und noch jetzt fühle ich, kann ich nicht von ihm laſſen; ich liebe ihn mehr, als mein Leben! O, nur ein Mal möchte ich aus ſeinem Munde hören: Ich liebe Dich! und dann ſterben!“

Sie verſank von Neuem in den betäubenden Zuſtand; doch als ſie erwachte, war ihr Ent⸗ ſchluß gefaßt. Sie wollte ſich von Mathilden nicht trennen; ſie wollte den Stachel, der ihr Herz durchbohrte, noch tiefer drücken; ſie wollte nach wie vor Antonio ſehen und mit ihm reden,

doch das fühlte ſie, der Frohſinn ihrer Jugend war dahin, geknickt auf ewig.

Plötzlich wurde ſie in ihren traurigen Be⸗ trachtungen durch den Eintritt ihrer Mutter un⸗ terbrochen. Mathilde hatte, aus zärtlicher Be⸗ ſorgniß für ihre Freundin, die Gräfin von dem plötzlichen Unwohlſein ihrer Tochter in Kenntniß geſetzt, und dieſe eilte nun beſtuͤrzt herbei.

Doch wollen wir Mutter und Tochter allein

laſſen und uns wieder zu Antonio und Ferdi⸗ nand wenden.

Wir finden die Freunde in ihrer Wohnung. Der verhängnißvolle Tag, der auf das Schick⸗ ſal ſo vieler Menſchen einen ſo gewaltigen Ein⸗ fluß ausgeubt, hatte ſich ſeinem Ende geneigt und ein für die vorgerückte Jahreszeit freundli⸗ cher Abend war hereingebrochen. Der Mond ſchien hell und freundlich ins Zimmer, kein Woͤlkchen verdunkelte den blauen mit Millionen Sternen beſäeten Himmel. Die Freunde ſchie⸗ nen in ein ernſtes Geſpräch verwickelt zu ſein; denn plötzlich rief Antonio heftig:„Nein, Ferdi⸗ nand, das iſt nicht der Grund, warum Du Iſchl verlaſſen willſt. Unſer Urlaub iſt erſt in 14 Tagen abgelaufen, und mit dem Befehl, den Du vorgiebſt zur Ruckkehr erhalten zu haben, iſt es auch nichts. Zeig' ihn mir, daß ich ihn leſe. Deine Stimme, Dein ganzes Ausſehen widerſprechen Deinen Worten. Ferdinand, ich fordere Wahrheit!“.

Ein gewaltiger Kampf ſchien bei dieſen Wor⸗ ten in Ferdinands Seele vorzugehen; endlich erwiderte er:„Antonio, Du willſt die Wahrheit wiſſen: nun wohlan, ſo erfahre ſte! Ich liebe Mathilden!“

Bei dieſen Worten fuhr Antonio, wie vom Blitze getroffen zurück.

„Siehſt Du,“ fuhr Ferdinand fort,„dieſen Schmerz wollte ich Dir erſparen; ich wollte allein unglücklich ſein!“— Er ließ bei dieſen Worten das Haupt ſinken, und Antonio, durch die Mittheilung aufs Heſtigſte ergriffen, nahm Ferdinands Hand, und ihn zärtlich umarmend, rief er:„Ja, Ferdinand, ich begreife Deinen Schmerz und weiß ihn zu würdigen; doch— wie bald werden wir vielleicht beide gezwun⸗ gen, unſerer Laufbahn fernhin zu folgen; ich bin

4