814 Rovellen⸗Zeitung.
gaben zu finden. Gewöhnlich iſt ein Menſch mit ſolchen Ohren ſchwerfällig von Begriffen und hat ein ſchwaches Gedächtniß.
Im Allgemeinen gewähren die Ohren keine ſehr zuver⸗ läſſigen phyſiognomiſchen Kennzeichen. 5
Ein Braut⸗Wettrennen in Central⸗Aſien.
Daſſelbe findet unter folgenden Bedingungen ſtatt:
Dem Mädchen, um deren Hand es ſich handelt, wird ein gewiſſer Vorſprung geſtattet, deſſen ſie ſich bedient, um in eine gewiſſe Entfernung von ihren Bewerbern zu gelangen, wo ſie ſich mit ihrem Zelter'frei bewegen kann, um die An⸗ ſtrengungen desjenigen unter ihnen, dem ſie den Vorzug giebt, unterſtützen zu können. Auf ein von dem Vater des Mädchens gegebenes Zeichen ſetzen die ſämmtlichen Bewerber ihre Pferde in Galopp und derjenige, welchem es gelingt, mit ſeinem Arm zuerſt die Taille der Reiterin zu umſpannen, iſt berechtigt, ſie zu ſeiner Gattin zu verlangen, ganz einerlei, ob ihr die Wahl angenehm oder unangenehm iſt. Nach der üblichen Zögerung, die bei ſolchen Gelegenheiten gewöhnlich iſt, verläßt das Mädchen den Kreis ihrer Verwandten und fliegt in Galopp nach einer offenen Ebene. Wenn ſie mit ihrer Stellung zufrieden iſt, kehrt ſie ſich um nach den un⸗ geduldigen jungen Männern und ſtreckt ihre Arme nach ihnen aus, als wenn ſie dieſelben bitten wollte, ſich zu nähern. Das iſt der Augenblick, wo das Signal gegeben wird, die Jagd nach dem ſchönen Wilde zu beginnen, und jeder der ungeduldigen Jünglinge läßt ſofort ſeinem Renner die ſcharfen Sporen fühlen und ſchießt gleich dem Falken, dem die Kappe genommen worden iſt, hinter der ſich flüchtenden Taube her. Die Savannah, wo das Wettrennen ſtattfand, war ziemlich ausgedehnt, zwölf engliſche Meilen lang und drei breit, und als die Reiter über die Ebene dahin flogen, konnte man bald erkennen, wer unter denſelben der begünſtigte Liebhaber war, und zwar aus den Anſtrengungen, welche das Mädchen machte, um alle Andern zu vermeiden, die ſich ihr nähern wolten. Zuletzt, als das Wettrennen bereits zwei Stunden gedauert hatte, war die Zahl derer, welche ſie verfolgten, auf vier zu⸗ ſammengeſchmolzen, aber dieſe waren ihr gleich nahe und ge⸗ wannen ihr immer mehr Grund ab. Unter ihnen befand ſich der Begünſtigte; aber unglücklicher Weiſe läßt ſein Roß plötzlich in ſeiner Eile nach, und als ſie ängſtlich ihren Kopf umdreht, bemerkt ſie mit Bangigkeit die unglückliche Stellung ihres Günſtlings. Jeder der glücklichen Bewerber, der ſeinen Triumph bereits für geſichert hält, beugt ſein Haupt auf die Mähne ſeines Roſſes herab und ruft mit lauter Stimme: „Ich komme, meine Peri, ich bin Ihr Liebhaber.“ Sie aber macht eine plötzliche Wendung, und ihren Renner durch Peitſchenhiebe faſt zur Wuth treibend, fliegt ſie über ihren Pfad, um nach der Stelle der Ebene zu gelangen, wo ihr Geliebter ſich vergebens anſtrengt, ſein ermüdetes Roß wieder in Galopp zu ſetzen. Die drei Andern ſuchen augenblicklich ihre Abſicht zu vereiteln, aber bei der Eile, mit der ſie ihre Roſſe umdrehten, ſtießen zwei derſelben wüthend gegen ein⸗ ander, ſo daß die beiden Renner und deren Reiter zum Falle kamen und über die Ebene dahin rollten. Das Mädchen lachte— denn ſie wußte, daß ſie dem noch übrigen einzigen Verfolger zu entgehen im Stande war— und eilte dem Puncte entgegen, wo ihr Geliebter war. Ihr einziger Ver⸗ folger aber hatte ein ausgezeichnetes Roß und hatte keines⸗ wegs Luſt, ſeine Beute aufzugeben. Er machte eine letzte
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und verzweifelte Anſtrengung, gelangte an die Seite des Mädchens und indem er den Arm ausſtreckte, hätte er beinahe den erſehnten Preis gewonnen, aber das Mädchen neigte den Kopf auf den Hals ihres Zelters, entging in dieſer Art ſeiner Umarmung und flog davon. Ehe der überwundene Reiter ſich ihr wieder nähern konnte, hatte der Arm ihres Liebhabers ihre Taille ſchon umfaßt und unter den Freuden⸗ und Bei⸗ fallsrufen der Zuſchauer kehrten ſie in das Fort zurück.
