die das Ufer des Golfs bekränzen. Mehr be⸗ durfte es nicht, um Herrn von Ferriol aufmerk⸗
ſam zu machen. Die Geſandſchaftsarbeiten wur⸗ den ſofort einem Sekretair übertragen, und, nur 27 von ſeinem vertrauten Diener begleitet, begab Siehſt ſich der Graf nach Smyrna, um den Platz zu
hen Str belagern, deſſen Einnahme er ſich vorgenommen uegt? H atte. Wie wir geſehen haben, war bereits ca⸗ neſt du den pitulirt worden, als ein mißgünſtiges Ungefähr eſem Lande den Herrn Marini zurückführte und, deſſen Ein⸗ — lieben! tritt zur Thüre ſeinen Stellvertreter durch das ſein Anderer Fenſter hinaus beförderte.
ter des Kö⸗ Für den Augenblick war demnach dieſer Stell⸗ bei der ho⸗ vertreter darauf beſchränkt, für die Reize einer d Titel ſtel⸗ ſchönen Sommernacht zu ſchwärmen,— als un⸗ ggeſchrüttenes weit von ihm ein Geräuſch von Schritten, und Mann vor, unmittelbar darauf ein Schrei der Angſt und Strickleiter Verzweiflung ſich hören ließ. Der Graf und Graf war V ſein Kammerdiener horchten beſtürzt, und ſchrit⸗ t, aber noch tten inſtinctmäßig der Seite des Ufers zu, wo⸗ Hinſiht e⸗ her der Schrei ertönt war. Plötzlich flog aus eines ſeier dem Roſenlorbeergebüſch ein kleines Mädchen ten in Con⸗ von etwa zehn Jahren in athemloſen Lauf her⸗ en von Con⸗ bei, ſtürzte zu den Füßen des Grafen, umklam⸗ eines der merte in convulſiviſcher Angſt ſeine Hände, und
ſiebenzehnten rief in griechiſcher Sprache, von Schluchzen un⸗ terbrochen:
iden Frauen— Rette meine Mutter, o Herr! Rette mich jdoch nich und meine Mutter! ner verband Wenige Sekunden ſpäter ſtürzten aus dem⸗ g allr bin⸗ ſelben Gebüſch, woher das junge Mädchen ge⸗ 7 an die kommen war, mehrere bis an die Zähne bewaff⸗ en erinnert. nete Soldaten, unter der Anführung eines Man⸗ alggen Kan⸗ nes, deſſen Kleidung und Geſichtszüge einen je⸗ der Tag nd ner Elenden verriethen, welchen die traurige Auf⸗ jauirte, ma⸗ gabe geworden iſt, immer und überall die Ehre rigu ſcla ihrer Herren zu bewachen. Bei dem Anblick ſch 3 r mo⸗ dieſes Mannes ſtieß das Kind ein herzzerrei⸗ ſer h hröen ßendes Geſchrei aus, und klammerte ſich angſt⸗ ſibder voll an den ſelbſtgewählten Beſchützer. Schon 1 vntt nahte der Eunuche und ſtreckte mit einem Fluch Ge auf, den Lippen die Hand nach ſeinem Opfer aus. ß an iis Sei es nun, daß Herr von Ferriol ent⸗ 1 üne ſchloſſen war, die Rolle anzunehmen, welche Vor⸗ eunderſh uß⸗ ſehung oder Zufall ihm übertrugen, oder ge⸗ en, und nne horchte er inſtinctmäßig einer bloßen Regung ſe in ut der Neugierde,— kurz, er ſtieß mit gebieteriſcher
Geberde die Hand des Haremswächters zurück, und fragte in fränkiſcher Sprache, die damals wie heute noch in allen Theilen des Orients ſehr gebrauchlich war:
— Wie erkühnſt Du Dich, Hand an eine Perſon zu legen, die ſich unter meinen Schutz geſtellt hat?
— Ich kenne Euch uicht, erwiderte Jener, gebt mir das Madchen heraus! ſie iſt die Sclavin meines Herrn, des großmächtigen und hochgeehrten Soliman⸗Paſcha, Gouverneurs dieſer Inſel!
— Und wenn Dein Herr der Sultan in Perſon wäre, ſo wiſſe, Schurke, daß ich ihm dennoch dies Kind nicht ausliefern würde. Du aber ſiehe zu, daß Du nicht vergiſſeſt, was ich Dir jetzt ſagen werde: Du ſprichſt mit dem Grafen
Ferriol, Geſandten des Königs von Frankreich!
Bei dieſem ſelbſt in den Harems Kleinaſiens verehrten Namen beugte der Eunuche das Haupt, und wich unwillkürlich zurück. Während deſſen hingen die großen, ſchwarzen, in Thränen ſchwim⸗ menden Augen des jungen Mädchens an den Blicken ihres Beſchützers, und durch den Aus⸗ druck der Todesangſt hindurch ſchien bereits ein Schimmer der Hoffnung in ihnen zu leuchten. Nach augenblicklichem Stillſchweigen begann der Eunuche wieder in ehrfurchtsvollem Tone:
— Herr! ich achte in Eurer Perſon den Stellvertreter eines großen Monarchen, aber die Gerechtigkeit meines Herrn muß ihren Lauf ha⸗ ben, und Ihr werdet nicht wollen, daß ich und meine Leute uns ſeinem ſchrecklichen Zorne aus⸗ ſetzen.
— Was ſollte mit dem Kinde geſchehen?
— Dieſes Kind, Herr, iſt ſammt ſeiner Mutter zum Tode verurtheilt, und darf demſelben nicht entgehen.
— Zum Tode verurtheilt! ein ſo junges Weſen! Das iſt ja unmöglich. Was hat ſie denn verbrochen?
— Ihre Geburt war bereits ein Verbrechen; die Mutter, eine Circaſſierin, war lange Zeit die Lieblingsſelavin Soliman⸗Paſchas. Geſtern hat unſer Gebieter entdeckt, daß die Circaſſierin ihn ſeit langen Jahren im Einverſtändniß mit einem
Smyrnaer Griechen verrieth. Dieſer iſt bereits
erdroſſelt; das Weib aber ſoll mit ihrer Tochter 1 2* 1


