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man eben die Ankunft eines Couriers aus Frank⸗ reich meldete.
— Das trifft ſich ja herrlich! rief der Graf. Ich wette er bringt Geld; er ſei darum tauſend⸗ mal willkommen!
Herr von Ferriol hatte ſich nicht getäuſcht. Der Courier brachte in der That einige Fonds, aber auch einen Brief von Herrn von Torcy, dem Mi⸗ niſter des Auswärtigen, in welchem dem Geſand⸗ ten angezeigt wurde, daß der König, ſehr unzufrie⸗ frieden mit ſeinem Verhalten, ſich gezwungen ſehen werde, ihn abzuberufen, wenn er daſſelbe nicht ſchleunigſt ändere. Zugleich ward dem Grafen Fer⸗ riol befohlen, zur Begütigung der Hohen Pforte, welche über die zahlloſen Ausſchreitungen aller Art, deren der Herr Geſandte von Frankreich ſich ſchuldig mache, ernſtliche Beſchwerde geführt hatte,— für die beifolgenden 30,000 Livres den reichſten und prächtigſten Kaftan, der in Con⸗ ſtantinopel zu finden ſei, anzukaufen, und ihn dem Großvezier zum Geſchenk anzubieten.
— Donner und Wetter! rief der Graf nach Leſung der Depeſche, der Großvezier wird ſich ohne Kaftan behelfen, und ich behalte die 30,000 Li⸗ vres, zwanzigtauſend für den Haremswächter und zehntaufend zum Pharao.
Geſagt, gethan; aber kaum zwei Monate ſpäter langte ein neuer Courier in Conſtantino⸗ pel an, der dem Grafen von Ferriol Befehl brachte, ſeine Vollmachten in die Hände des ihm beſtimmten Nachfolgers zu übergeben, und ſich weder bei Hofe, noch überhaupt in Frankreich ohne beſondere Erlaubniß des Königs blicken zu laſſen.
Am Abend deſſelben Tages erſchien ein Frem⸗ der im Geſandtſchaftspalaſte und verlangte mit dem Grafen von Ferriol zu ſprechen.
Dieſer Fremde war Niemand anderes, als der Signor Marini, derſelbe, welcher ſo uner⸗ warteter und unwillkommener Weiſe nach Smyrna zurückgekehrt war, und dem Grafen zu einem Sprunge aus dem Fenſter ſeiner Schönen ge⸗ nöthigt hatte.
— Meiner Treul ſagte Herr von Ferriol, als ihm der Beſuch angemeldet wurde, jetzt erwartete ich ihn nicht mehr; aber er ſei willkommen. Es könnte mir in dieſem Augenblick nichts Angeneh⸗
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meres paſſiren, als mir mit Jemanden den Hals zu brechen; wenn ich unterliege, verliere ich wenig⸗ ſtens in meiner jetzigen Lage nicht viel am Leben.
— Herr Graf, ſagte der eintretende Marini
mit tiefer Verbeugung und einem einſchmeicheln⸗ den Lächeln, habe ich recht gehört? Ew. Er⸗ cellenz ſind in Ungnade gefallen?
— Ich verſtehe, dachte Ferriol, ſo lange ich Geſandter war, hat der Menſch ſich nicht an mich gewagt; jetzt ſind ſeine Skrupel beſeitigt. Bei Gott! er muß mich wenig gekannt haben!
Und zu dem Beſucher ſprach er:
— Ja, mein Herr, man hat Ihnen die Wahrheit geſagt: ich bin abberufen, und jetzt, wie vorher, zu Ihren Dienſten.
— Zu meinen Dienſten? Ach, Herr Graf, im Gegentheil, Sie haben über die meinigen zu verfügen.
— Wie Sie wollen. Doch laſſen Sie uns die Sache ſchnell abmachen!
— Sie erzeigen mir zu viel Ehre, Herr Graf.
— Ich erzeige Ihnen— Sie meinen wohl, ich habe Ihnen eine Ehre erzeigt, die Ihnen mißfallen hat, und Sie kommen nun, mich zur Rechenſchaft zu ziehen?
— Um Verzeihung, Herr Graf,— aber ich verſtehe Sie nicht.
— Nicht? Nun das iſt ſtark! wollen Sie denn von mir?
— Ich will Ihnen meine Aufwartung ma⸗ chen, Herr Graf.
— Und dann?
— Und dann will ich, wenn Sie meiner Unbeſcheidenheit nicht zürnen, Sie fragen, ob Sie ſich in Conſtantinopel niederzulaſſen ge⸗ denken?.
— Was Taufend! murmelte Ferriol, will er mir etwa ein Logis bei ſeiner Frau anbie⸗ ten? Fürwahr, ein närriſches Original!— Mein Herr, ſetzte er laut hinzu, wenn ich Ih⸗ nen die Wahrheit ſagen ſoll: ich weiß es ſelbſt noch nicht. Doch was intereſſirt Sie das?
— Sehr, Herr Graf. Ich bin nämlich für den Fall, daß Sie hier bleiben, beauftragt, Ih⸗ nen eine Wohnung anzubieten.
— Nun, da haben wir's! Eine komiſche
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