C.
Die Dauer der Trüume.
Ueber dieſen Gegenſtand theilt Harpers New Monthly Magazine Folgendes mit:
„Die Dauer der Träume iſt einer der wichtigſten Züge derſelben. Trotz der ſcheinbaren Länge mancher Träume und der verſchiedenen Uebergänge und der ſich folgenden Hand⸗ lungen des Träumers nimmt man doch allgemein an, daß der wirkliche Zeitraum, den jeder Traum ausfüllt, wenige Secun⸗ den nicht überſchreitet. Das wird theilweiſe durch Träume bewieſen, welche durch ein Geräuſch erzeugt worden ſind.
Einer oder zwei ſind erwähnt worden. Das Abfeuern einer.
Kanone erweckt den Schläfer; er iſt vollkommen munter, ehe der Pulverdampf ſich noch ganz verzogen hat, und doch hat der Knall die Veranlaſſung zu einem Traume gegeben, in dem er tage⸗, ja wochenlang gelebt und gehandelt hat. Lord Brougham erzählt in ſeinem„Discourse on Natural Theology“ von einem Schriftſteller, welcher ſeinem Schrei⸗ ber dictirte. Der Schriftſteller dictirt einen Satz und von der Anſtrengung überwältigt, ſchläft er ein und wird durch den Secretär erweckt, welcher das letzte Wort des Satzes zum Zeichen, daß er denſelben fertig niedergeſchrieben hat, wieder⸗ holt. Es waren nur einige Secunden verfloſſen und doch hatte der Schläfer in dieſer Zeit Träume,„die ſich durch die Zeit ſeines halben Lebens ausdehnten.“ An einer andern Stelle erzählt derſelbe Lord, der in ſeiner Jugend ſehr ange⸗ ſtrengt arbeitete, von den Anſtrengungen, die er machte, um trotz ſeiner körperlichen Erſchöpfung ein gewiſſes Werk zu beendigen. Er hatte ein mit kaltem Waſſer gefülltes Becken neben ſich ſtehen, und wenn er fühlte, daß der Schlaf ihn überwältigen würde, ſo tauchte er ſeinen Kopf in das Waſſer. Mehr als einmal, ſagt er, ſei er mit ſeinem Kopf im Becken eingeſchlafen und er habe lange und zuſammenhängende Träume gehabt, obſchon ſein Untertauchen ganz natürlich auf einige Secunden beſchränkt ſein mußte, da er nicht Athem holen konnte, ſo lange ſein Kopf unter dem Waſſer war.
Der berühmte Mathematiker Babbage, welcher mit einem Freunde in Italien reiſte, ſchlief in Folge ſeiner großen Müdigkeit im Wagen ein, und träumte nicht einen, ſondern mehrere Träume, die ſich ſämmtlich auf ſeine Freunde in England bezogen, und als er erwachte, beantwortete ſein Reiſe⸗ gefährte eben die Frage, die er an denſelben gerichtet hatte, ehe er eingeſchlafen war, ſo daß ſein Schlummer nur wenige Secunden gedauert haben konnte..
Lord Holland ſchlief vor Müdigkeit ein, während ein Freund ihm eben etwas vorlas, und hatte einen Traum, deſſen Niederſchreibung eine Viertelſtunde Zeit erforderte, und doch fand er, als er wieder erwachte, daß er nicht einen einzigen Satz von dem, was ihm vorgeleſen wurde, verloren hatte.“
Jedenfalls zeigt die Thätigkeit des Geiſtes ſich im Traume nicht weniger groß, als im Wachen. Der Schreiber dieſes fand als Gymnaſiaſt im Traume die Löſung einer ver⸗
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