Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
804
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höhen ihnen beſtimmte Lager. Zwei Stunden ſpäter ſprengte ein hoher Officier vor das Haus und gleich lag Heinrich in den Armen ſeiner Eltern und der hochaufjauchzenden Schweſter.

Obgleich der Oberſt den größten Theil des Tages im Bivouac zubringen mußte, ſo konnte er doch manche Stunden im Kreiſe ſeiner Familie verleben, da ſein Regiment bei dem Gros der franzöſiſchen Armee bleiben ſollte. Einige Tage nach ſeiner Ankunft traf ein Brief von Freiwald ein, der nach manchen überſtandenen Fährlichkeiten glücklich das preußiſche Heer erreicht hatte. Er ſprach die Hoffnung aus, daß die politiſchen Verhältniſſe ſich dahin geſtalten würden, noch mit ſeinem Freunde vereinigt für die große Sache des Vaterlandes kämpfen zu können.

Als Baron Winterfeld ſeinem Sohne Freiwalds Brief mitgetheilt hatte, führte eine Wendung des Geſprächs auf Hallwigs Bewerbung.

Guter Vater, ſprach Heinrich ſehr ernſt,ſo viel ich Anna's Gefühle und ganze Sinnesart kenne, und nach Allem, was ich von dem Manne höre, kann ſie ihn weder lieben, noch glücklich mit ihm ſein. Es iſt ein eigenes Ding um die Liebe, fügte er betonend hinzu,ſie läßt ſich nicht erzwingen, ſie fällt wie ein Schlag in das menſchliche Herz und bleibt darin wohnen für immer!

So? Man hat Dich alſo ſchon gegen ihn ein⸗ genommen? erwiderte der alte Herr.Ich aber er⸗ laube mir, Dir zu ſagen, nur die jetzigen Zeitumſtände machen mich bedenklich; die Sache ſelbſt hat meine volle Zuſtimmung und wird ſtets meine Unterſtützung erhalten.

Reden wir alſo jetzt nicht weiter davon, lieber Vater. Der Menſch denkt's, Gott lenkt's; und in dieſem Augenblicke, wo Gott ſo große Dinge zu lenken hat, müſſen andere Angelegenheiten in den Hinder⸗ grund treten; wäre es anders, wäre auch für mich die Zeit da, über eine mich ſelbſt betreffende An⸗ gelegenheit mit Ihnen zu ſprechen.

Alſo auch Du, mein ſtolzer Sohn? begann der Vater und richtete einen fragenden Blick auf den Oberſt.

Wie geſagt, lieber Vater, ſprechen wir heute nicht weiter darüber, was die Herzen einzelner Menſchen bewegt, wo eine halbe Welt unter Zuckungen ver⸗ blutet.

Heinrich v. Winterfeld theilte nicht die Zuver⸗ ſicht, die Freiwalds Brief ausſprach. Er vertraute dem hohen Geiſte des Kaiſers und deſſen Glücksſterne, der zwar ſeit einem Jahre getrübt war, aber ſchon wieder mit neuem Glanze die Wolken durchdrang. Konnte er ſich auch als vielerfahrener Krieger die

Novellen⸗

Zeitung.

Schwierigkeiten nicht verhehlen, von denen ſein großer Held bedroht war das kriegeriſche Schauſpiel, das ſich fünf Tage vorher, am 15 Auguſt, an Napoleons Namenstage, in allen Lagern entfaltete, erhob ihn zu den kühnſten Hoffnungen und gab ſeiner Begeiſterung neuen Schwung.

Es war ein großartiges Schauſpiel, als vom frühen Morgen an die Heeresabtheilungen aus allen Feldlagern der Umgegend im feſtlichen Kriegsſchmucke auf die große Elbwieſe zogen, wo bald ein ſchön ge⸗ rüſtetes Heer von Fußvolk und Reitern und einer zahlreichen Artillerie, zuſammen gegen 50,000 Mann, verſammelt war. Der Kaiſer ſprengte mit einem glän⸗ zenden Gefolge an den endloſen Reihen vorüber, aus denen ein lauter Freudenruf ihm entgegen ſchallte, und es zogen während einiger Stunden die Truppen jeder Waffengattung abgeſondert an dem Helden vorüber, aus deſſen feurigen Blicken neue Siegeshoffnungen leuchteten. Bald nachher ertönte in den hohen Hallen der katholiſchen Kirche das Te Deum, von feierlichen Melodieen getragen, und dann zog die franzöſiſche alte Garde unter klingendem Spiel nach der Neuſtadt, wo ſich ein neues lebendiges Schauſpiel darbot. Unter den langen Lindenreihen waren Tiſche und Bänke aufgeſtellt, in deren Mitte unter einem Zeltdache Napoleons Büſte, mit dem Lorbeer bekränzt und von Zierpflanzen umgeben, die Weihe des Tages ankündigte. Fröhlich ſchmauſten und zechten, ihre ſächſiſchen Ca⸗ meraden bewirthend, die erprobten Krieger, von denen manche unter dem Rieſenſchatten der Pyramiden an Syriens Küſten und in Andaluſiens heißen Ebenen gekämpft hatten; und das lebensvolle Schauſpiel wurde erhöht durch die Wirkung eines grellen Gegen⸗ ſatzes, wenn franzöſiſche Soldaten, die aus einem Lazareth herbeigeſchlichen waren, oder aus einem anderen, minder freigebig bewirtheten Feldlager kamen und die Speiſereſter unter den Tiſchen der hochbe⸗ günſtigten Garden aufſuchten.

Heinrich v. Winterfeld begleitete die Seinigen in den Abendſtunden, wo ein prächtiges Feuerwerk die Feier des Tages beſchloß. Als Anna am Arme des Oberſten durch die hell erleuchteten Straßen ging, ließ ſie ſich von ihm die lateiniſche Inſchrift über dem Portale der Wohnung des franzöſiſchen Geſandten überſetzen:Möge Er unverſehrt erhalten bleiben! Größeres, als geſchah, ſteht bevor!

Lieber Heinrich, ſagte ſie,wir deuten dieſe Worte leider in verſchiedenem Sinne. Ja, Größeres hoffe ich, ſteht bevor zum Glücke Deutſchlands! Nach der Schmach der Knechtſchaft der Sieg der Freiheit!

Sieg der Freiheit! Dazu ſage ich Amen! erwiderte er mit feſter Stimme.

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