begreifend, ſich ruhig auf einen Stein nieder⸗ gelaſſen hatte und dort mit Reſignation der kommenden Dinge entgegen ſah.
Als die Spione auf dieſe Weiſe für ihre weiteren Operationen keine Störung von Seiten des jungen Mannes zu befürchten hatten, nahm Fiſchdorf ſeinen Genoſſen bei Seite, worauf zwi⸗ ſchen Beiden mit leiſer Stimme eine Unterre⸗ dung ſtattfand, deren Inhalt ſeiner Zeit im nach⸗ folgenden Kapitel ihren Platz finden wird.
Zweites Kapitel. Eine Hausſuchung.
Etwa acht oder zehn Tage vor den oben erzählten Begebenheit war es.
Die Sonne ſchien ſo hell und glänzend, daß der Herbſttag, dem ſie leuchtete, dem ſchönſten, wärmſten Frühlingstage glich, und die Prome⸗ naden und Straßen von Berlin ein Bild des regſten Lebens boten, deſſen Beweglichkeit ſich noch ſteigerte, als um die zwölfte Mittags⸗ ſtunde die verſchiedenen, zahlreichen Ateliers, Bureaux, Fabriken und größeren und kleineren Gewerksſtätten ihre Künſtler, Beamten und Ar⸗ beiter den Straßen und Plätzen zuführten, wo⸗ durch dieſelben zwar weniger an Eleganz, aber deſto mehr an einem gewiſſen volksthümlichen Colorirt gewannen.
Um die angedeutete Stunde war es gerade, als zwei junge Männer, Kleidung und Beneh⸗ men nach, den gebildeten Klaſſen angehörig, in der Nähe der„Linden“ ſich höflich grüßend von einander trennten und iun entgegengeſetzten Rich⸗ tungen den Strom der Spaziergänger verließen, welcher, vom Opernplatze, zu beiden Seiten der Straße ſich dem Thiergarten zu bewegte.
Der eine der beiden jungen Männer nahm
ſeiinen Weg nach dem Kaſtanienwäldchen, der
andere ſchritt, an der Bibliothek vorüber, der Behrenſtraße zu.
Die untere Hälfte der letzteren Straße mochte der junge Mann zurückgelegt haben, als ein ziemlich eilig daher kommender Menſch, deſſen fe„dung ihn als einen Livreebedienten bezeich⸗
14
nete, an ihn herantrat und, den Hut ziehend, einige Worte zu ihm ſprach, welche eine Mit⸗ theilung von großer Wichtigkeit und nicht er⸗ freulicher Art zu enthalten ſchienen, wie dies ſowohl aus dem etwas verſtörten Geſicht des Bedienten, als auch aus dem finſtern Blicke, mit welchem der junge Mann die Botſchaft des Letztern anhörte, zur Genüge hervorging.
Ohne eine weitere Frage an den Bedienten zu richten, ſetzte der junge Mann, welcher von Jenem mit den Worten„Herr Graf“ angeredet worden war, mit ſchnelleren Schritten, als bis⸗ her, und von dem Bedienten gefolgt, ſeinen Weg fort und trat dann in ein Haus der genannten Straße, in deſſen zweitem Stockwerke er die Klingel zog, mit einer Heftigkeit, deren ſich nur, bei beſonderen, wichtigen Veranlaſſungen, der Hausherr ſelbſt zu erlauben pflegt.
Auf dem Schilde neben dem ſo heftig in Bewegung geſetzten Klingelzuge waren die Worte: „Graf Wangenheim“ zu leſen.
Die in ein elegant möblirtes Vorzimmer füh⸗ rende Thür ward von einem andern Bedienten ge⸗ öffnet, welchem der Graf mit den, von großer, zor⸗ niger Bewegung zeugenden, Worten entgegentrat:
„Hat mich Friedrich recht berichtet? Iſt es wahr?..“
„Es iſt ſo, gnädiger Herr,“ entgegnete mit reſpectvoller Haltung und Beſtürzung im Ge⸗ ſicht der Gefragte.
„Die Polizei iſt hier geweſen? Die Poli⸗ zei!...“ fuhr der Graf, das letzte Wort mit eben ſo viel Verachtung als Staunen ausſpre⸗ chend, fort.
„Zwei Poliziſten und ein Gensd'armes,“ be⸗ ſtätigte der Bediente.
„Und was— was wollten dieſe Menſchen, — was können ſie von mir wollen?“
„Sie fragten erſt, ob der Herr Graf zu Hauſe; ich ſagte nein.“
„Nun, und weiter?“ ſetzte der Graf, das Vorzimmer durchſchreitend und, von dem rap⸗ portirenden Bedienten gefolgt, ſich in ein klei⸗ nes, bequem und elegant eingerichtetes Arbeits⸗ zimmer begebend, ſeine Fragen haſtig fort.
Der Bediente entgegnete mit einer eben ſo betrübten, als verlegenen Miene:
Es res 17 ſanfteſt buſens gleichſe häuſer auf de Kein das P
lan da
in der
wind
ſenden Cythe des Erinr 8 Em offne ſtil den feſte der der gen ſed ter ſc le N
1En


