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Angriffe mit der Waffe zu begegnen. Nehmen Sie alſo Ihr Piſtol in Acht.“
Der Andere gab durch ein zuſtimmendes Kopf⸗ nicken zu verſtehen, daß er nun hinlänglich un⸗ terrichtet ſei.— In demſelben Augenblicke ließ ſich außerhalb, und zwar in der nächſten Umge⸗ bung der Höhle, ein dem Fallen eines harten Ge⸗ genſtandes ahnliches Geräuſch vernehmen, wel⸗ ches die beiden Männer plötzlich ſtutzen machte.
Argwohn, Neugier und faſt Schrecken in den Mienen, ſahen ſie ſich einander ſchweigend und fragend an. Dann ſchlich der Eine leiſe an den Ausgang der Höhe und blieb daſelbſt einige Sekunden lang lauſchend ſtehen.
Bevor wir nun von dem, was hierauf folgte, eine Schilderung geben, wollen wir einen nä⸗ heren Blick auf die beiden Perſonen werfen, mit welchen wir es hier zu thun haben.
Der Eine, welches der ältere war und über ſeinen Begleiter eine gewiſſe amtliche Autorität auszuüben ſchien, war— eine in Berlin nicht unbekannte Perſönlichkeit— ein Mann von etwa dreißig und etlichen Jahren und hohem, ſchlanken Körperbau. Sein blaſſes, faſt farb⸗ loſes Geſicht, ſo wie ſein mattes, mehr grau als blaues Auge, trugen das Gepräge einer ausſchweifenden Lebensweiſe, während ſeine ganze Phyſiognomie Tücke, Hinterliſt und eine nie⸗ Srige, gemeine Seele verrieth. Sein Kopfhaar röthlich blond, außerordentlich dünn, und eſchoren. Ein ſtarker Schnauzbart von he des Kopfhaares erhöhte noch die Ma⸗ ines Geſichts und bedeckte faſt ganz die faarbloſen Lippen, zwiſchen welchen, wenn zwei Reihen ungeſtalteter, verdorbener ar wurden. jdung, faſt immer dieſelbe, war Schnitt und einer gewiſſen ge⸗ 8 die jedoch auch wieder eine eit verrieth.
Abende trug er uͤber einem dun⸗ Fantaſie⸗Frack mit dunkeln, gepreßten göpfen, einen weiten, grauen Mantel, nicht längſt die Boutique eines Troͤdlers llaſſen zu haben ſchien und welcher mit ſeiner agen Kleidung auffallend contraſtirte.
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Kreiſe der Berliner lockeren Männerwelt voll⸗ kommen bekannt. Wir aber wollen ihn hier Fiſchdorf nennen.
Der Beruf des Heerrn Fiſchdorf läßt ſich nicht recht bezeichnen. Spieler, Säufer, Luſtig⸗ macher, gelegentlich auch wohl Betruͤger und Diebeshehler, könnte man ihn im Bereiche der Immoralität Alles in Einem nennen.
Das Prädikat„Bummler“ auf ihn anzu⸗ wenden, dürfte in ſofern nicht richtig ſein, als es auch ehrliche Bummler giebt, dieſe letztere Eigen⸗ ſchaft aber dem Herrn Fiſchdorf vollſtändig abgeht.
Um die Zeit, von welcher wir reden, beklei⸗ dete unſer Mann das ehrenwerthe Amt eines polizeilichen Vigilanten— ein Amt, für welches er ſich in der That einer großen, wir möchten ſagen angeborenen, Befähigung zu erfreuen ſchien.
Jedenfalls— und dies Zeugniß wird ihm vielleicht die Polizei ſelbſt nicht vorenthalten können— war er einer der Wurdigſten unter den Würdigen ſeines Gelichters. Denn er be⸗ ſaß ſo viel geſellſchaftliche Routine, daß er ſo⸗ gar nicht ſelten zur politiſchen Vigilanz ver⸗ wendet werden durfte.
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aber es iſt gar in unwahrſcheinlich, daß Herr Fiſchdorf in der letztgedachten Eigenſchaft— natürlich unter fremdem Namen, dem die kleine, aber damals vielbedeutende, gewichtige Silbe „von“ voranging— ſchon manchen Salon, manchen harmloſen Kreis ehrenhafter Männer und Frauen betreten hat, den er dann mit Re⸗ flerionen verlaſſen, die ſpäter ihre wichtige Stelle in irgend einem polizeilichen oder gerichtlichen Aktenſtücke gefunden.
Der Begleiter dieſes geheimen Auges der Sicherheitsbehörde von Berlin war ein junger Mann von Anfangs den zwanziger Jahren, et⸗ was unterſetzter Statur und einer Phyſiogno⸗ mie, in welcher mit ſehr leſerlichen Zügen ge⸗ ſchrieben ſtand, daß er bei ſeiner Geburt, viel⸗ leicht auch noch lange Zeit darauf, ein Mitglied des„auserwählten Volkes“ geweſen, deſſen bür⸗ gerlichen Rechte in Preußen ſich von der Nacht des achtzehnten März Achtzehnhundertachtund⸗ vierzig, glorreichen Andenkens, datiren. Ein außerordentlich regelrecht gezogener Kinn⸗ und
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