ziehend, Art erwähnt.
d und Ohren
Repräſentant
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dem geiſtreichen Beobachter werden dieſe Hindeutungen genügen.
Ein zu großer Mund deutet auf Plauderhaftigkeit und beſchränkten Verſtand; ein kleiner Mund dagegen läßt auf eine friedfertige und ſanfte Gemüthsart ſchließen. Die Mittelgröße iſt bei dem Munde, wie bei allen Theilen des Körpers, das beſte.
Dicke, aufgeworfene Lippen deuten auf ſchwachen Ver⸗ ſtand und geringe Umſicht, dabei aber auf Verſchwiegenheit und Liſt; ſehr dünne Lippen dagegen bezeichnen Geiz.
Lippen von friſcher rother Farbe, nicht zu dick und nicht zu dünn, bezeichnen gute moraliſche Eigenſchaften.
Der Charakter der Lippen entſpricht jederzeit dem moraliſchen Charakter.
Volle, wohlproportionirte Lippen, welche von beiden Seiten eine ſchöne gekrümmte Linie zeigen, ſind unverträglich mit einem niedrigen Charakter. Man findet ſie nie mit Falſchheit oder Bosheit gepaart; höchſtens vereinigt ſich damit eine Neigung zur Sinnlichkeit.
Ein zuſammengepreßter Mund iſt das ſichere Zeichen der Kaltblütigkeit, der Ordnungsliebe, der Pünctlichkeit und
der Reinlichkeit.
Iſt ein ſelcher Mund dabei an den Seiten in die Höhe gezogen, ſo verräth das Ziererei, Dünkel und Eitelkeit, auch etwas Bosheit und Leichtfertigkeit.
Fleiſchige Lippen bezeichnen Sinnlichkeit und Trägheit.
Leiſe geſchloſſene Lippen von untadeliger Form bezeichnen einen feſten, überlegenden und gerechtigkeitsliebenden Charakter.
Springt die Oberlippe etwas vor, ſo iſt es ein zuver⸗ läſſiges Zeichen der Güte.
Eine vorſpringende Unterlippe bezeichnet mehr kalte Gutmüthigkeit, als lebhafte Zärtlichkeit.
Eine in der Mitte geſpaltene Unterlippe deutet auf Munterkeit.
Eine große, harte Zunge iſt ein Zeichen der Klugheit, welche indeß nicht immer zum Beſten angewendet wird; eine zu lange Zunge bezeichnet Abgeſchmacktheit, eine zu kurze Talente. Eine feine Zunge iſt gepaart mit feinem phyſiſchen Geſchmack.
Neigen die Lippen ſich an den Seiten ſtark abwärts, ſo deutet dies auf Liebloſigkeit.
Läßt bei einem kraftvollen und geiſtreichen Menſchen der geſchloſſene Mund in der Mitte durch einen ſchmalen, ſtets offen bleibenden Spalt die Zähne ſehen, ſo iſt das ein Zeichen kalter, unbarmherziger Strenge und hohnlachender Bosheit.
Ein kleiner, ſchmaler Mund unter kleinen Naſenlöchern und ſehr rund gewölbter Stirn bezeichnet einen leicht erſchreckenden, furchtſam⸗blöden, ſchwach⸗eitlen Menſchen von ſehr geringer Rednergabe. Vereinigen ſich damit vor⸗ ſtehende, trübe Augen, ſo iſt der Blösdſinn nicht fern.
Ein langes, breites, grobes, knöchernes Kinn verräth. einen rohen, harten, ſtolzen und gewaltthätigen Menſchen.
Bei der Beurtheilung des Mundes und den aus dem⸗ ſelben zu ziehenden Schlüſſen ſind beſonders zu berückſichtigen: die eigentliche Oberlippe an ſich;— die eigentliche Unter⸗ lippe an ſich;— die Linie, welche aus der Vereinigung der beiden Lippen entſteht, wenn die Lippen geſchloſſen ſind;— die Mitte der Oberlippe beſonders;— das Ende der Mit⸗ tellinie zu beiden Seiten;— der Auslauf der Mittellinie zu beiden Seiten, entweder nach oben oder nach unten.
