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nen, daß es ſich um die Schlichtung einer Eh⸗ renſache handle, wenn nicht bei der Verſchieden⸗ heit der Waffen, ſowie der Abweſenheit jedes Zeugen, eine ſolche Vorausſetzung nicht nur etwas Unwahrſcheinliches, ſondern auch ſehr viel Lächerliches gehabt haben würde.
Wer hat jemals von einem Duell mit einer Büchſe, gegenüber einem Piſtol, gehört?
Die beiden Gegner lagen im Anſchlage und jede Sekunde drohte dem Einen, vielleicht Bei⸗ den zugleich, unvermeidlich den Tod zu bringen. Beide ſchwiegen. Ihre Mienen waren kalt und entſchloſſen, der Blick des Einen unverwandt auf die Bruſt des Andern gerichtet, der Finger eines Jeden lag an der verhängnißvollen Feder, von deren leiſeſter Berührung das Erlöſchen eines Menſchenlebens abhing.
Nach einem Zeitraum, binnen welchem man etwa Sechszig zählen konnte, brach der Vigi⸗ lant wieder das allgemeine Schweigen, indem er ſeinem Gegner zurief:
„Noch eine Minute.— Wenn Sie nicht ſogleich gehen! treffe ich Sie!“
„Und Dir, Spitzbube, gebe ich noch zehn Sekunden!“ rief der junge Mann mit Heftig⸗ keit, indem er zugleich den Schaft ſeiner Büchſe feſter an die rechte Schulter drückte und auf ſeinen Gegner zielte, der, ſeinerſeits, mit aus⸗ geſtrecktem Arme das Piſtol zum Abfeuern be⸗ reit hielt, deſſen Muͤndung auf die Bruſt des Andern gerichtet war.
In demſelben Augenblick ließ ſich plötzlich in dem Gebüſche, welches im Rücken des jungen Mannes gelegen war, ein Geräuſch vernehmen, dem unmittelbar der Widerhall eiliger Schritte folgte, denen eines Menſchen gleichend, der in ra⸗ ſchen, behänden Sprüngen athemlos herbeiſtürzte.
Der junge Mann ſtutzte und machte eine Bewegung, um die Urſache des Geräuſches zu erſpähen.
Es war zu ſpät.
Der kräftige Arm eines Menſchen, der ſich ihm ſo plötzlich von hinten genähert, daß er gleichſam aus der Erde geſtiegen zu ſein ſchien, hatte ihm ſeine Waffe entriſſen.
Dieſer Menſch war Mätzering. Er hatte
ſich früͤher von ſeinem Genoſſen nur entfernt,
um auf einem Umwege dem gemeinſchaftlichen Gegner in den Rücken zu fallen, und es war ihm gelungen.
In dem Augenblicke, als der junge Mann, verwirrt über die Schnelligkeit, mit welcher ſeine Entwaffnung vor ſich gegangen und die ihn jedes Widerſtandes unfähig gemacht, ſich wehr⸗ los den beiden Spionen gegenüber erblickte, ſchien er zweifelhaft, ob er fliehen oder ruhig abwarten ſolle, was ſeine Gegner weiter be⸗ ginnen würden. Bevor er jedoch zu einem Ent⸗ ſchluſſe gekommen war, hatte bereits Fiſchdorf
ſich ihm genähert.
„Ergeben Sie ſich, mein Herr“, ſagte der
Spion im Tone eines Diktators, der zu ſeinem
Beſiegten ſpricht,„leiſten Sie keinen Widerſtand, und ich bürge Ihnen dafür, daß Ihnen von uns nichts geſchehen ſoll. Im Gegentheil ſtehe ich für nichts.“
Obwohl empört über die Anmaßung, welche im Benehmen der beiden Elenden lag, unterdrückte der
junge Mann ſeine Aufwallung und entgegnete: 1
„Ich begreife nicht, was das Alles bedeu⸗ ten ſoll.— Sie überfallen mich, gleich Räu-⸗
bern, und geben ſich den Anſchein, als ob Sie irgend ein Recht dazu hätten.“
„Wir, oder vielmehr ich, ich habe ein Recht dazu“, verſetzte, ſich in die Bruſt werfend, der Vigilant;„ich bin Beamter— das heißt, ich handle im Auftrage der Polizei“, fügte er, ſich verbeſſernd, hinzu.
„Ich kenne Sie wohl“, entgegnete mit Ver⸗ achtung im Ton und Geberden der junge Mann, „Sie ſind ein elender, verächtlicher Menſch, der ſeine Verbrechen vor dem Geſetze dadurch quitt
macht, daß er der Polizei ſich dienſtbar zu ma⸗
chen ſucht... Doch dem mag ſein, wie ihm wolle: geben Sie mir meine Büchſe zurück und laſſen Sie mich gehen!“
„Für jetzt noch nicht; Wunſch erfüllt werden.“
„Was wollen Sie von mir? Bedenken Sie, daß ich Sie zur Rechenſchaft ziehen laſſen werde über das, was Sie hier thun, und das könnte Ihnen übel bekommen.“
ſpäter kann Ihr
Dieſe Worte ſchienen dem Vigilanten zu
imponiren, und er ſagte mit etwas weniger An⸗
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