Ein vorſtehendes Kinn zeigt immer etwas Poſitives, ein zurückſpringendes dagegen etwas Negatives an.
Pierte Folge. 813
Scharfe Einſchnitte mitten im Kinn bezeichnen einen kalten, verſtändigen Menſchen.
Ein ſpitzes Kinn gilt als Zeichen der Liſt; man findet es aber auch bei ſehr redlichen Menſchen.
Ein weiches, fleiſchiges Kinn läßt auf die Neigung zum Wohlleben ſchließen.
Ein eckiges Kinn bezeichnet einen klugen befähigten Menſchen von feſtem Charakter; ein flaches Kinn iſt mit Kälte gepaart, ein kleines mit Furchtſamkeit, ein rundes mit Güte.
Die Zähne haben die entſchiedenſte, zuverläſſigſte phyſiognomiſche Bedeutung, indeß nicht blos durch ihre Form und Stellung, ſondern auch durch die Art und Weiſe, wie ſie ſich zeigen.
Kleine, ſchwache, kurze, nicht dicht zuſammenſtehende Zähne ſind ein Zeichen von Verſtand, Beſcheidenheit und Rechtlichkeit, deuten aber auch auf ſchwache Geſundheit und ein kurzes Leben.⸗
Ungleich ſtehende Zähne bezeichnen einen umſichtigen
Menſchen, der Alles mit kluger Beſonnenheit anfängt.
Kleine und kurze Zähne, welche feſt aneinander ſtehen, bezeichnen große körperliche Kräfte.
Lange Zahne deuten auf Schwäche und Schüchternheit.
Weiße, reinlich gehaltene, gutgereihte Zähne, welche bei geöffnetem Munde ein wenig vorzutreten ſcheinen, ver⸗ künden einen ſanften, höflichen Charakter, ein gutes Herz und Rechtſchaffenheit.
Vernachläſſigte Zähne verrathen ſchlechte Geſinnungen. Breite, dicht zuſammenſtehende Zähne laſſen auf ein langes Leben ſchließen.
Spitze, lange und ſtarke Zähne verrathen Neid, Un⸗ verſchämtheit, Gefräßigkeit und einen argwöhniſchen, be⸗ trügeriſchen Charakter.
Zähne, welche von Natur gelb ſind, verrathen Leicht⸗ gläubigkeit und Neigung zu Thorheiten.
Große, breite Zähne bezeugen eine kräftige Natur.
Können auch die Ohren noch weniger wie die Wangen als ein Theil des Geſichts gerechnet werden, ſo ſtehen ſie doch mit demſelben in ſo nahem Zuſammenhange, daß wir ihre charakteriſtiſchen Zeichen hier ebenfalls, wenn auch nur ganz kurz, angeben zu müſſen glauben.
Große und platte Ohren, ohnedbedeutende Rundungen an den Umriſſen, findet man häufig bei muſikaliſchen Organi⸗ ſationen; mit dem Genie aber ſind ſie unverträglich.
Dicke, ſehr runde Ohren findet man nur bei ſehr gewöhn⸗ lichen Menſchen.
Kleine, ſchön gerundete Ohren vereinigen ſich gewöhn⸗
lich mit höheren Fähigkeiten. Ohren ohne Rand bezeichnen einen einfältigen Men⸗ chen.
Ein geſchlängelter Umkreis mit Vertiefungen iſt das zuverläſſige Zeichen der Gutmüthigkeit.
Beinahe an den Kopf angewachſen iſt das Ohr ein Zeichen kleinlicher Hartnäckigkeit und eines nichtsſagenden Geiſtes.
Abſtehende Ohren verrathen einen offenen, tüchtigen Charakter.
Jedes Ohr, das ſowohl außen und innen, und ebenſo auch in ſeinen Vertiefungen ſchöne Rundungen zeigt und ſich mit angenehmen Geſichtszügen verbindet, iſt das Zeichen einer beſonders reichen Organiſation.
Lange und breite Ohren bezeichnen zwar nicht gerade— ein Eſel,— aber dennoch ſind ſie ſelten bei höheren Geiſtes⸗


